Freitag, 24. November 2017


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Bio-Getreidesorten mit Zukunft

Öko-Landessortenversuche 2017: Präsentation der Ergebnisse

Leinfelden-Echterdingen, (lifePR) - Über 100 Bio-Landwirte besuchten am 27. Juni 2017 die Versuchsfelder in Crailsheim-Beuerlbach (74564), um sich ein Bild über geeignete zukunftsfähige Öko-Getreidesorten zu machen. Reiner Schmidt vom Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch Hall e.V. stellte gemeinsam mit den biodynamischen Züchtern Peter Kunz, vertreten durch Geschäftsführer Herbert Völkle, Dr. Bertold Heyden und Demeter-Landwirt Wolfgang Kampmann aus Crailsheim-Tiefenbach die Ergebnisse der diesjährigen Sortenversuche vor.

Die Versuche in Hohenlohe im nordöstlichen Baden-Württemberg haben Tradition. Bereits seit 25 Jahren werden hier neue Getreide-Sorten unter die Lupe genommen und ihre Eignung für den Ökolandbau geprüft. Ging es anfangs mit 7 Weizen-, 5 Roggen- und 4 Dinkelsorten noch ausschließlich um Getreide, finden sich heute auch die Körnerleguminosen, Ackerbohnen, Futtererbsen und Sojabohnen in den Versuchsreihen. Die Fläche hat sich seit 1992 verfünffacht.

Bereits seit acht Jahren sind die Versuche auf dem Betrieb von Johanna Faure in Crailsheim-Beuerlbach, wo es in diesem Jahr 34 Weizen-, 9 Roggen- und 18 Dinkelsorten (inkl. Emmer und Einkorn) zu begutachten gab. Insbesondere beim Weizen sind biodynamische Züchtungen stark vertreten: 26 der 34 Weizensorten auf den Versuchsfeldern stammen aus biodynamischer Züchtung. Ihre Beliebtheit hängt insbesondere mit ihrer guten Backqualität zusammen.

Entscheidend für die Landwirte: die Vor-Ort-Besichtigung

„Diese Versuche hier vor Ort sind unter anderem deshalb so wichtig, weil die Landwirte sehr genau und im direkten Vergleich die Unterschiede der Sorten beurteilen können“, so Reiner Schmidt vom Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch Hall e.V.. „Sich ein genaues Bild der verschiedenen Getreidesorten im Kontext von Standort, Bodenbeschaffenheit, Fruchtfolge, Menge des ausgebrachten Saatguts, Umwelteinflüssen etc. zu machen, ist für Bio-Landwirte eine äußerst wertvolle Information.“ Die hohe Besucherzahl der Feldführung am 27. Juni 2017 und das große Interesse der Landwirte aus der Region bis über die bayrische Grenze hinweg geben ihm Recht.

Während der Befall einzelner Getreidesorten mit Gelbrost sowohl 2015 also auch 2016 großes Thema war, trat dieser 2017 am Standort Beuerlbach gar nicht auf – wohl eine Auswirkung des recht kalten Winters. Dagegen beschäftigen die klimatischen Extreme Getreidezüchter wie Landwirte nach wie vor und sie müssen auf mehr Sonnenstunden, höhere Temperaturen und geringere Jahresniederschläge reagieren: Mit den veränderten Umweltbedingungen treten andere Krankheiten auf und auch die Physiologie der Getreidepflanze wird stärker gefordert. Durch die höheren Temperaturen reift sie schneller ab, also muss die Kornfüllung in den Ähren in kürzerer Zeit stattfinden.

Welche Züchtungen sind zukunftsfähig?

In der Beurteilung der Getreidesorten geht es zunächst um den Anbau: Ist ein Getreide besonders frostbeständig? Wie gut verdrängt eine Sorte Unkräuter und wie widerstandsfähig ist sie gegen Krankheiten wie beispielsweise Steinbrand, der den kompletten Bestand unbrauchbar machen kann? Weiter muss eine Züchtung auch für die Abnehmer passen und es geht um Fragen der Vermarktung und des Vertriebs. Wie gut ist beispielsweise die Backqualität einer Sorte? Eine Frage, die sich Bio-Landwirte schon beim Kauf des Saatguts stellen.

Die Versuchsfelder in Crailsheim-Beuerlbach sind einer von insgesamt fünf Standorten der Öko-Landessortenversuche in Baden-Württemberg. Die Koordination, Betreuung und die Zusammenstellung der Ergebnsise dieser Standorte werden vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) durchgeführt. Die jährlichen Ergebnisse dienen Öko-Landwirten als unabhängige Orientierung beim Einkauf von Saatgut.

Weitere Informationen
Sämtliche Ergebnisse der einzelnen Sorten finden Sie auf den Seiten des LTZ Augustenberg zusammengefasst: Versuchsergebnisse Öko-Getreide 2017 >>

 

 

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