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Pressemitteilung BoxID: 204441 (Der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Baden-Württemberg)
  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Baden-Württemberg
  • Haußmannstr. 6
  • 70188 Stuttgart
  • https://www.paritaet-bw.de
  • Ansprechpartner
  • Hina Marquart
  • +49 (711) 2155-207

PISA-Studie: Paritätischer fordert Integrationsoffensive an deutschen Schulen

(lifePR) (Stuttgart/Berlin, ) Als integrationspolitisches Armutszeugnis bezeichnet der Paritätische Wohlfahrtsverband die Ergebnisse der neuesten PISA-Studie, nach denen Jugendliche mit Migrationshintergrund nach wie vor deutlich schlechter abschneiden als deutsche Schülerinnen und Schüler.

Die Ergebnisse belegten, dass Integration ohne die Einbindung der Eltern zum Scheitern verurteilt ist. Der Verband fordert eine durchgängige Sprachförderung, mehr Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund sowie die Öffnung der Schulen zu Integrationszentren. "Trotz gradueller Verbesserungen ist die Bildungskluft zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund nach wie vor dramatisch. Insbesondere männliche Jugendliche, in deren Familien zu Hause nicht Deutsch gesprochen wird, sind die Verlierer unseres verkrusteten Bildungssystems und bleiben auf der Strecke", kritisiert Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

In Baden Württemberg haben insgesamt 25 % der Menschen einen Migrationshintergrund, Bei den unter 18-Jährigen sind es sogar ein Drittel. In Stuttgart haben insgesamt 40 % einen Migrationshintergrund. Beinahe die Hälfte der jungen Baden-WürttembergerInnen mit Migrationshintergrund verlässt die Schule mit maximal einem Hauptschulabschluss oder bricht sie gar ganz ab. In kaum einem anderen Land ist das Erreichen höherer Bildungsabschlüsse so stark von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland, betont Hansjörg Böhringer, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Laut Schulstatistik von 2007/2008 besuchen 40% der Deutschen ein Gymnasium und nur 13% der SchülerInnen mit Migrationshintergrund. Umgekehrt liest sich die Statistik an den Hauptschulen. Dort stehen 22% der SchülerInnen ganzen 61% der SchülerInnen mit Migrationshintergrund gegenüber. Doch Schuld daran sind nicht primär die Bildungs- und Lerninhalte im Einzelnen. Die steigende Anzahl von SchulabgängerInnen ohne Hauptschulabschluss, die zunehmende Zahl von Kindern, die in Armut aufwachsen und in bildungsfernen Familien leben sowie die Benachteiligungen im gesamten Bildungssystem zu Lasten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund illustrieren das Versagen des gesamten Bildungssystems.

Diesem Missverhältnis möchten der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg im Regierungsbezirk Stuttgart mit dem Projekt "Integration in Baden-Württemberg - Gemeinsam mit den Eltern für neue Bildungschancen", das im Oktober 2010 angelaufen ist, entgegensteuern. Grundgedanke ist, mit MigrantInnen anstatt für MigrantInnen zu arbeiten Dabei übernehmen die Eltern einen wichtigen Part: Sie sollen dafür gewonnen werden, eine aktive Rolle im Bildungsprozess ihrer Kinder zu spielen. VertreterInnen von Migrantenselbstorganisation sollen sich gemeinsam und gleichberechtigt mit ErzieherInnen, LehrerInnen, LeiterInnen von Jugendhäusern, ElternvertreterInnen und anderen lokalen Schlüsselpersonen für Bildung und Elternarbeit einsetzen. Die einzelne Kommune spielt dabei eine wesentliche Rolle. Weitere Informationen unter http://www.paritaet-bw.de/content/e153/e178/e3977/e190/e9785/.