Georg Fischer bekämpft die Krise und stärkt sich für die Zukunft

(lifePR) ( Schaffhausen, )
Georg Fischer ist von der aktuellen Wirtschaftskrise stark betroffen. In Ergänzung der bereits ergriffenen Massnahmen hat GF deshalb ein breit angelegtes Strukturprogramm eingeleitet, um die Gesamtkosten des Konzerns nachhaltig um CHF 350 Mio. zu senken. Ziel ist es, im Jahr 2010 ein positives operatives Ergebnis und einen positiven Freien Cashflow zu erzielen und spätestens im Jahr 2012 eine EBIT Marge von 8% zu erreichen. Das Programm umfasst einschneidende Kostensenkungen, Kapazitäts- und Strukturanpassungen sowie Devestitionen. Es wird Ende 2009 weitgehend abgeschlossen sein und die Jahresrechnung 2009 mit einmaligen Aufwendungen von rund CHF 100 Mio. belasten.

Als Folge des beispiellosen Markteinbruchs erzielte der Georg Fischer Konzern im ersten Quartal 2009 38% weniger Umsatz als im ausgezeichneten ersten Quartal 2008 und einen operativen Verlust von CHF 46 Mio. einschliesslich Restrukturierungskosten. GF Piping Systems konnte den Umsatzrückgang mit 18% in Grenzen halten, obwohl die ungewöhnlich kalten Wintermonate das Infrastrukturgeschäft beeinträchtigten. GF Automotive leidet seit Oktober 2008 unter den massiven Absatzeinbussen seiner Kunden. Der Umsatz brach in Folge um 47% ein. Die Situation hat sich mittlerweile auf tiefem Niveau stabilisiert, aber es sind noch keine Zeichen des Aufschwungs zu erkennen. GF AgieCharmilles erzielte 38% weniger Umsatz, da die Kunden weltweit bei Investitionen grosse Zurückhaltung üben.

Weitreichende Massnahmen in Umsetzung

In den vergangenen Monaten wurden umfassende Sparmassnahmen umgesetzt, die bereits zu einer Senkung des Betriebs- und Personalaufwands um mehr als 20% geführt haben. Kapazitäten und externe Aufwendungen werden dem gegenwärtigen Umsatzniveau angepasst. Im Mai arbeiten rund 5'500 Mitarbeitende in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz kurz. Dort wo keine Kurzarbeit möglich ist, wurde die Arbeitszeit reduziert und das Gehalt entsprechend angepasst. Die Fixgehälter der Mitglieder der Konzernleitung und von 250 oberen Führungskräften des Unternehmens werden ab Mai 2009 vorübergehend um 10% gekürzt. Der CEO und die Mitglieder des Verwaltungsrates verzichten auf 20% des Fixgehalts respektive ihrer Bezüge.

Zusätzlich wurden in allen drei Unternehmensgruppen organisatorische und strukturelle Massnahmen eingeleitet.

GF Piping Systems konzentriert die Produktion bei GF TPA in Italien auf einen Standort in Busalla. Die Fertigungsstätten, das Lager und die Verwaltung im Raum Bologna werden stillgelegt. Am Standort Schaffhausen werden bei GF Piping Systems Kapazitäten angepasst. Die schweizerischen Haustechnik-Aktivitäten werden am Standort der neu akquirierten JRG Gunzenhauser in Sissach konzentriert.

GF Automotive passt die Strukturen und Produktionskapazitäten der Nachfrage an. Im Rahmen der Standortüberprüfung im Bereich Leichtmetall wird die Druckgiesserei Gleisdorf devestiert. Für das Werk in Garching sind Verkaufsverhandlungen im Gang. Zudem verschlankt die Unternehmensgruppe ihre Produktionsstrukturen in Österreich; am Standort Herzogenburg werden die drei Fabriken umstrukturiert und teilweise zusammengelegt. Die Verlagerung der Fertigung von Kanada nach China wird bis Mitte 2009 abgeschlossen.

