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Pressemitteilung BoxID: 381588 (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.)
  • Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.
  • Haart 221
  • 24539 Neumünster
  • http://www.hno-aerzte.de

Honorareinigung ohne langfristige Facharzt-Stärkung wertlos - HNO-Landesverband Nordrhein fordert zukunftsfeste Konzepte

(lifePR) (Neumünster, ) Der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der HNO-Ärzte, Dr. Joachim Wichmann, begrüßt die Honorar-Einigung zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) und den regionalen Krankenkassen, fordert aber eine nachhaltige Besserstellung der grundversorgenden Fachärzte. "Die zusätzlichen Mittel können nur der erste Schritt sein. Wir brauchen eine zuverlässige Finanzierung der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die über den Tag hinausreicht. Ansonsten ist die Honorareinigung für uns wertlos."

Ende vergangener Woche hatten sich KVNO und Krankenkassen auf ein Plus von 5,15 Prozent bei der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung geeinigt. Das entspricht rund 128 Millionen Euro mehr. Der Vorstandsvorsitzende der KVNO, Dr. Peter Potthoff, lobte, dass mit dem Ergebnis die strukturelle Benachteiligung der ambulanten Versorgung Nordrheins ein Stück weit kompensiert worden sei. Daraufhin entgegnet Dr. Wichmann: "Zwar erhalten die gebeutelten HNO-Ärzte nun ein paar Euro mehr pro Patient, die strukturelle Benachteiligung unserer Fachgruppe bleibt jedoch unverändert bestehen. Nach wie vor stehen wir ganz unten im KV-Vergleich sowie im bundesweiten Durchschnitt." Wenn sich daran nichts ändere, so der Landesvorsitzende weiter, müssten immer mehr Facharzt-Praxen schließen. "Das wäre fatal für unsere Region und die Menschen, die hier leben."

Mit Blick auf die Zukunft verlangt Dr. Wichmann eine langfristige Lösung der unzureichenden Vergütungssituation im KV-Bezirk. "Die Kassenärztliche Vereinigung darf nicht zulassen, dass die fachärztlichen Grundversorger permanent mit dem Überleben zu kämpfen haben. Wir brauchen Vergütungsstrukturen, die die wohnortnahe ambulante Versorgung langfristig sicherstellen. Allein die Aussicht, morgen wieder mit dem Rücken zur Wand stehen zu können, demotiviert die Kolleginnen und Kollegen und hält nachwachsende Mediziner davon ab, sich als Facharzt niederzulassen." Erst wenn ein Konzept auf dem Tisch liege, das diesen Kriterien standhalte, so Wichmann, könne aufgeatmet werden. Bis dahin werde man den Patientinnen und Patienten in den Praxen erklären müssen, dass für weniger als zehn Euro im Monat keine Hochleistungsmedizin zu machen ist.

Solange bei den Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Abzug der Praxisausgaben höchstens eine rote Null stehe, ergänzt der Landesvorsitzende und Krefelder HNO-Arzt, dann könne es künftig ohne eine strikte Trennung zwischen GKV-Leistungen und Selbstzahlerangeboten nicht gehen. "Hier werden wir in Zukunft genauer hinschauen müssen. Viele Behandlungsleistungen, die eigentlich aus privater Tasche bezahlt werden müssten, wurden bislang einfach so mitgemacht. Das geht unter den jetzigen Bedingungen nicht mehr", sagt Dr. Wichmann. "Ob wir es wollen, oder nicht."