Diabetes schädigt die Blase

(lifePR) ( Bonn, )
Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes erkrankt. Dass das auch zu einer Störung der Blasenfunktion und Inkontinenz führen kann, ist nur wenigen bewusst. Dabei trifft es jeden zweiten Diabetiker.

Diabetes birgt die Gefahr einer ganzen Reihe von Folgeerkrankungen, die von Netzhautschäden, Nierenerkrankungen oder Durchblutungsstörungen bis hin zu Amputationen reichen können. Weniger bekannt ist, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzucker auch die Blase angreift. Diese so genannte diabetische Zystopathie mündet oftmals in einer ausgeprägten Blasenschwäche. Sie tritt bei jedem zweiten insulinpflichtigen Diabetiker im Laufe der Zeit auf.

Überaktive Blase durch erhöhten Blutzucker

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel die Nerven schädigt, die das Entleeren der Blase steuern. Bei den meisten Diabetespatienten äußert sich dies in einer überaktiven Blase. Ein typisches Symptom ist häufiger Harndrang, der plötzlich einsetzt und die Betroffenen dazu zwingt, schnell die Toilette aufzusuchen. Dabei kann es passieren, dass ungewollt Urin verloren geht. Als besonders belastend empfinden viele Patienten den nächtlichen Harndrang, der einen erholsamen Nachtschlaf unmöglich macht. Ein schlechtes Allgemeinbefinden ist die Folge.

Blutzucker einstellen, Blase entspannen

Die diabetische Zystopathie ist nicht heilbar, aber die Symptome wie der übersteigerte Harndrang können deutlich reduziert werden. An erster Stelle steht eine konsequente Diabetestherapie, da ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel vor Folgeerkrankungen des Diabetes schützt. Zudem sollten sich die Betroffenen nicht nur mit Hygieneartikeln behelfen, sondern frühzeitig einen Arzt aufsuchen. In vielen Fällen führt eine Kombination aus Blasentraining, Entspannungstechniken und Medikamenten zur Entkrampfung der Blasenmuskulatur zum Erfolg.

Die Broschüre „Mit der Blasenschwäche leben“ informiert über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der verschiedenen Formen der Blasenschwäche. Ein Kapitel spricht ausdrücklich ältere Patienten an, die an weiteren altersbedingten Erkrankungen leiden, wie zum Beispiel Diabetes. Die Broschüre ist kostenfrei übers Internet oder auf dem Postweg erhältlich bei: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de.
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