GF AgieCharmilles beseitigt Doppelspurigkeiten und verlagert im Zuge der bereits früher kommunizierten Fokussierung der drei Standorte Genf, Losone und Nidau das Montagewerk Mikron Schaffhausen an den Standort Nidau (Biel) und beabsichtigt, die Betriebsstätte in Schaffhausen zu schliessen. Die weltweite Verkaufsorganisation wurde in den vergangenen Monaten gestrafft.

Weitere strukturelle Massnahmen in den Unternehmensgruppen werden kommuniziert, wenn die entsprechenden Vorbereitungen abgeschlossen sind.

Auswirkungen auf den Personalbestand

Durch die Massnahmen des Strukturprogramms soll bis Mitte 2010 der Personalbestand des Konzerns gegenüber 2008 um rund 2'300 Stellen oder 16% gesenkt werden, davon ein Viertel in der Schweiz. In den ersten vier Monaten 2009 wurden weltweit bereits 990 Stellen oder 7% abgebaut. Die bis Ende 2010 noch anstehende Reduktion um etwa 1'300 Stellen wird zu rund einem Drittel über natürliche Fluktuationen, vorzeitige Pensionierungsregelungen und im Rahmen von Devestitionen erfolgen. Allerdings werden für etwa 850 Mitarbeitende Kündigungen nicht zu umgehen sein. Das Unternehmen bedauert die damit verbundenen Auswirkungen auf die betroffenen Personen und wird die Massnahmen möglichst sozial verträglich umsetzen.

Ausbau der Wachstumsmärkte

Der Konzern investiert weiterhin in Wachstumsmärkten, hält das Innovationstempo aufrecht und setzt den Ausbau von GF Piping Systems fort. Im Sommer 2009 eröffnet GF Piping Systems das Fittingswerk in Ratnagiri, um den grossen Bedarf der Wasser- und Gasversorgung in Indien lokal zu decken. In China nehmen dieses Jahr zwei weitere Werke von GF Piping Systems den Betrieb auf. GF Automotive hat in China eine neue Eisengiesserei eröffnet und die Leichtmetallkapazitäten im Werk Suzhou ausgebaut. Die Unternehmensgruppe festigt so ihre gute Position im chinesischen Markt.

Finanzielle Auswirkungen

Die ausserordentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strukturprogramm werden die Jahresrechnung 2009 mit rund CHF 100 Mio. belasten. Georg Fischer will durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögenswerten und durch die Verringerung des Umlaufvermögens zusätzlich Mittel von rund CHF 100 Mio. generieren. Darüber hinaus werden die Investitionen gegenüber Vorjahr um rund ein Drittel gekürzt. Mit der hohen Eigenkapitalquote von 43% per Ende 2008 weist das Unternehmen eine gute finanzielle Basis auf.

Ausblick

Georg Fischer geht davon aus, dass die Talsohle erreicht, ein tragfähiger Aufschwung aber erst ab 2011 zu erwarten ist. Das Unternehmen rechnet trotz einer langsamen Erholung des Marktes mit einem Umsatzrückgang im Jahr 2009 von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Georg Fischer ist überzeugt, dass mit dem eingeleiteten Strukturprogramm im Jahr 2010 ein positives operatives Ergebnis erreicht werden kann. Ziel ist es, spätestens 2012 bei einer Belebung der Konjunktur und nachhaltig tieferen Kosten eine EBIT Marge von 8% zu erarbeiten und die Nettoverschuldung auf unter CHF 400 Mio. zu senken. Am 17. Juli 2009 wird im Zusammenhang mit der Präsentation der Halbjahresergebnisse 2009 auch über den Fortschritt des Strukturprogramms berichtet.

"Wir haben rasch und gezielt auf die Wirtschaftskrise reagiert und die Kosten bereits substanziell gesenkt. Es ist unsere Aufgabe, in diesen schwierigen Zeiten einschneidende Massnahmen zu treffen, die uns sicher nicht leicht fallen. Das Strukturprogramm schafft die Voraussetzungen, dass GF gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird und von seiner guten Marktposition profitieren kann." so Yves Serra, CEO des Georg Fischer Konzerns.
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