Donnerstag, 25. Mai 2017


  • Pressemitteilung BoxID 159636

Wegen sauberer Luft Gemüse anders düngen

(lifePR) (Wädenswil, ) Dank Luftreinhalte-Verordnung hat der Ausstoss von Schwefel in die Atmos-phäre seit den 1980er Jahren um mehr als 80% abgenommen. Parallel dazu ist auch die Schwefel-Menge zurückgegangen, die via Niederschläge in landwirt-schaftlich genutzte Flächen gelangt. Experten der Forschungsanstalt Agrosco-pe Changins-Wädenswil ACW fanden heraus, dass viele Gemüsekulturen an Schwefel-Mangel leiden, wenn ihnen dieser essentielle Pflanzennährstoff nicht gezielt bei der Düngung verabreicht wird.

Schwefel spielt in der menschlichen Ernährung eine wichtige Rolle, denn er ist ein zentraler Bestandteil von vier le-benswichtigen Aminosäuren. Zu den schwefelhaltigen Pflanzeninhaltsstoffen, die wir über die Nahrung zu uns neh-men, gehören auch die Glucosinolate, die als gesundheitsfördernd gelten. Sie sind vor allem bei Gemüsearten aus der Familie der Kreuzblütler in grösseren Mengen zu finden - etwa bei Kohlarten, Radies, Rettich und Rucola. Ebenfalls zu erwähnen ist die Familie der Lilien-gewächse - etwa Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch und Spargel. Bei all diesen Gemüsearten beruht auch die Geschmacksschärfe auf diesen schwe-felhaltigen Verbindungen.

Schwefel-Mangel - Symptome und Auswirkungen

Aus gesundheitsfördernden und geschmacklichen Gründen ist es daher zentral, dass man Gemüsekulturen genügend mit Schwefel versorgt. Diverse Studien zeigen näm-lich, dass Schwefel-Mangel bei Kulturpflanzen mit einem deutlichen Rückgang von schwefelhaltigen Pflanzeninhaltsstoffen verbunden ist. Typische Symptome von Schwefel-Mangel bei Gemüse sind blassgrüne bis hellgelbe Blätter, bei denen im Extremfall auch die Blattadern vergilben (siehe Bilder). Schwefel-Mangel tritt bei den oben genannten Gemüsearten aus den Familien der Kreuzblütler und Liliengewäch-se besonders häufig auf.

Im Frühjahr besonders kritisch

Weil deutlich weniger Schwefel aus der Luft in Gemüsekulturen gelangt, hat der Bo-den als Schwefelquelle stark an Bedeutung gewonnen - genauer gesagt die organi-sche Substanz des Bodens, der Humus. Beim natürlichen Humusabbau, der Minera-lisierung, wird neben anderen Pflanzennährstoffen auch pflanzenverfügbarer Schwe-fel in Form von Sulfat frei. Böden mit einem erhöhten Humusgehalt können somit von sich aus einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Gemüsekulturen mit Schwe-fel leisten.

Bei tiefen Bodentemperaturen, wie sie im Frühjahr vorherrschen, ist die Mineralisie-rungsrate aber noch stark reduziert - und deshalb wird weniger Schwefel freigesetzt. Frühkulturen sind daher häufiger von Schwefel-Mangel betroffen als Kulturen, die im Sommer oder Herbst wachsen. Qualitäts- und Ertragseinbussen traten in den Feld-versuchen von ACW tatsächlich vor allem bei früh angebauten Kohlarten sowie Spi-nat auf.

Schwefel-Düngung ist ein Muss

Da Schwefel aus der Luft Mangelware ist, muss eine gezielte Düngung mit Schwefel erfolgen. Hofdünger sowie Komposte tragen wesentlich zur Erhaltung und Förderung des Bodengehalts an organisch gebundenem Schwefel bei - das hält mehrere Jahre. In vielen Fällen ist aber ein zusätzlicher Einsatz von Schwefel in mineralischer Form unerlässlich. Mehrjährige Versuche von ACW zeigen, dass die Gemüsebauern bei der Düngung mit Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium vermehrt auf sulfat-haltige Düngemittel zurückgreifen müssen, um bei schwefelbedürftigen Kulturen ei-nem Mangel vorzubeugen.

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