Dienstag, 28. Februar 2017


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Deutsch-chinesische Konferenz an der Universität Göttingen: "Kulturen im Kontakt"

Kulturwissenschaftler treffen sich vom 17. bis 20. April 2010 zum Meinungsaustausch

(lifePR) (Göttingen, ) Die Konferenz "Kulturen im Kontakt: Herstellung, Struktur und Wirkung europäisch-chinesischer Interaktionsräume" an der Universität Göttingen widmet sich der kulturübergreifenden Interaktion und dem Kulturtransfer zwischen Europa und China im 20. und 21. Jahrhundert. Die Abteilung Interkulturelle Germanistik des Seminars für Deutsche Philologie lädt vom 17. bis 20. April 2010 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen ein, um über die kulturellen Kontakte zwischen Europa und China zu diskutieren und die wechselseitigen Beziehungen aus neuer Forschungsperspektive zu betrachten. Unter den Tagungsteilnehmern sind auch zahlreiche Wissenschaftler der chinesischen Partneruniversität der Georgia Augusta in Nanjing. Die Konferenz dient der Vorbereitung eines geplanten deutsch-chinesischen Graduiertenkollegs, das unter der Federführung von Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Inhaberin des Lehrstuhls für Interkulturelle Germanistik in Göttingen, an den Universitäten Göttingen und Nanjing entstehen soll. Sie ist damit wichtiger Bestandteil der Internationalisierungsstrategie der Georgia Augusta.

Im Mittelpunkt der Konferenz steht der Begriff des "kulturellen Interaktionsraums". Mit diesem Ausdruck wollen sich die Wissenschaftler der Frage der Interkulturalität und des Kulturaustauschs auf neue Weise nähern. "Interaktionsräume entstehen, wenn Menschen durch ihre Handlungen sowie den Austausch und die Neuordnung von Meinungen, Gedanken oder Dingen einen gemeinsamen Raum bilden", erklärt Dr. Thomas Kempa, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Interkulturelle Germanistik. Zudem diskutieren die Experten unter dem Oberbegriff "Kulturkontakte", wie westliche kulturwissenschaftliche Konzepte und Methoden in China übernommen und weiterentwickelt wurden. "Es gibt keine Einbahnstraße von West nach Ost", betont Dr. Kempa. "Begriffe, Konzepte und Methoden werden zum Beispiel in China übernommen und verändert. Sie erhalten andere Bezüge und Interpretationen und finden ihren Weg zurück nach Europa. Diesen Fragen des Kulturtransfers wollen wir uns aus einem neuen Blickwinkel nähern."

An der interdisziplinären Konferenz nehmen Philosophen, Historiker, Juristen, Religions-, Sprach- und Literaturwissenschaftler teil, außerdem Anglisten, Amerikanisten und Sinologen. Sie arbeiten in Workshops das innovative Konzept des geplanten Graduiertenkollegs "Kulturen im Kontakt" aus, das sowohl in der Forschung als auch in der Betreuung der Doktoranden neue Wege einschlagen will. Den Eröffnungsvortrag der Konferenz hält der Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen, Prof. Dr. Peter van der Veer. Weitere Sprecher sind der New Yorker Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Zhang Xudong, die Grazer Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Helga Mitterbauer und der Kasseler Soziologe Prof. Dr. Markus Schroer. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Tagung im Rahmen des deutsch-chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung mit 60.000 Euro.

Die Universitäten Göttingen und Nanjing verbindet eine mehr als 25-jährige Zusammenarbeit. Vor über 20 Jahren gründeten die beiden Hochschulen das Deutsch-Chinesische Institut für Rechtswissenschaft in Nanjing, um den Dialog zwischen den Rechtskulturen zu fördern. Das Deutsch-Chinesische Institut für Interkulturelle Germanistik und Kulturvergleich besteht seit fünf Jahren, 2008 eröffnete die Universität Göttingen außerdem eine Auslandsrepräsentanz auf dem Campus in Nanjing.

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