Sonntag, 22. April 2018


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Projekte der RWTH Aachen University in die Leistungsschau der KlimaExpo.NRW aufgenommen

Klimafreundliche Forschung am Institut für Textiltechnik (ITA)

Gelsenkirchen, (lifePR) - ECOTRM, FlaxWrap und BleNaBis: Hinter den Abkürzungen versteckt sich Spitzenforschung des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University. Alle drei Projekte arbeiten an klimafreundlichen Alternativen zu Alltags-Werkstoffen. Damit überzeugten die Wissenschaftler auch die KlimaExpo.NRW, die die Projekte nun in ihre landesweite Leistungsschau für den Klimaschutz aufnahm.

Die drei Projekte forschen in unterschiedlichen Bereichen. Was sie alle eint, ist der Klimaschutzgedanke: Während im Projekt ECOTRM eine klimafreundliche Alternative zu Stahlbeton entwickelt wird, beschäftigen sich die Forscher im Projekt FlaxWrap mit der Herstellung von 100 Prozent biobasierten naturfaserverstärkten Kunststoffen (NFK). Im Projekt BleNaBis arbeiten die Partner an der Entwicklung einer klimaneutralen Teppichfaser. „Alle drei Projekte zeigen, dass energieintensive Werkstoffe auch effizient und CO2-arm hergestellt werden können. Spitzenforschung muss bekannt und sichtbar gemacht werden – und genau das tun wir, indem wir die Projekte in unsere Leistungsschau aufnehmen“, sagte Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW im Rahmen der Urkundenübergabe an Dr.-Ing. Till Quadflieg, Projektleiter von ECOTRM, und Dipl.-Ing. Marko Wischnowski, Projektleiter von BleNaBis und FlaxWrap. „Um dauerhaft Nachhaltigkeit zu etablieren, bedarf es alternativer Werkstoffe, die gleichzeitig preiswerter, leistungsfähiger und ökologischer sind“, ergänzen Dr. Till Quadflieg und Marko Wischnowski vom ITA.

Klimafreundlich Bauen mit ECOTRM

Die Herstellung von Zement, eines der Hauptbestandteile von Stahlbeton, verursacht weltweit mehr CO2-Emissionen als der gesamte Luftverkehr. Der im Projekt ECOTRM entwickelte Ökobeton verzichtet auf den Einsatz von Zement. Stattdessen setzen die Forscherinnen und Forscher auf ein klimafreundliches, alkalisch aktiviertes Bindemittel, aus Gips, Flugasche und Schlacke. Anstelle von Stahl nutzen sie Basaltfasern. Basalt, ein Vulkangestein und aufgrund der natürlichen Eruption ein quasi nachwachsender Rohstoff, übertrifft die Materialeigenschaften von Stahl in Bezug auf Festigkeit um ein Vielfaches, wiegt aber weniger als die Hälfte. Im direkten Vergleich spart der Ökobeton 80 Prozent CO2 ein.

Verbesserter Produktionsprozess für Naturfaserverbundwerkstoffe

Das Projekt FlaxWrap beschäftigt sich mit naturfaserverstärkten Kunststoffen, die sich aufgrund ihrer guten mechanischen Eigenschaften ideal für den Einsatz im Automobilbau eignen und deren Herstellung zudem sehr viel weniger Energie benötigt als die kohlenstofffaserverstärkter oder glasfaserverstärkter Kunststoffe. Bisher mangelt es jedoch an effizienten, produktorientierten Herstellungsprozessen. Hier setzt das Projekt an: Zum einen nutzen die Wissenschaftler einen zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen basierenden Werkstoff, bestehend aus einer Polyamidfaser aus Rizinusöl für die Matrix und Flachsfaser als Naturfaserbestandteil. Zum anderen wird im Rahmen des Projekts ein komplett neuer Produktionsprozess entwickelt, durch den die Faserfestigkeit optimal ausgenutzt werden kann. Das CO2-Einsparungspotenzial liegt deutschlandweit bei bis zu 20.000 Tonnen pro Jahr.

Flauschige, klimaneutrale Teppichfasern

Ob aus Wolle oder Kunststoff, die Herstellung von Teppichböden ist energieintensiv. Für eine klimafreundliche Alternative setzen die Forscherinnen und Forscher des Projekts BleNaBis auf nachwachsende Rohstoffe. Ihre Teppichfaser setzt sich aus Ölleinfasern und einer nachhaltigen Öko-Polyamidfaser zusammen, die zu 70 Prozent aus Rizinusöl besteht. Die Fasermischung verbessert die Klimabilanz eines Teppichbodens bei gleichen Nutzungseigenschaften um mehr als die Hälfte.

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