Samstag, 23. September 2017


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Bundesrat stimmt zu: Weg frei für Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen

Deutscher Pflegerat ist für die beruflich Pflegenden bei der Umsetzung weiter mit einbezogen

Berlin, (lifePR) - Der Weg ist frei für die Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen in bestimmten Bereichen in der Krankenhauspflege. Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag einem entsprechenden Beschluss des Bundestages zugestimmt. Für den Fall, dass ein Krankenhaus die Vorgaben nicht einhält, sind Sanktionen vorgesehen. Wie sich die Personaluntergrenzen in der Pflege auswirken, soll bis Ende des Jahres 2022 wissenschaftlich überprüft werden.

Der Deutsche Pflegerat e. V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und des Hebammenwesens in Deutschland, begrüßt dieses Ergebnis. „Die Einführung von Personaluntergrenzen ist ein wichtiger Schritt, um dem allgemeinen Pflegebedarf in Krankenhäusern künftig besser gerecht werden zu können. Das ist richtig und wichtig“, betont Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR.

Langfristig ist es aus Sicht des DPR erforderlich, über die jetzt vorgesehene Lösung hinaus angemessene Mindestbesetzungen unter Berücksichtigung der Qualifikation im Bereich der Pflege für alle Krankenhausbereiche festzulegen. Bei allen Maßnahmen muss jedoch die notwendige personelle Flexibilität der Krankenhäuser gewährleistet bleiben. Dabei darf auch die Qualifikation nicht vergessen werden.

„Als Vertreter der professionell Pflegenden haben wir uns erfolgreich in der Expertenkommission „Pflegepersonal im Krankenhaus“ für die Einführung von Personaluntergrenzen eingesetzt. Wesentlichen Kritikpunkten, die seitens des DPR in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht wurden, wurde Beachtung geschenkt“, so Westerfellhaus weiter. Die beruflich Pflegenden werden bei der Definition und Umsetzung maßgeblich einbezogen. Der DPR als Vertreter des Pflege- und Hebammenwesens wird diesen Prozess weiter konstruktiv mitgestalten und somit die Sicht der Praxis als auch der wissenschaftlichen Fachebene einbringen.

„Dabei werden wir besonders darauf achten, dass die Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden, dass Anreize für einen tatsächlichen Personalaufbau gesetzt werden“, so Westerfellhaus weiter. „Personalverlagerungseffekte oder gar ein Personalstellenabbau müssen verhindert werden.“

Deutscher Pflegerat e.V. - DPR

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

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