Donnerstag, 25. Mai 2017


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Prof. Dr. Jutta Limbach über die Rolle des Wissenschaftlers in der Öffentlichkeit

Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts a. D. hält Göttinger Universitätsrede am 3. Dezember

(lifePR) (Göttingen, ) (pug) Sollten sich Wissenschaftler in gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen einmischen? Und was hat es für Folgen, wenn sich ihre Empfehlungen und Ratschläge später als falsch herausstellen? Mit dem Einfluss von Wissenschaftlern auf die öffentliche Meinung beschäftigt sich die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Jutta Limbach in der "Göttinger Universitätsrede - Wissenschaft und Verantwortung" am Donnerstag, 3. Dezember 2009. Das historische Vorbild der Göttinger Sieben und aktuelle Beispiele wie der offene Brief von 35 Staatsrechtslehrern zum Fall Nikolaus Brender oder der Appell von Klimaforschern an den Kopenhagener Klimagipfel zeigen, wie Wissenschaftler öffentliche Diskussionen beeinflussen. "Die einander widersprechenden Auskünfte über die Risiken der Schweinegrippe und der Impfaktion werfen jedoch die Frage auf, ob es eine ,Zensur' wissenschaftlicher Aussagen im Sinne einer Richtigkeitskontrolle geben könnte. Oder muss die Öffentlichkeit darauf vertrauen, dass die wissenschaftliche Selbstkritik funktioniert?", so Prof. Limbach. Ihren Vortrag mit dem Titel "Der Wissenschaftler als Bürger und Beamter" hält sie im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität am Platz der Göttinger Sieben 5, Hörsaal 011. Beginn der öffentlichen Veranstaltung ist um 17.15 Uhr.

Jutta Limbach lehrte und forschte von 1972 bis 1999 als Professorin für Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Von 1989 bis 1994 war sie Justizsenatorin des Landes Berlin. Im März 1994 wurde sie als Richterin und Vizepräsidentin ans Bundesverfassungsgericht berufen, von September 1994 bis zum Jahr 2002 war sie Präsidentin des Gerichts. Nach dem Ende ihrer beruflichen Laufbahn war sie von 2002 bis 2008 Präsidentin des Goethe-Instituts. Gleichzeitig engagierte sie sich in verschiedenen Kommissionen des Europäischen Gerichtshofes, der Europäischen Union und der Bundesregierung. Von 2003 bis 2009 war Jutta Limbach außerdem Mitglied des Stiftungsrates der Universität Göttingen.

Die Göttinger Universitätsrede will Studierende, Lehrende, Mitarbeiter und Alumni über Fakultätsgrenzen hinweg zu einem kritischen Dialog zusammenführen und wendet sich auch an die interessierte Öffentlichkeit. Sie wird von der Göttinger Sartorius AG unterstützt. Die Dekanin der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen, Prof. Dr. Christine Langenfeld, stellt die Rednerin vor. Universitätspräsident Prof. Dr. Kurt von Figura wird im Rahmen der Universitätsrede eine Ehrenmitgliedschaft der Georgia Augusta vergeben; darüber hinaus werden die Preise des Stiftungsrates der Universität verliehen.

Der Titel der Veranstaltungsreihe "Wissenschaft und Verantwortung" verweist auf den unauflösbaren Zusammenhang von Wissen und Gewissen, der in der Geschichte der Universität Göttingen in besonderer Weise verankert ist. Die Göttinger Sieben sind international zum Symbol geworden für das Aufbegehren des Gewissens gegen politische Macht. Sieben Professoren der Georgia Augusta wandten sich im Jahr 1837 mit einem Protestschreiben gegen die Aufhebung des hannoverschen Staatsgrundgesetzes und warfen dem damaligen König von Hannover Ernst August den Bruch geltenden Rechts vor. Die "Göttinger Erklärung" knüpfte 1957 an dieses Beispiel für die Übernahme gesellschaftspolitischer Verantwortung an. Otto Hahn, Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg sprachen sich darin mit 15 anderen renommierten Wissenschaftlern von Göttingen aus entschieden gegen jede deutsche Beteiligung an Bau und Nutzung von Atomwaffen aus.

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