Nichtstun, Abriss, Schließung

Zehn Jahre abgehängtes West-Berlin unter Klaus Wowereit

(lifePR) ( Berlin, )
Kurz nach seinem 10 jährigen Amtsjubiläum kommen wir aber, was bedeutende Orte West-Berlins und ihren Niedergang unter Wowereit anbelangt, an einer negativen Bewertung nicht vorbei.

Man konnte in den letzten Jahren den Eindruck gewinnen, dass für den ehemaligen Tempelhofer Bildungsstadtrat der Westteil der Stadt "Old Fashion" war und positive Schlagzeilen damit aus seiner Sicht nicht mehr zu machen waren. Abriss West und Aufbau Ost ergänzten sich da wohl trefflich.

"Nichtstun, Abriss, Schließung" scheint die Devise beim Hinnehmen des Abhängens des innerstädtischen Bahnhof Zoos vom ICE, EC und IC-Netz, zugunsten des schlecht eingebundenen neuen Hauptbahnhofs, beim Vernachlässigen der ehemaligen amerikanischen Radar-Anlage auf dem Teufelsberg, beim bevorstehenden Abriss der Deutschlandhalle, bei der hastigen Schließung des Flughafens Tempelhof und bei dem Aufschub der A100-Verlängerung gewesen zu sein.

Dort, wo es um intelligente, vernetzte Lösungen hätte gehen müssen, gab es nur ein stures "Weiter so". Und das gerade von einem Politiker, der behauptete, im Namen eines "Mentalitätswechsels" angetreten zu sein.

Auch hier bietet Tempelhof einen guten Anschauungsunterricht. Mal fabulierte der Wowereit-Senat von der Chance, dort tausende von Wohnungen und Arbeitsplätzen anzusiedeln, die quasi die Schließung des Flughafens notwendig machen würde, mal wurde mit ernster Miene der rechtlichen Gefährdung des BBI-Baus durch Tempelhof das Wort geredet. Das Märchen wurde nicht Realität, die Gefährdungsthese war schlicht unwahr.

Nachdem die vielen tausend Wohnungen, Arbeits- und Studienplätze von den Planungsunterlagen Tempelhofs nun auf die Tegels umgezogen sind, und für Tempelhof vorerst Kletterberge und Seen angesagt sind, wird man im Zusammenhang mit Tegel wohl im Ergebnis ähnliches erleben müssen:

Erst behaupten, dann schließen, dann laut schweigen. Ein Areal, das mit 460 ha wesentlich größer ist als das von Tempelhof mit seinen 380 ha, ist in Gedanken aber schon jetzt mit Inhalten gefüllt worden.

Grün soll die Zukunft von Tegel werden, was wohl zusätzliche rote Zahlen für den Berliner Landeshaushalt bedeuten würde, der die 66% Bundesanteile Tegels erwerben und zusätzlich die Ansiedlungskosten der vermeintlich interessierten Technologieunternehmen und Hochschulen tragen müsste. Abzuwarten bleibt, ob diese Blütenträume Realität werden und ob der geschlossene Flughafen Tegel nicht weit hinter diese zurück fallen wird. Bald, nach der Schließung am 3.6.2012 wird man es sehen.

Dass die Entscheidungen von Klaus Wowereit nicht immer begründet sind, zeigen u.a. Meldungen der Berliner Morgenpost vom 20.06.11, die besagen, dass das Regierungsterminal im BBI/BER voraussichtlich erst 2015 fertig gestellt werden kann. Da Tegel ab Juni 2012 geschlossen sein wird, fallen dann Leerflüge im Umfang von ca. 306 033 Kilometern zwischen Berlin und dem alten Standort Köln an, was laut Berechnungen der FDP zu einem Mehrverbrauch von ca. 1 Mio. Liter Kerosin und dem Ausstoß von 2.500 Tonnen CO2 führen wird.

Auch hier hätte Tempelhof wenigstens bis zur sicheren Fertigstellung des Regierungsterminals als Reservekapazität dienen können, was aber mutmaßlich nicht zum politischen Kalkül Wowereits gepasst hätte. "Klappe zu, Affe tot" war wohl auch hier die Leitlinie.

Jetzt geht es um die Schadensbegrenzung in und den Bestandsschutz für Tempelhof. Wir fordern daher die Errichtung eines Luftfahrtmuseums in Tempelhof, den Umzug des Alliierten-Museums nach Tempelhof, und einen absoluten Verzicht auf eine Bebauung des gesamten Geländes, um den Charakter dieses historischen Orts zu bewahren und an die Geschichte Berlins erinnern zu können. Und der geplante Kletterberg sollte dort verbleiben, wo er hingehört - auf dem Papier.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.