Mittwoch, 22. Februar 2017


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DEBUT 2008: Viktoria weist den Weg zum Erfolg

Lohnender Blick auf die Karrieren der DEBUT-Siegerinnen und Sieger von 2006

(lifePR) (Igersheim, ) Gastautor:

Michael Wersin geb. 1966, Studium Sologesang, Chordirigieren und Gehörbildung an der Musikhochschule München sowie Musikwissenschaften an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität; heute u. a. tätig als Dozent an der Kirchenmusikschule St. Gallen (Gesang, Liedbegleitung, Chorliteraturkunde) und als Musikschriftsteller für den Reclam-Verlag sowie für das Klassikmagazin RONDO. Darüber hinaus betätigt er sich als Sänger, Gesangspädagoge und Chordirigent.

"Vorhang auf" heißt es schon in wenigen Tagen, genauer ab dem 12. Oktober, für die Teilnehmer des europäischen Gesangswettbewerbs DEBUT 2008. Zum vierten Mal seit 2002 prägt dieses hochkarätige Musikereignis zur Herbstzeit das Kulturleben der Region Hohenlohe-Franken - und schlägt Wellen weit hinaus über den Main-Tauber-Kreis: DEBUT-Siege zieren mittlerweile schon die künstlerischen Lebensläufe vieler sehr erfolgreicher Sängerinnen und Sänger.

Nachfragen bei den drei Preisträgern des letzten DEBUT-Wettbewerbs im Oktober 2006 erweisen sich diesbezüglich als sehr aussagekräftig:

Im Ensemble der Deutschen Oper Berlin: Burcu Uyar Den ersten Platz belegte damals die türkische Sopranistin Burcu Uyar, geboren 1978 in Inegöl (Provinz Bursa, Westtürkei). Nach ihrem Studium in Ankara hatte sie bis 2006 vor allem in Italien und Frankreich Opernerfahrung gesammelt. An DEBUT 2006, so sagt sie selbst, erinnert sie sich sehr gern und empfiehlt "allen jungen Sängern die Teilnahme"; für ihre Karriere war die Auszeichnung "eine wirklich gute Sache": Kurz danach nämlich wurde die Deutsche Oper Berlin auf die damals wie heute in Frankreich lebende Künstlerin aufmerksam, und mit finanzieller Unterstützung durch die Stipendien gebende Doppelfeld-Stiftung, die sich vor allem um junge Sängertalente bemüht, konnte sie dann ab Oktober 2007 an dem renommierten Berliner Haus u. a. als Ännchen ("Der Freischütz") und als Königin der Nacht ("Die Zauberflöte") vors Publikum treten. Im August dieses Jahres brachte die inzwischen mit einem Franzosen verheiratete Sängerin eine Tochter zur Welt, wodurch ihre optimal eingeleitete Berliner Karriere derzeit eine kurze Unterbrechung erfährt. Ab November 2008 jedoch steht sie wieder in Berlin auf der Bühne - nicht mehr als Stipendiatin allerdings, sondern als reguläres Ensemblemitglied. Hinzu kommen Stückverträge in Dijon, Nantes und Marseille.

Medienprofi Olga Peretyatko Ganz im Gegensatz zu der höflichzurückhaltenden, fast scheuen Türkin, die zwecks Recherchen zu diesem Artikel für den Autor gar nicht leicht zu erreichen war, ist die Russin Olga Peretyatko - sie belegte bei DEBUT 2006 den zweiten Platz und errang außerdem den Mozart-Sonderpreis - ein routinierter Medienprofi: Ihre auf Video festgehaltenen DEBUT-Auftritte hat sie selbst bei www.youtube.com ins Internet gestellt; sie hat eine eigene Website, und auch bei Wikipedia ist eine Kurzbiografie von ihr zu finden. Die 1980 in St. Petersburg geborene Sopranistin stand 2007 in Pesaro als Desdemona (in Rossinis "Otello") gemeinsam mit Juan Diego Florez auf der Bühne und wird demnächst auch an einer Einspielung dieser Produktion für das Label DECCA teilnehmen.

2007 war sie ferner u. a. auf zwei Berliner Bühnen zu hören: An der Staatsoper unter den Linden als Blumenmädchen (Parsifal) und an der Komischen Oper als Olympia (Hoffmanns Erzählungen). In Paris debütierte sie im gleichen Jahr als Anne Trulove ("The Rake's Progress") am Théâtre des Champs-Élysées. Gleichzeitig ist Olga Peretyatko, die ihre Karriere bei aller Zielstrebigkeit sehr behutsam und planvoll angeht und sich von ihren Erfolgen nicht zu unüberlegten Waghalsigkeiten hinreißen lässt, nach wie vor Gesangstudentin der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin. Auch sie hat inzwischen geheiratet: Ihr Mann, ein Kontrabassist, stammt zwar gleichfalls aus St. Petersburg, aber sie hat ihn in Berlin beim Studium kennen gelernt. Dem Thema "Kinder" steht sie durchaus positiv gegenüber, möchte sich aber noch Zeit lassen: Derzeit hat die Karriere Priorität.

