Donnerstag, 26. April 2018


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GdW zur neuen Bertelsmann-Studie: Bezahlbares Wohnen durch stärkeres Engagement von Bund, Ländern und Kommunen sichern

Berlin, (lifePR) - "Um das Armutsrisiko insbesondere von Familien in Großstädten infolge steigender Wohnkosten zu vermeiden, müssen sich sowohl Bund, Länder als auch Kommunen deutlich stärker für den Bereich des Wohnens einsetzen", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, zu dem heute im Auftrag der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten empirica-Gutachten "Wohnungsangebot für arme Familien in Großstädten". Die Studie zeigt, dass gerade einkommensschwache Familien aufgrund des schrumpfenden Wohnungsmarktes im unteren Preissegment in Ballungsregionen kaum noch bezahlbare Wohnungen finden - und dadurch ihr verfügbares Einkommen nach Abzug der Wohnkosten häufig unter dem Niveau der Grundsicherung liegt.

"Die neue Studie zeigt, dass wir in Deutschland dringend einen Zuwachs an bezahlbaren Wohnungen brauchen - hier muss die Politik handeln", so Gedaschko. Dazu sei ein Bündel von Maßnahmen notwendig:

Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung der regionalen Wohnungsmärkte müssen insbesondere die Kommunen dafür sorgen, dass ausreichend Bauland für neue Wohnungen zur Verfügung steht. "Die Städte dürfen kommunale Grundstücke keinesfalls im Höchstpreisverfahren vergeben, sondern müssen die Qualität der Wohnkonzepte bei der Vergabe berücksichtigen", so der GdW-Chef.

Die Länder sind nach der kürzlich erfolgten Einigung zur Fortführung der sozialen Wohnraumförderung bis Ende 2019 auf bisherigem Niveau von 518 Mio. Euro jährlich in der Pflicht, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel auch mindestens in dieser Höhe für die soziale Wohnraumförderung einzusetzen.

Der Bund muss dringend die Voraussetzungen für den Wohnungsneubau verbessern. Daher darf es keine weiteren staatlichen Regulierungen in den Bereichen Mieten, Energie und Steuern geben. "Die Diskussionen über höhere Steuern, wie beispielsweise die Wiedereinführung einer Vermögensteuer, und Mietpreisbegrenzungen führen zu großer Unsicherheit in der Wohnungswirtschaft. So wird Neubau ausgebremst", warnte Gedaschko. Zusätzlich wirke die angedachte Verschärfung der Energieeinsparverordnung im Neubau kontraproduktiv. Eine Verdopplung der linearen Abschreibung für Abnutzung (AfA) von 2 auf 4 Prozent könne dagegen weitere Impulse für den Wohnungsbau auf bezahlbarem Niveau geben.

Darüber hinaus müsse der Bund insbesondere für eine Fortsetzung der Städtebauförderung auf hohem Niveau sorgen. "Angesichts der drastisch zunehmenden Herausforderungen - demografischer Wandel, die Notwendigkeit energetischer Sanierungen im Gebäudebestand und der strukturelle Wandel der Wohnungsmärkte, der sich regional unterschiedlich vollzieht - reichen auch die jetzt im Zuge des Bundeshaushaltes 2014 erneut vorgesehenen 455 Mio. Euro für die Städtebauförderung nicht aus", mahnte der GdW-Chef. "Notwendig wären kurzfristig 100 Mio. Euro mehr, mittelfristig aber mindestens 655 Mio. Euro." Andernfalls werde sich die bundesweit zu beobachtende Problematik der Wohnungsmärkte deutlich verschärfen, da ein freifinanzierter Umbau zwar betriebswirtschaftlich möglich, für viele Menschen in Deutschland aber nicht mehr sozial verträglich sein wird. Notwendig ist aus Sicht des GdW auch, das Programm Soziale Stadt, welches in den letzten Jahren drastisch zusammengekürzt wurde, wieder mit mehr Mitteln auszustatten.

"Die größten Preiserhöhungen für die Mieter entstehen aktuell durch steigende Energiepreise, steigende Stromkosten und Steuern. All dies sind Kosten, auf die der Vermieter nur begrenzten Einfluss hat", erläuterte GdW-Präsident Gedaschko die aktuelle Entwicklung. Während die Nettokaltmieten bundesweit seit dem Jahr 2000 nur um 16 Prozent gestiegen sind, hat sich die Inflationsrate dagegen um 22 Prozent erhöht. Die Preise für die kalten Betriebskosten - dazu gehören Wasserversorgung, Müllabfuhr und andere Dienstleistungen - sind im gleichen Zeitraum um 19 Prozent nach oben geklettert. Größter Preistreiber bei den Wohnkosten sind aber weiterhin eindeutig die Energiepreise. Die Verbraucherpreise für Gas, Heizöl und andere Haushaltsenergie sind seit dem Jahr 2000 um über 117 Prozent gestiegen. "Der Staat muss hier handeln, sonst überhitzt besonders in einigen Ballungsräumen der Wohnungsmarkt", so Gedaschko.

GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie be-wirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

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