Neue Studien zur Verkehrssicherheit

DVR-Förderpreis "Sicherheit im Straßenverkehr" für wissenschaftlichen Nachwuchs

(lifePR) ( Bonn, )
Der Förderpreis " Sicherheit im Straßenverkehr" des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wurde heute in Bonn vergeben.

Den ersten Preis für ihre Diplomarbeit im Fach Psychologie erhielt Juliane Schupa von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie hat untersucht, welche Auswirkungen ein Tagesseminar mit integriertem Fahrtraining auf das Verkehrsverhalten hat.

Die einzelnen Seminarmodule mit einem Umfang von jeweils 45 Minuten wurden von zwei Moderatoren, die speziell dafür ausgebildet wurden, durchgeführt. In dieser empirisch langzeitlich angelegten Felduntersuchung wurden die insgesamt 449 Teilnehmer nach ihrer Einstellung zum Autofahren, zur Verkehrssicherheit und zu den Bedingungen, unter denen sie das Erlernte in den betrieblichen Alltag umsetzen können, befragt. Ergebnis: Die Akzeptanz des Trainings war sehr hoch und führte zu einem breitgefächerten Erkenntnisgewinn rund um das Thema Verkehrssicherheit. Es konnte nachgewiesen werden, dass selbst bei einem Unternehmen mit einem ohnehin hoch entwickelten Sicherheitsstandard positive Veränderungen bei den berufsbedingten Verkehrsunfällen zu verzeichnen waren. "Die Arbeit ist eine Fundgrube für die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit. Sie zeigt deutlich auf, wie passgenau ein Seminarangebot für verschiedene Zielgruppen angelegt sein muss", fasste Jury-Mitglied Jochen Lau, Referatsleiter Unfallprävention - Wege und Dienstwege beim DVR, zusammen.

Über den zweiten Platz freuten sich Sarah Groppe und Jonas Schmaling von der Bergischen Universität Wuppertal. Sie beschäftigten sich mit Müdigkeitszuständen, die über motorische Verhaltensmuster wie Lenkradbewegungen erfasst werden können. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass ein ermüdeter Fahrer ein fünf- bis sechsfach höheres Unfallrisiko hat, als wenn er ausgeruht hinter dem Steuer sitzt. Groppe und Schmaling konnten nachweisen, dass eine Vorhersage von Müdigkeitszuständen durch Lenkradbewegungen, die mittels komplexer Rechenoperationen (artifizielle Intelligenz) erfasst wurden, möglich ist.

Die dritte Preisträgerin, Katharina Pöschel von der Technischen Universität Chemnitz, stellte sich der Frage: Wie schnell können Fahrer reagieren? Ziel war es zu untersuchen, wie Zweitaufgaben und komplexe Verkehrssituationen das Reaktionsverhalten von Autofahrern beeinflussen.

"Ich danke den jungen Forschern und Absolventen, die ihre Arbeiten zum Wettbewerb eingereicht haben, ich danke den Professoren, die ihre Absolventen unterstützt und ermutigt haben die Arbeiten zu erstellen und sie zum Wettbewerb einzureichen und ich danke den Juroren, die alle zwölf wissenschaftlichen Arbeiten auf Herz und Nieren geprüft haben", sagte DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner bei der Preisverleihung.

Die Jury setzte sich aus Professor Dr. Rüdiger Trimpop von der Universität Jena, Dr. Torsten Kunz, Präventionsleiter der Unfallkasse Hessen, und Jochen Lau, Referatsleiter Unfallprävention - Wege und Dienstwege beim DVR, zusammen.

Den Förderpreis "Sicherheit im Straßenverkehr" hatte die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege bereits 1993 ins Leben gerufen.

Unter dem Dach der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurde diese Aufgabe im Namen aller beteiligten Akteure an den DVR übertragen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal den Förderpreis vergeben konnte. Die mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Preise werden an junge Hochschulabsolventen vergeben, die sich mit ihren Forschungsarbeiten bewerben können. Forschung und Praxis gehen Hand in Hand, um die Sicherheit und Gesundheit im Straßenverkehr bei der Arbeit und in der Freizeit kontinuierlich zu verbessern. Aus den Forschungsansätzen und Ergebnissen der bisherigen Preisträger sind zum Teil Programme, Trainings und weitere Angebote zur Verbesserung der Verkehrssicherheitsarbeit entstanden.
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