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Pressemitteilung BoxID: 162680 (Deutscher Wetterdienst)
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Erneut Vulkanasche über Deutschland

Deutscher Wetterdienst zum Flugverkehr in Deutschland

(lifePR) (Offenbach, ) Im Süden Deutschlands sorgt Asche des Vulkans Eyjafjallajökull erneut für Behinderungen des Flugverkehrs. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat aus Sicherheitsgründen am Nachmittag des 9. Mai 2010 den Flughafen München für den Flugverkehr geschlossen und ebenso Teile des Luftraums in Süddeutschland. Grundlage dieser Entscheidung waren Vorhersagen des Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London und des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD erwartet, dass im Verlauf der Nacht zum Montag auch in der Mitte Deutschlands und am 10. Mai in ganz Deutschland punktuell Vulkanasche auftreten kann. Ab Dienstag werde es dann aus heutiger Sicht keine Behinderungen durch Vulkanasche über Deutschland mehr geben. Allerdings sei weiterhin mit Behinderungen des interkontinentalen Luftverkehrs über dem Atlantik und damit auch mit Verspätungen auf deutschen Flughäfen zu rechnen.

Neues Vorhersageverfahren reduziert Luftverkehrsbehinderung

Internationale Vereinbarungen regeln, dass bei Gefahren für den Flugverkehr in Deutschland durch Vulkanausbrüche der Deutsche Wetterdienst die Vorhersagen der Aschekonzentration in der Atmosphäre durch das VAAC in London als maßgebliche Grundlage für seine Flugwettervorhersagen nutzt. Dessen Modellvorhersagen für Europa werden alle sechs Stunden aktualisiert. Um in Deutschland unnötige Sperrungen des Luftraums zu vermeiden, hat der DWD gemeinsam mit der Deutschen Flugsicherung ein Verfahren entwickelt, das die großräumigen Vorhersagen des VAAC zu räumlich und zeitlich detaillierteren Prognosen für Deutschland verdichtet. Der deutsche Luftraum ist in etwa 45 Sektoren aufgeteilt. Der DWD erstellt für jeden dieser Bereiche stündlich Flugwettervorhersagen. Die für die Sperrung von Lufträumen verantwortliche Deutsche Flugsicherung ist damit in der Lage, stundengenau für einzelne Flughäfen die Sicherheitslage zu bewerten und die entsprechenden Lufträume zu schließen oder zu öffnen. Dieses neue Verfahren hat zur Folge, dass die Behinderung des Luftverkehrs durch Luftraumsperrungen deutlich reduziert werden kann.

Flugzeug misst zurzeit Aschekonzentration

Um 16.26 Uhr am 9. Mai 2010 startete das deutsche Forschungsflugzeug Falcon um vier Stunden lang die Vulkanaschekonzentration im süddeutschen Luftraum zu messen. Erste vorläufige Ergebnisse während des Flugs zeigen, so der DWD, dass in vier Kilometer Höhe über Süddeutschland Vulkanasche auftritt.