Dienstag, 26. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 312549

Abwasseranlagen müssen dicht sein

DWA-Positionspapier zur Grundstücksentwässerung

München/Hennef, (lifePR) - Öffentliche Abwasserkanäle und private Abwasserleitungen müssen dicht sein. Es gilt, Boden und Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen sowie umgekehrt Grundwassereinträge in Abwasserleitungen zu vermeiden. Hierzu müssen angemessene und überzeugende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Fachgerechte Sanierungen von Abwasserleitungen - private wie öffentliche - helfen, den Wert von Immobilien und öffentlichen Infrastrukturen zu erhalten. Der finanzielle Aufwand muss allerdings angemessen begrenzt werden. Diese Kernsätze und Thesen enthalten die "Positionen zur Grundstücksentwässerung", die die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) am 8. Mai 2012 im Rahmen der IFAT ENTSORGA veröffentlicht hat. Die vom 7. bis 11. Mai 2012 in München stattfindende IFAT ENTSORGA ist die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Die DWA ist seit Beginn dieses Großereignisses vor über 40 Jahren dessen ideeller Träger.

Grundstücksentwässerungsanlagen im Fokus der Öffentlichkeit

Über private Abwasserleitungen, also solche, die auf privaten Grundstücken liegen und dort vor allem häusliches Abwasser und Regenwasser abführen, und ihre Dichtheit und Sanierung werden seit geraumer Zeit teilweise heftige öffentliche Debatten geführt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat das Thema Eingang in den dort seinem Ende zugehenden Landtagswahlkampf gefunden.

Unstrittig ist, dass ein hoher Anteil der privaten Abwasserleitungen schadhaft ist. Fachleute gehen von Schäden in rund 75 Prozent der untersuchten Fälle aus. Durch undichte Abwasserleitungen kann Abwasser in Boden und Grundwasser gelangen und zu Verunreinigungen führen. Umgekehrt kann Grundwasser in undichte Abwasserrohre eindringen ("infiltrieren") und zu einem höheren Energieverbrauch sowie geringeren Reinigungsleistungen von Kläranlagen führen.

Einheitliche und klare rechtliche Regelungen schaffen

Trotzdem sind in Deutschland die rechtlichen Regelungen zur Überprüfung und Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen sowie die Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Grundstückseigentümer und Kommune unterschiedlich. Den Bürgern fehlt die Akzeptanz für uneinheitliches Verhalten der Landesgesetzgeber. In Nordrhein-Westfalen und Hessen beispielsweise werden die Untersuchungspflichten erneut politisch diskutiert. Eine Bundesverordnung steht noch aus. Die DWA verlangt eine schnelle Klarstellung durch die Gesetzgeber, in der die grundsätzliche Überprüfungspflicht von Grundstücksentwässerungsanlagen befürwortet wird. Dabei sollten die Aktivitäten für öffentliche und private Abwasseranlagen koordiniert werden.

Werte von Immobilien und Infrastruktur erhalten

Undichte Leitungen können zu Ausschwemmungen von Bodenmaterial führen, die Gelände- oder Gebäudeabsackungen und Straßenschäden zur Folge haben können. Vorgebeugt werden kann hier durch eine rechtzeitige Erfassung und Sanierung von Schäden. So können auch Kosten aufgrund größerer Schäden vermieden werden. Dies dient letztlich dem Werterhalt von Immobilien und öffentlicher Infrastruktur. Eine regelmäßige, im Abstand von vielen Jahren erfolgende Untersuchung der Grundstücksentwässerungsanlagen bedeutet vor diesem Hintergrund einen verhältnismäßigen Aufwand: Kosten für die Überprüfung von Grundstücksentwässerungslagen liegen zwischen 400 Euro für kleine und 1800 Euro für große Systeme. Als Richtwerte für die Sanierung können für die Erneuerung ca. 300 bis 550 Euro pro Meter, für eine Sanierung mit Schlauchlinern ca. 275 Euro pro Meter angesetzt werden.

Hilfe durch Fachbetriebe mit Gütezeichen

Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Fachbetrieb für die Inspektion und Sanierung privater Abwasserleitungen bieten die RAL-Gütezeichen Güteschutz Kanalbau (RAL-Gütezeichen 961) und Grundstücksentwässerung (RAL-Gütezeichen 968). Fachbetriebe, die eines dieser Gütezeichen führen dürfen, erfüllen definierte Qualitätsanforderungen, die regelmäßig überprüft werden. Gütegesicherte Firmen findet man auf den Interseiten der Gütegemeinschaften:

www.kanalbau.com
www.ral-grundstuecksentwaesserung.de

DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) setzt sich intensiv für die Entwicklung einer sicheren und nachhaltigen Wasserwirtschaft ein. Als politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisation arbeitet sie fachlich auf den Gebieten Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall und Bodenschutz. In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste Vereinigung auf diesem Gebiet und nimmt durch ihre fachliche Kompetenz bezüglich Regelsetzung, Bildung und Information der Öffentlichkeit eine besondere Stellung ein. Die rund 14 000 Mitglieder repräsentieren die Fachleute und Führungskräfte aus Kommunen, Hochschulen, Ingenieurbüros, Behörden und Unternehmen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Schiffgestützte Behandlung von Kunststoffen zur Implementierung von Wertschöpfungsketten in wenig entwickelten Ländern

, Energie & Umwelt, Hochschule Bremen

Plastikabfälle im Meer sind ein aktuelles und weithin bekanntes Problem. Zur Lösung des Problems wird bei den aus der Presse bekannten Ansätzen...

Südafrika: Erfolge im Kampf gegen delfin-tödliche Hainetze

, Energie & Umwelt, Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.

Nach dem vierten Beifangtod eines der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine in diesem Jahr in einem Hainetz vor Richards Bay, Südafrika,...

Brandenburg(er) Garten im Grünen Markt - Eine Geburtstagsfeier in Berlin

, Energie & Umwelt, pro agro - Verband zur Förderung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg e.V.

Am 23. und 24. September feiern die Späth’schen Baumschulen ihren 297. Geburtstag mit einem Grünen Markt. Der Verband pro agro ist Partner der...

Disclaimer