10 Fragen an Top Trader

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
Wissensvermittlung ist eines der Kernanliegen unserer Verbandsarbeit. In diesem Rahmen hat der Deutsche Derivate Verband in Kooperation mit Guidants (www.guidants.com) die Publikationsreihe „10 Fragen an Top-Trader“ ins Leben gerufen. Guidants ist die personalisierbare Investment- und Analyseplattform der BörseGo AG und liefert einen Zugang in die Welt des Tradings. Die Investmentplattform erlaubt es den Anlegern, die Märkte in ihrer Gesamtheit zu analysieren. In dieser Ausgabe sprechen wir mit Michael Borgmann.

Michael Borgmann befasst sich bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Börse. In den vergangenen Jahren hat er sich unter anderem in den sozialen Medien einen guten Ruf als Technischer Analyst erarbeitet. Vor allem Börseneinsteiger schätzen seine Gabe, die komplexe Materie der Charttechnik mit einfachen Worten verständlich zu vermitteln. Bei seinen Analysen beschränkt sich Borgmann nicht auf einzelne wenige Aspekte der Materie; er verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem er auch gänzlich neue Wege beschreitet oder ausgetretene Pfade der Charttechnik verlässt. In der Summe sieht er die Technische Analyse gegenüber der Fundamental-Analyse klar im Vorteil – unter anderem, weil sie einen zeitlichen Vorsprung ermöglicht. Seit Juli 2015 betreut Borgmann den Premium-Service „Centre Court Börse“ (CCB) auf Guidants.

1 Wann und wie sind Sie zum Trading gekommen?

Ich bin fast Zeit meines Lebens erfolgreich selbständig gewesen, früher oder später trifft man dann zwangsläufig auf die Börse und die dortigen diversen Anlageformen, die über das übliche Raster aus Bausparvertrag, Sparbuch, Lebensversicherung und (damals noch) Bundesschatzbriefe hinausgehen. Bei mir war das circa 1998, also vor mehr als zwanzig Jahren und gegen Ende des letzten Jahrtausends, im Zuge der Euphorie rund um den „Neuen Markt“.

2 Was hat Sie am Traden gereizt?

Ich suche mir im Leben und im Sport immer gerne stärkere Gegner aus, um an ihnen zu wachsen. Ich denke, den Gesamtmarkt gegen sich zu haben, passt ganz gut in diese Kategorie.

3 Auf welche Märkte und/oder Indizes fokussieren Sie sich?

Pauschal habe ich da keine „Zwangs-Orientierung“, da nehme ich de facto fast alles, was einen Chart anzubieten hat: Indizes, Währungen, Rohstoffe, Aktien. Die letzten Jahre ging das aber eindeutig in Richtung des US-Marktes und zwar des kompletten Marktes und nicht bloß der Werte aus dem Dow, S&P500 und Nasdaq 100. Sobald der deutsche/europäische Markt auch mal attraktiv wirkten – wie zuletzt Ende 2018 – rückt dieser mit in den Vordergrund. Die vergangenen Jahre war das aber nur temporär der Fall.

4 Wie treffen Sie Ihre Trading-Entscheidungen?

Haben Sie hierfür ein Lieblingstool bzw. eine Informationsquelle, der Sie am meisten vertrauen? Die einzige „Quelle“, der ich vertraue, ist der Chart eines Wertes. Als Anhänger und Verfechter der Technischen Analyse ist mein Handelsansatz dementsprechend rein charttechnisch ausgelegt. Da ich mich viel im US-Markt bewege, nutze ich natürlich eine Vielzahl an US-Börsenseiten und deren Tools. Für die Arbeit mit deutschen Werten und Indizes greife ich meistens auf Guidants zurück, da ich dort ja auch seit Jahren für den kostenpflichtigen Premiumdienst CCB – Centre Court Börse verantwortlich bin.

