Supertrawler plündert britische Gewässer

In Australien verbannter Supertrawler darf in der EU fischen

(lifePR) ( Neuss, )
Entsetzen herrscht unter britischen Fischern und europäischen Meeresschützern. Denn die „Margiris“, der mit 143 m Länge zweitgrößte Fabriktrawler der Welt, fischt seit Anfang Oktober im Ärmelkanal. Ihr 600 m langes und fast 200 m breites Schleppnetz hinterlässt eine Spur der Verwüstung.

„Die vielfach von der EU beteuerte Umkehr zu nachhaltiger Fischerei ist nur ein Lippenbekenntnis. Sonst dürften weder die Margiris noch andere derartige Fischereimonster in europäischen Gewässern operieren“, erklärt die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM). Und doch hat alles seine Richtigkeit. Die „Margiris“ ist nämlich völlig legal und in Einklang mit europäischen Fischereirichtlinien auf ihrem Kurs der Vernichtung marinen Lebens. Aus australischen Gewässern dagegen wurde sie bereits 2013 verbannt.

Supertrawler sind Superkiller

„Das Monsterfangschiff kann täglich 250 Tonnen Fisch fangen und verarbeiten! Alles Leben, das seinen Weg kreuzt, wird vernichtet. Nicht geschlechtsreife Jungfische, andere Fische als die Zielfischart, Delfine, Haie, Meeresschildkröten. Alle tot. Zusätzlich zerstören solche Supertrawler die Lebensgrundlage von Kleinfischern, weil sie die Küstengewässer leer fischen“, verdeutlicht der Biologe Ulrich Karlowski von der DSM die zerstörerische Kraft derartiger Industrietrawler.

Britische Fischer sehnen den Brexit herbei

Britische Fischer und Behörden müssen dem mörderischen Werk des in Litauen registrierten Supertrawlers hilflos zusehen. Ihnen sind die Hände gebunden.

Erst nach dem Brexit können die Briten derartige Fabriktrawler aus ihren Hoheitsgewässern verbannen. Britische Medien vermuten, der niederländische Konzern Parlevliet & van der Plas, dem die „Margiris“ gehört, wolle vor Inkrafttreten des Brexit den Briten noch schnell substanzielle Mengen Fisch vor der Nase wegfangen.

EU ignoriert Bedenken – MSC-Siegel für niederländische Meeresplünderer

„Der Kommission sind die Bedenken von Nichtregierungsorganisationen hinsichtlich der Tätigkeit großer Trawler bekannt“, wird ein EU-Sprecher auf METRO News zitiert. Mehr kommt da nicht.

Parlevliet & van der Plas haben nach eigenen Angaben etwa 6000 Mitarbeiter und über 40 Fangschiffe. Zu der Gruppe gehört auch die Deutsche See GmbH in Bremerhaven. Außerdem dürfen sich die niederländischen Raubfischer mit dem MSC-Siegel für Hering aus der Nordsee und dem atlantisch-skandinavischen Hering schmücken. Zu guter Letzt verkünden Parlevliet & van der Plas auf ihrer Website sogar: „Wir haben uns einen ausgezeichneten Ruf für nachhaltige Fischerei aufgebaut.“

Nach der Greenpeace-Studie „Fischereimonster“ aus dem Jahr 2014 gab es zum damaligen Zeitpunkt weltweit 20 Supertrawler. Neben der „Margiris“ gehören auch die 144 m große „Annelies Ilena“, die 116 m große „Helen Mary“, die 140 m große „Maartje Theodora“ sowie die 125 m große „Jan Maria“ zur Supertrawlerflotte von Parlevliet & van der Plas.
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