TargetAD: Evotec und Johnson & Johnson Innovation identifizieren und erforschen gemeinsam neue Alzheimer-Therapien

Zusammenarbeit zur Erforschung dysregulierter Gene in Alzheimer-Patienten, um neue Zielstrukturen für die Wirkstoffforschung und -entwicklung zu identifizieren

(lifePR) ( Hamburg, )
Evotec AG (Frankfurter Wertpapierbörse: EVT, TecDAX, ISIN: DE0005664809) gab heute eine Zusammenarbeit mit dem Johnson & Johnson Innovation Center, California zur Identifizierung neuer Behandlungsmöglichkeiten für die Alzheimer'sche Erkrankung bekannt. Im Rahmen der Vereinbarung werden Janssen Pharmaceuticals, Inc. ("Janssen"), eine Gesellschaft der Johnson & Johnson-Unternehmensgruppe, und Evotec gemeinsam daran arbeiten, neue Behandlungsmöglichkeiten für die Alzheimer'sche Erkrankung zu identifizieren und zu entwickeln.

Ziel der Allianz TargetAD (Alzheimer's Disease) ist die Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung der Alzheimer'schen Erkrankung. Janssen wird innerhalb der nächsten drei Jahre Forschungszahlungen und fortschrittsabhängige Meilensteinzahlungen für die Forschungsarbeit im Bereich Target-Entwicklung leisten.

Janssen erhält die Möglichkeit, ausgewählte Zielstrukturen und therapeutische Kandidaten aus der TargetAD-Datenbank zu lizenzieren und sie in die präklinische und klinische Entwicklung voranzubringen. Janssen wird Forschungszahlungen von bis zu 10 Mio. $ für die Forschungsarbeit und präklinische, klinische, regulatorische und kommerzielle Zahlungen, die pro Projekt insgesamt zwischen etwa 125 Mio. $ und 145 Mio. $ liegen können und abhängig vom Erreichen vereinbarter Meilensteine sind, leisten. Zudem wird Janssen Evotec Umsatzbeteiligungen auf zukünftige Produktverkäufe zahlen, die aus dieser Kooperation hervorgehen.

Evotecs proprietäre TargetAD-Datenbank ist eine einzigartige Quelle für potenzielle, neuartige Wirkstoffzielstrukturen für die Behandlung der Alzheimer'schen Erkrankung. Diese Zielstrukturen sind als Ergebnis einer Analyse fehlregulierter Gene in hochwertigen und gut charakterisierten Gewebeproben des menschlichen Gehirns hervorgegangen, unter denen sich sowohl sämtliche Stadien des Krankheitsfortschritts als auch Kontrollen von nicht dementen Menschen befinden. Die Identifizierung neuer Zielstrukturen für die Wirkstoffentwicklung, die auf der Krankheitspathologie basieren, könnten über das Potenzial verfügen, die Erkrankung bereits in den frühesten Stadien zu beeinflussen, was wiederum zu einem erhöhten therapeutischen Mehrwert für die Patienten führen würde.

Dr. Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer von Evotec, kommentierte: "Die TargetAD-Allianz zwischen Evotec und Janssen bietet einen systematischen und umfassenden Ansatz zur Erforschung neuartiger Wirkstoffzielstrukturen im Bereich Alzheimer und verbindet ideal Evotecs Expertise in der Neurowissenschaft mit Janssens Fähigkeiten in der präklinischen und klinischen Wirkstoffentwicklung zur Identifizierung neuer Behandlungsmöglichkeiten für die Alzheimer'sche Erkrankung."

über EVotecs TarGetAD-Datenbank

Evotecs TargetAD-Datenbank ist ein maßgeschneidertes System, das einzigartige Informationen zur Verbindung zwischen molekularen und zellulären Veränderungen im menschlichen Hirngewebe und dem Fortschreiten der Alzheimer'schen Erkrankung liefert. Diese Datenbank wurde innerhalb eines mehrjährigen Forschungsprogramms unter Anwendung von histologischen, zellulären und in vivo-Target-Validierungsprozessen erstellt und bietet eine stabile Grundlage für die gemeinsame systematische Target-Validierung sowie Wirkstoffentwicklungsprogramme.

Über die Alzheimer'sche Erkrankung

Die Alzheimer'sche Erkrankung ist eine irreversible fortschreitende Erkrankung des Gehirns, in deren Verlauf Gehirnzellen und Nerven langsam zerstört werden und so die Transmitter, die Informationen ins Gehirn transportieren, unterbrochen werden. Dabei werden insbesondere Gehirnzellen zerstört, die für das Gedächtnis zuständig sind. Der Name der Erkrankung ist auf den deutschen Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer zurückzuführen, der den ersten Fall präseniler Demenz dokumentiert hatte. Die Ursache sowie das Fortschreiten der Krankheit sind immer noch nicht genau identifiziert. Forschungsbemühungen belegen, dass Plaques und Tangles im Gehirn der Alzheimer-Patienten auftreten. Beim Fortschreiten der Erkrankung schrumpft das Gehirn infolge der entstehenden Lücken im Temporallappen und Hippocampus, die für das Speichern und Abrufen neuer Informationen zuständig sind. Darüber hinaus wirkt sich die Erkrankung auch auf die Produktion bestimmter chemischer Stoffe im Gehirn aus, wie beispielsweise Acetylcholin. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es keine übergeordnete Ursache für die Alzheimer'sche Erkrankung gibt sondern die Erkrankung, wie andere chronische Konditionen auch, auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen ist. Die Alzheimer'sche Erkrankung sowie die Mehrheit der anderen Demenzerkrankungen sind bisher unheilbar. Die derzeitigen Therapiemöglichkeiten zielen nur auf die Symptome der Erkrankung ab. Dem World Alzheimer Report 2012 (Alzheimer's Disease International) zufolge waren im Jahr 2010 36 Millionen weltweit mit der Alzheimer'schen Erkrankung diagnostiziert. Jedes Jahr werden ca. 7,7 Millionen Menschen neu mit der Erkrankung diagnostiziert. Im Jahr 2010 wurden 604 Mrd. $ für die Behandlung von Demenz ausgegeben. Summiert entsprechen diese Kosten ungefähr 1% des weltweiten BIP (als Durchschnittswert der weltweiten BIP).
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