lifePR
Pressemitteilung BoxID: 290484 (GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.)
  • GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
  • Klingelhöferstraße 5
  • 10785 Berlin
  • http://www.gdw.de
  • Ansprechpartner
  • Katharina Burkardt
  • +49 (30) 82403-151

GdW fordert Änderung des Gewerbesteuergesetzes: Mieteinkünfte dürfen durch den Betrieb einer Solaranlage nicht gewerblich werden

(lifePR) (Berlin, ) Wenn ein Wohnungsunternehmen auf dem Dach eines Wohngebäudes eine Photovoltaikanlage betreibt, drohen die gesamten Mieteinkünfte unter die Gewerbesteuerpflicht zu fallen. Das bestätigt auch ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg. "Wohnungs- und Immobilienunternehmen können in vielen Fällen die Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den Betrieb erneuerbarer Energieanlagen wegen dieses gravierenden steuerlichen Nachteils nicht nutzen und müssen daher auf die Nutzung erneuerbarer Energien im Sinne des EEG verzichten", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Dies behindere auch die Energiewende. "Das Gewerbesteuergesetz sollte so geändert werden, dass auch Wohnungs- und Immobilienunternehmen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien errichten können, ohne dabei ihren Anspruch auf die erweiterte Kürzung bei der Gewerbesteuer zu verlieren", so der GdW-Präsident.

Hintergrund:

Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, die ausschließlich eigenen Grundbesitz verwalten und nutzen, sind durch die "erweiterte Gewerbesteuerkürzung für Grundstücksunternehmen" gewerbesteuerlich besser gestellt als Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, die daneben einer originär gewerblichen Tätigkeit nachgehen. Durch diese Regelung sollen Wohnungsunternehmen in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft anderen Steuerpflichtigen gleichgestellt werden, die mit der Grundstücksverwaltung nicht der Gewerbesteuer unterliegen. Voraussetzung für die erweiterte Gewerbesteuerkürzung ist, dass das Unternehmen über sein Kerngeschäft- die Nutzung und Verwaltung eigenen Grundbesitzes - hinaus lediglich die folgenden Tätigkeiten ausübt: Verwaltung und Nutzung eigenen Kapitalvermögens, Betreuung von Wohnungsbauten und Errichtung und Veräußerung von Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern oder Eigentumswohnungen. Übt das Unternehmen nur eine andere Tätigkeit aus, ist das "schädlich". Der Umfang der schädlichen Tätigkeit ist dabei völlig unbeachtlich. Das Wohnungsunternehmen verliert die Möglichkeit zur Inanspruchnahme der erweiterten Kürzung insgesamt, d. h., auch die Mieteinkünfte werden gewerbesteuerpflichtig. Das Finanzgericht hat nun bestätigt, dass das Betreiben einer Photovoltaikanlage und die Einspeisung des so produzierten Stroms in das allgemeine Stromnetz gegen eine Vergütung eine gewerbliche - und damit für die erweiterte Kürzung schädliche - Tätigkeit darstellt.