GdW: Altersgerechte Wohnungen sind immer noch Mangelware

Arbeitsgruppe "Altersgerechter Umbau im Quartier" des Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen gestartet

(lifePR) ( Berlin, )
"Wir brauchen dringend mehr Engagement für den altersgerechten Umbau von Wohnungen", erklärte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW anlässlich der Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe "Altersgerechter Umbau im Quartier" des Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen des Bundesbauministeriums. Bereits bis zum Jahr 2020 würden nach Studien etwa drei Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt - das sei mehr als das Vierfache des heutigen Bestandes. Daher sei es dringend geboten, das Engagement der Bundesregierung bei der Finanzierung des altersgerechten Umbaus auszuweiten und zu verstetigen. "Es werden unbedingt weitere Programmmittel benötigt", so Esser.

Die Wohnungswirtschaft ist Vorreiter, wenn es darum geht, älteren Menschen oder Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. In 2013 wiesen rund 350.000 von rund sechs Millionen GdW-Wohnungen einen barrierearmen oder barrierefreien Standard auf. Das sind 6 Prozent aller GdW-Wohnungen. Bundesweit sind dagegen nur etwa 1,75 Prozent - rund 700.000 Wohnungen - altersgerecht ausgestattet. Zudem bieten GdW-Unternehmen häufig spezielle Dienstleistungen und Pflegeangebote für ältere Menschen an, die zunehmend durch neue technische Assistenzsysteme ergänzt werden.

Angesichts der dynamischen Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen und einer Verdreifachung der Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2050 auf gut zehn Millionen Menschen herrscht dennoch großer Handlungsbedarf. "Wir brauchen deutlich mehr barrierearme Wohnungen", erklärte Esser. Diese Herausforderungen müssen überwiegend über Bestandsanpassungen realisiert werden. Erforderlich seien neben Schwellenreduzierungen und Badumbauten zunehmend technische Systeme als praktische Alltagsunterstützung. Studien zufolge betrage allein der Mehraufwand, um einen altersgerechten Wohnstandard für mobilitätseingeschränkte ältere Menschen zu erreichen, durchschnittlich 7.200 Euro pro Wohnung.

"Es muss einen Masterplan Wohnen für ein langes Leben geben - und zwar auch für jede einzelne Kommune", forderte Esser. Zentraler Bestandteil eines solches Masterplans müsse die finanzielle Unterstützung kommunaler Demografiekonzepte sein. Denn auch die kommunale Infrastruktur - also Straßen, Verkehr, öffentliche Gebäude und Dienstleistungen - müsse ergänzend zum Programm "Barrierearme Stadt" angepasst werden. Der Quartiersbezug spiele dabei eine zentrale Rolle.

Esser gab darüber hinaus zu bedenken, dass jegliche Einschränkung der Mieterhöhung nach Modernisierung auch im Bereich des altengerechten Umbaus dazu führen würde, dass Modernisierungsanreize verloren gehen. Vielmehr sollte aus Sicht des GdW geprüft werden, inwiefern auch der altersgerechte Umbau grundsätzlich eine Modernisierungsmaßnahme nach § 559 BGB darstellen könnte.
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