5 Was war der größte Fehler in Ihrer bisherigen Trading-Karriere und was haben Sie aus ihm gelernt?

Ein damals entfernter Bekannter, der zuvor mehrfach seine Depots „geschrottet“ hatte, fragte mich mal, ob ich ihm einen mittleren Geldbetrag leihen würde. Seine Absicht war es, damit weiter traden zu können. Ich verzichtete darauf ebenso wie auf eine im unwahrscheinlichen Erfolgsfall fällige Beteiligung an den Gewinnen … nun denn, der gute Mann hatte letztlich das Glück, einen stark gehebelten All-In-Trade lange zu „reiten“ und ins Ziel zu bringen. Seither erzielt er mit dem damals so vermehrten Kapital Jahr für Jahr kleinere bis mittlere sechsstellige Gewinne. Die Investition hätte sich damals sicherlich gelohnt ...

6 Wodurch finden Sie einen Ausgleich zum Trading-Alltag?

Indem ich mich über Tag entweder in die nahe Natur begebe (gerne ans Wasser oder in den Wald) oder um meinen eigenen Gemüseanbau in den Hochbeeten kümmere. Abends/ nachts werde ich dann zum Couch-Potato und nutze diverse Streaming- Dienste, um überwiegend US-Serien im Original zu schauen. Das kann dann durchaus mal bis 02:00 Uhr nachts gehen – auch unter der Woche.

7 Was muss ein erfolgreicher Trader auf jeden Fall beherrschen?

Welche Eigenschaften sollte er haben? Eigentlich muss man nur sich selbst beherrschen. Simple Handelsstrategien und das dazu notwendige rudimentäre charttechnische Grundwissen kann man im Prinzip an einem Wochenende „erlernen“. Von pauschalen Aussagen, wie der ideale Trader-Typus auszusehen hätte, halte ich rein gar nichts. Die Gründe für das Scheitern der meisten Trader hingegen lassen sich aber sehr wohl pauschal runterbrechen auf: Ignoranz, Faulheit, Trägheit, Gier, Selbstüberschätzung, Ungeduld sowie einen sehr oft zu hohen Anspruch an sich und die Materie und natürlich die fehlende Erfahrung. Trading ist eben ein „learning by doing“-Prozess.

8 Was ist Ihrer Meinung nach der größte Fehler, den ein Trader machen kann?

Im praktischen Bereich des Tradings ist es gefühlt in 90 – 95 % aller Fälle die falsch gewählte Positionsgröße sowie ein pauschal mangelhaftes Money- und Risiko-Management. Darüber hinaus machen auch fast alle Trader – und da schließe ich mich persönlich nicht einmal bei aus – zu Beginn ihrer „Karriere“ den Fehler, sich an irgendwelche Börsen-Gurus zu hängen. Wer nicht gewillt ist, durch harte Arbeit und Erfahrung in einen unabhängigen Status in Sachen Handelsentscheidung zu gelangen, wird meiner Meinung nach als „Lemming“ immer irgendwann über die Klippe gehen.

9 Wie würden Sie einem absoluten Börsenlaien Ihren Beruf erklären?

Trading ist im Prinzip nichts anderes als Online-Einzelhandel. Man kauft Waren (Aktien, Zertifikate etc.) ein und versucht sie für einen möglichst deutlich höheren Preis wieder an jemand anderen zu verkaufen. Bei einigen Waren muss man aufpassen, weil sie „verderblich“ sein könnten (Optionsscheine, Knockouts usw.) und andere wiederum hat man dauerhaft im Depot (Standard-Blue Chips), weil sie einen gewissen Grundbedarf decken. Sogenannte Ladenhüter (Depot-Leichen) muss man früher oder später abschreiben oder verramschen.

10 Frage: Mit wem würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Mit Rob Halford, Ozzy Osbourne oder Bruce Dickinson. Und zwar genau zu dem Tag, wo sie mit ihren Bands Headliner in Wacken sind und abends den letzten Gig vor voller Hütte spielen. Einzig, dass ich dann am Mikro stehe.

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