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Pressemitteilung BoxID: 732513 (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV)
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV
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Exportdeckungen erreichen Rekordhoch

(lifePR) (Berlin, ) Angesichts wachsender wirtschaftlicher und politischer Risiken steigt die Nachfrage nach Kreditversicherungen in der deutschen Wirtschaft deutlich: Nach Hochrechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) decken die Kreditversicherer im Jahr 2018 Lieferungen im Wert von 424 Milliarden Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Rund 210 Milliarden Euro davon entfallen auf die Absicherungen von Exporten. Das entspricht fast einem Sechstel der gesamten deutschen Ausfuhren. „Wir beobachten, dass die Unsicherheit in nahezu jeder Weltgegend wächst. Die Risikosignale häufen sich und deuten insgesamt auf ein Ende des aktuellen wirtschaftlichen Zyklus hin. Das beunruhigt zu Recht auch die deutschen Exporteure“, sagt der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung im GDV, Thomas Langen.

Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Risiken

Verantwortlich für die wachsenden Sorgen ist eine Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Risiken, die sich gegenseitig verstärken: Der Brexit-Ausgang ist weiterhin offen, der Handelsstreit zwischen den USA und China schwelt weiter und die Währungskrise in der Türkei ist ebenso ungelöst wie die Probleme italienischer Banken. Zudem haben zahlreiche Unternehmen in der Niedrigzinsphase hohe Schulden aufgehäuft.

„Hoffnungen, dass die Krisenherde weniger und die Aussichten stabiler werden, finden derzeit kaum Nahrung“, so Langen. „Angesichts globaler Liefer- und Produktionsketten wirken sich nationale Wirtschafts- und Währungskrisen ebenso wie bilaterale Handelsstreitigkeiten sehr schnell auf weitere Staaten aus – und treffen Deutschland als Exportnation eher früher als später.“

Kreditversicherer sehen Brexit-Abkommen kritisch

Kritisch beurteilen die Kreditversicherer das zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelte Brexit-Abkommen. Auch wenn das britische Unterhaus zustimmen sollte, bliebe die Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU bestehen, glaubt Langen. Viele Probleme wären nur in die Zukunft verschoben.

Ein harter Brexit sei allerdings noch schlechter. „Das hieße mehr Bürokratie, gegenseitige Einführzölle, ein massiv geschwächter Handel und kaum übersehbare Folgewirkungen. Das Pfund dürfte dann bis Ende 2019 weniger als einen Euro wert sein, die Inflationsrate könnte auf bis zu 4 Prozent ansteigen. Die britische Regierung und die Notenbank müssten hart daran arbeiten, eine Rezession zu verhindern“, sagt Langen.

Insgesamt decken die deutschen Kreditversicherer im Jahr 2018 Ausfallrisiken in Höhe von 488 Milliarden Euro, rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Deckungsvolumen der Warenkreditversicherung (424 Milliarden Euro) kommen weitere 64 Milliarden Euro aus Kautionsversicherungen, mit denen die Versicherer Bürgschaften und Garantien zur Verfügung stellen. Hier stieg das Deckungsvolumen im Vergleich zu 2017 um über zwölf Prozent.