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Pressemitteilung BoxID: 204375 (Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.)
  • Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.
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Klimaschutz am Krückstock - Förderung der Gebäudemodernisierung um fast 60 Prozent reduziert

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Im November dieses Jahres warb Angela Merkel deutschlandweit in allen regionalen und überregionalen Tageszeitungen und Magazinen für die Arbeit der Bundesregierung und machte gleichzeitig vier Versprechen. Eines dieser Versprechen betraf das Thema Energie und Energieversorgung. Sie soll zuverlässig, bezahlbar und umweltfreundlich sein. Strom, so war zu lesen, soll bis 2050 zu 80 Prozent aus Erneuerbaren Energien kommen. Von Heizwärme und Energieeffizienz schrieb die Bundeskanzlerin nichts.

Aus gutem Grund. Denn mit der Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2011 hat der Deutsche Bundestag in seiner Sitzung am 26. November 2010 die bereits angekündigte Mittelkürzung für die KfW-Programme bestätigt. Damit stehen für das Jahr 2011 nur noch 436 Mio. Euro für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm zur Verfügung. Zusammen mit den geplanten Mitteln von 500 Mio. Euro aus dem neuen Energie- und Klimafond schrumpft die Förderung der energetischen Gebäudemodernisierung damit im nächsten Jahr auf 936 Mio. Euro.

Bereits im Jahr 2010 wurden die Förderung von ursprünglichen 2,2 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf 1,5 Mrd. Euro reduziert. Das bedeuten unterm Strich 57 Prozent oder 1,26 Mrd. Euro weniger Förderung als noch zwei Jahre zuvor. Die Auswirkungen dieses drastischen Rückgangs sind bereits heute zu spüren. Die Förderanträge für Effizienzhäuser innerhalb des Programms Energieeffizient Sanieren der KfW-Förderbank ging in der zweiten Jahreshälfte 2010 gegenüber dem ersten Halbjahr um über 90 Prozent zurück. Gingen Anfang 2010 täglich noch bis zu 250 Förderanträge ein, so sind es laut KfW aktuell nur noch rund 20 Anträge pro Tag.

Die ersten negativen Auswirkungen dieser verfehlten Politik sind am Effizienzmarkt bereits deutlich zu spüren. Als Indikator dient hier die Auftragslage der Energieberater. Diese sind meist lange vor der tatsächlichen Durchführung energetischer Maßnahmen tätig. In einer internen Mitgliederumfrage des Deutschen Energieberater Netzwerks DEN e.V. konnte in der zweiten Jahreshälfte ein Auftragsrückgang von 40 Prozent festgestellt werden. Dieser Rückgang lässt bereits heute auf einen zu erwartenden Auftragsrückgang im Handwerk im kommenden Halbjahr schließen. Denn da wo heute keine Beratung stattfindet, wird später nicht modernisiert.

Diese zweifelhafte Politik verringert die positiven Effekte auf die Gesamtbilanz der Energieeffizienzförderung enorm. Jeder Euro Fördersumme hat im Jahr 2009 rund neun Euro Investitionen generiert. Die Einnahmen des Staates durch Mehrwert- und Lohnsteuer überstiegen dabei gleichzeitig die Ausgaben. Ein gutes Geschäft für den Staat, der dadurch die Abhängigkeit von Energie reduziert und sich gleichzeitig für die nächste Krise wappnet.

Vor diesem Hintergrund und hinsichtlich des geplanten Energiekonzepts der Bundesregierung die Sanierungsrate von derzeit einen auf zwei Prozent pro Jahr zu steigern, sind die aktuellen Entscheidungen einschließlich der Reduzierung des Etats für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm nicht nachvollziehbar. Das Deutsche Energieberater Netzwerk e.V. fordert daher eine umgehende und für die Planungssicherheit bei Eigentümern und Bauherren erforderliche, langfristige Aufstockung der Fördermittel zur Gebäudemodernisierung.