Am DEBUT-Wettbewerb hat ihr die "fantastische Betreuung" gefallen: "Alle Sänger wurden wie Stars behandelt", schwärmt sie. Selbstverständlich kam ihr auch das Preisgeld sehr gelegen: Sie hatte damals anlässlich diverser Vorsingtermine hohe Reise-Ausgaben zu bestreiten.

Tae-Joong Yang: herzberührender Opernsänger Platz drei erreichte 2006 der Bariton Tae-Joong Yang (geboren 1976 im südkoreanischen Buye). Yang, der ab 2003 in Berlin bei Siegfried Lorenz studiert hat, sammelte auch schon vor DEBUT 2006 bedeutende Wettbewerbs-Meriten: Seine brillanten Auftritte bei "Neue Stimmen 2003" in Berlin, wo er den fünften Platz belegte, können im Internet bei Youtube erlebt werden; eines der beiden Videos zeigt seine Darbietung des berühmten "Largo al factotum" aus Rossinis "Il Barbiere di Siviglia". In der Titelpartie dieser Oper wird Yang im Dezember 2008 an der Wiener Staatsoper debütieren; ab 2009 gehört er dann zum Ensemble dieses traditionsreichen Hauses. Dort wird er sicher reichhaltigste Gelegenheit haben, auf sein berufliches Lebensziel, ein "herzberührender Opernsänger" zu werden, weiter zuzureifen - jedenfalls hat er sich vorgenommen, "sein Leben lang zu studieren und für Neues offen zu bleiben".

Drei junge Opernsänger als Preisträger von DEBUT 2006 - drei prägnante Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Auch in diesem Jahr wird der vom Igersheimer Maschinenbauer WITTENSTEIN ins Leben gerufene und mit hohen Preisgeldern (insgesamt über 30.000 Euro) ausgestatte, in Weikersheim und Bad Mergentheim ausgetragene Wettbewerb wieder drei Nachwuchskünstler auf ihrem Weg nach oben ein wenig weiterhelfen können. Die finanzielle Unterstützung und der Werbeeffekt verfehlen ihre Wirkung sicher nicht - die Hauptlast für ihr Fortkommen ruht indes freilich auf den Schultern der Sängerinnen und Sänger selbst: Eine Sängerkarriere ist alles andere als ein Zuckerschlecken, ihre großen Momente sind durch harte Arbeit und unerbittliche Selbstdisziplin erkauft. Möge auch den diesjährigen Gewinnern die von dem illustren Wiener Künstler Ernst Fuchs entworfene Siegestrophäe "Viktoria", die am Ende jedes DEBUT-Wettbewerbs den Preisträgern in Gold, Silber und Bronze überreicht wird, eine Glück bringende Begleiterin auf ihrem Weg sein.

DEBUT 2008:

Wettbewerbswoche: 12. - 18. Oktober 2008

- 52 Teilnehmer aus 18 Ländern (34 Frauen, 18 Männer)
- 12. Oktober, 19 Uhr, Gewehrhaus, Schloss Weikersheim: Liederabend "Arie & Canzoni" (kein freier Kartenvorverkauf) mit Olga Peretyatko, Zweitplatzierte und Gewinnerin des Mozartpreises von DEBUT 2006
- 13. und 14. Oktober, 11-16.30 Uhr, Gewehrhaus, Schloss Weikersheim: Qualifikationsrunden (freier Eintritt)
- 15. Oktober, Beginn 14 Uhr: Seminfinale mit abschließender Bekanntgabe der 6 Finalisten (freier Eintritt)
- 18. Oktober, 19.30 Uhr, Wandelhalle Bad Mergentheim, DEBUT-Preisträgerkonzert 2008 mit Preisverleihung. Karten im Vorverkauf bei den Fränkischen Nachrichten, Bad Mergentheim, Tel. 07931/ 5470, und bei der Kurverwaltung Bad Mergentheim, Tel. 07931 /9650.
- Aktuelle Infos unter: www.debut.de Bilder:

1. Olga Peretyatko - seit DEUT 2006 längst ein erfolgreicher Medienprofi. Mit ihr gibt es am 12. Oktober 2008 ein Wiedersehen in Weikersheim.

2. Die türkische Sopranistin Burcu Uyar legt gerade eine Babypause ein. Ab November 2008 jedoch steht sie wieder in Berlin auf der Bühne- als reguläres Ensemblemitglied der Deutschen Oper.

3. Tae-Joong Yang debütiert im Dezember 2008 an der Wiener Staatsoper. Ab 2009 gehört er dann zum Ensemble dieses traditionsreichen Hauses.

4. Drei junge Opernsänger als Preisträger von DEBUT 2006 - drei prägnante Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Charakteren - und ebenso unterschiedlichen Karrieren.

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