Montag, 23. Juli 2018


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Tagungsankündigung: 25. Kongress der DGNR und 100 Jahre Neurorehabilitation in Deutschland

Neurohabilitationstagung in Berlin: Beste individualisierte Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Schädigungen des Nervensystems

Berlin, (lifePR) - Wenn sich vom 07. – 09. Dezember 2017 rund 900 Mediziner, Therapeuten und Pflegekräfte in Berlin zur 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) treffen und  sich neueste Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten in der Neurorehabilitation austauschen, werden gleich zwei Jubiläen gefeiert:  Vor 100 Jahren eröffnete das Kölner Hirnverletzten-Lazarett unter Leitung von Walter Poppelreuter, dessen Arbeit mit den Hirn-Kriegsverletzten auch heute noch als Grundlage für die Entwicklung einer systematischen Neurorehabilitation in Deutschland gilt. Am 10.8.1989 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation gegründet, die in diesem Jahr ihren 25. Jahreskongress ausrichtet. Daran erinnert Dr. Peter Frommelt, Berlin, mit seinem Festvortrag „100 Jahre Neurorehabilitation“ zur Kongresseröffnung. Nachfolgend stellt einer der international führenden Rehabilitationsmediziner Prof. Dr. G. Kwakkel, Amsterdam, seine Vision der zukünftigen Entwicklung der Neurorehabilitation dar. 

„Die DGNR hat die Fortentwicklung der Rehabilitation in Deutschland in den letzten Jahren maßgeblich gestaltet und begleitet“, betonen die Tagungspräsidenten Dr. med. Christian Dohle, Median Klinik Berlin-Kladow und Prof. Dr. med. Jörg Wissel, Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Klinikum Spandau, Berlin. „Aus diesem Anlass wollen wir der Neurorehabilitation in ihrer ganzen Breite Raum geben, um einen intensiven Dialog der immer größer werdenden multiprofessionellen Gemeinschaft aller in der Neurorehabilitation Tätigen anzuregen.“

Einen besonderen Schwerpunkt sollen dabei auch die nicht-ärztlichen Berufsgruppen einnehmen. Dazu wird neben gemeinsamen Sitzungen ein  Podiumsdiskussion „Professionalisierung und Akademisierung des multidisziplinären Teams“ mit Dr. Beatrix Schwörer, Leiterin der Abteilung Medizin des Wissenschaftrats, stattfinden. Dazu werden 15 Workshops zu allen Bereichen der Neurorehabilitation durchgeführt: vom „Management der spastischen Bewegungsstörung“ über „Trachealkanülenmanagement“  bis hin zur „Spiegeltherapie“, deren Wirkung nach Schlaganfall und bei Schmerzsyndromen mittlerweile gut belegt ist und deren Wirkmechanismus mit neurophysiologischen Befunden gezeigt werden kann.

In 19 Symposien werden aktuelle Fragestellungen zur Neurorehabilitation aufgegriffen. Ein wichtiger Fokus liegt auf Innovationen. International renommierte Experten stellen „Neues in der gerätegestützten Rehabilitation“ vor, unter anderem mit Fragen zur Robotik in der Neurorehabilitation, neuen Studienergebnissen zum musikgestützten Laufbandtraining für Schlaganfallpatienten und zu Untersuchungen, in welchen Fällen bei Schlaganfallpatienten Orthese und Elektrostimuation anzuwenden sind.„Neues in der Armrehabilitation“ diskutiert unter anderem die Fragen, welche Vorteile in der schädigungsorientierten oder betätigungsorientierten Rehabilitation liegen, welche klinische Evidenz und Neurobiologie das Arm-Fähigkeits-Training hat, welche neurophysiologischen Biomarker dazu einzusetzen sind und welche möglichen Effekte das Training der mentalen Chronometrie bei Schlaganfallpatienten bietet. Außerdem wird eine Pilotstudie zu einem Arm-Exoskelett als Eigentraingsgerät vorgestellt sowie der mögliche Einsatz eines  Eigentrainings bei schweren Armparesen. 

Im Bereich „Schluckstörungen und Trachealkanülenmanagement“ werden neue Untersuchungen dazu vorgestellt, inwieweit in der neurologischen Frührehabilitation Neurostimuation wirkungsvoll einzusetzen ist und wie eine erfolgreiche Dekanülierung bei tracheotomierten Patienten nach Langzeitbeatmung gelingen kann. Außerdem werden neue Studienergebnisse zur Ernährung von Patienten mit neurogener Dysphagie präsentiert. 

Das breitgefächerte Tagungsprogramm verdeutlicht, dass Deutschland im internationalen Vergleich beste Möglichkeiten einer individualisierten medizinischen Versorgung für eine frühe Rehabilitation von Patienten auch mit schweren Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems bietet. 

Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses wird das Gedenksymposium für den 2016 verstorbenen Prof. Dr. Stefan Hesse zu seinem wissenschaftlichen und persönlichen Andenken sein, der das Fachgebiet der Neurorehabilitation über 20 Jahre lang entscheidend prägte und  bahnbrechende Innovationen vor allem auf dem Gebiet der Rehabilitationsrobotik entwickelte. Zu seiner Würdigung hält Alberto Esquenazi, Pennsylvania, den Vortrag „Robots in Neurorehab“, David Liebetanz,Göttingen, spricht über „Neurotoxine in der Neurorehabilitation“. 

Elektronische Postersitzungen zu den Bereichen Gerätegestützte Rehabilitation, Frühreha und  Therapeutische Pflege, Neurophysiologie und Sensomotorische Rehabilitation, Multiprofessionelles Team, Leitlinien und Sprache/ Kognition sowie Sessions der Berufsverbände runden das Programm ab, das von einer umfassenden Industrieausstellung begleitet wird. Weitere Informationen sowie das wissenschaftliche Programm gibt es unter www.dgnr-tagung.de. 

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Jahrestagung im ESTREL Berlin zu besuchen, sich über die Themen zu informieren und darüber zu berichten. Gern sind wir Ihnen bei der Vermittlung von Experten für Interviews behilflich!  Akkreditierungen sind über die Tagungs-Homepage oder direkt über den Pressekontakt möglich.

Hintergrund: Neurologische Rehabilitation

Der Bedarf an Neurorehabilitation steigt weiter an und gewinnt rasant an Bedeutung, insbesondere die Neurologische Frührehabilitation. Der Grund sind therapeutische Fortschritte in der Neurologie sowie die wachsende Anzahl von Patienten. Nach Schlaganfällen oder Unfällen überleben infolge der rasanten Weiterentwicklung der akutmedizinischen Versorgung in den letzten Jahren immer mehr Patienten und benötigen umfassende Rehabilitationsmaßnahmen, die ihnen die Rückkehr in ihren Alltag ermöglichen.  

Für jeden Patienten wird ein individueller Neurorehabilitationsplan erstellt, nachdem festgestellt wurde, wie schwer die Schäden an Gehirn und Nervensystem sind. Frührehabilitation beginnt häufig schon im Krankenhaus mit speziellen Maßnahmen, gefolgt von der stationären Rehabilitation, die ggfs. im ambulanten Rahmen fortgesetzt werden kann. Ziel von Physio- und Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologischem Training ist die bestmögliche Rückbildung der entstandenen Schäden und die Kompensation von Funktionseinbußen, etwa Lähmungen, Schluck- und Sehstörungen, kognitive Störungen, Wahrnehmungs- oder Verhaltensstörungen. 

In Deutschland wurden vorbildliche Strukturen für die Patientenversorgung geschaffen. Viele Rehabilitationseinrichtungen können mittlerweile sogar noch künstlich beamtete Patienten aufnehmen und rehabilitieren. Die Weiterentwicklung der Methoden und Verfahren in der Neurologischen Rehabilitation mit Forschung, Fortbildung und Nachwuchsarbeit  sowie der besondere Wert des interdisziplinären Austauschs, der auch im Klinikalltag der Neurorehabilitation gepflegt wird, sind zentrale Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation. Bei der Jahrestagung  werden die neuesten wissenschaftlichen Standards vorgestellt, um den Teilnehmern den fachlichen Austausch zu allen Möglichkeiten der neurologischen Rehabilitation zu bieten. 

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