Sonntag, 22. Juli 2018


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Unverzichtbare Hilfe für kranke Kinder

Zum Tag des Ehrenamts: Freiwillige Helfer in der Kinderhospizarbeit sind Stütze der Palliativversorgung in Deutschland

Berlin/Lenzkirch, (lifePR) - Irgendwie scheinen die Tage von Ute Kaiser mehr Stunden zu haben als die anderer Menschen. Die 57-Jährige lebt in einer kleinen Gemeinde bei Bad Krozingen, im äußersten Südwesten Deutschlands. Ihr Zuhause teilt sie derzeit mit Unmengen an Kartons und Kisten, die sich sogar bis in ihre Küche stapeln: denn Ute Kaiser setzt sich mit voller Energie ehrenamtlich für die Kinderhospizarbeit in Deutschland ein.

"Hier sortiere ich gerade Spiele, die dem Bundesverband Kinderhospiz gespendet wurden", erklärt sie und räumt eifrig Schachteln hin und her. "Diese Sachspenden sollen Familien zu Gute kommen, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. Ich gebe sie gegen Spenden bei verschiedenen Adventsbasaren ab." Unermüdlich tritt Ute Kaiser für den BVKH in Erscheinung, macht auf die schwierige Lage der Betroffenen aufmerksam, wirbt für Unterstützung und Verständnis, sammelt Spenden.

Ohne Menschen wie Ute Kaiser wäre die Kinderhospizarbeit in Deutschland schlicht nicht zu leisten: die vielen Tausende Ehrenamtlichen, die sich in ambulanten Diensten oder stationären Einrichtungen oder eben auf Ebene des Dachverbands engagieren, tragen das System der palliativen Versorgung. Dabei gibt es natürlich leichtere Jobs. "Es macht mich oft traurig, sogar wütend, wenn ich mitbekomme, wie die Menschen wegschauen", berichtet Ute Kaiser. Für den Bundesverband Kinderhospiz wird sie oft in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv. Sie ist bei Messeauftritten dabei und bei Infoständen - und kennt die Kommentare derjenigen, denen das Thema zu schwer ist. "Dabei kann es für jeden von uns so schnell anders sein." Betroffen macht sie, miterleben zu müssen, wie Familien mit einem unheilbar kranken Kind sozial ausgegrenzt werden. Um ganz direkt mit den Betroffenen in Kontakt zu sein, hat Ute Kaiser ein Praktikum bei dem stationären Kinderhospiz "Sterntaler" in Dudenhofen gemacht. "Das hat mich sehr stark geprägt, die unglaubliche Liebe und Achtsamkeit, mit der das Personal nicht nur den kranken Kindern begegnet, sondern auch den Familien und untereinander", sagt Kaiser. Deshalb hat sie nun auch noch die Zusatzqualifikation erworben, mit der sie als ehrenamtliche Betreuerin ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit leisten darf. Auf ihren ersten Einsatz bei einer Familie freut sie sich, gleichzeitig ist es sehr aufregend: "ich begegne den Betroffenen mit unwahrscheinlichem Respekt!"

"Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind eine Säule der Kinderhospizarbeit", weiß auch Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. "Sie leisten unschätzbare Hilfe, für die wir alle sehr dankbar sind." Gerade in Zeiten, in denen es so hektisch zugehe und viele eben nicht mehr die 'Oma' oder den 'Opa' um die Ecke hätten, in denen die Arbeit immer größeren Raum einnehme und jeder mit sich selbst beschäftigt sei, seien Ehrenamtliche unverzichtbar, so Kraft: "Natürlich ersetzen wir damit keine Fachaufgaben, aber Anpacken, Zuhören, Aufmerksam machen, Spielen, Vorlesen... es gibt unzählige Möglichkeiten, sich einzusetzen. Beim Bundesverband wird beispielsweise das OSKAR Sorgentelefon überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen", berichtet Kraft. Als Telefonberater wurden die Ehrenamtlichen professionell geschult, nun ist immer einer von ihnen, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter der OSKAR-Nummer 0800 8888 4711 erreichbar. Auch die Weihnachtspaket-Aktion des BVKH, bei der Hunderte Familien und Kinderhospize mit wunderbaren Sachspenden beschert werden, ist nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen zu stemmen. "Ihnen gebührt unsere größte Hochachtung und Wertschätzung", so Kraft.

Ute Kaiser belädt derweil das Auto ihrer Tochter. Sie ist "ein bisschen stolz", den Sinn für soziale Verantwortung offenbar an ihre Kinder weiter gegeben zu haben: ihre Familie unterstützt ihren Einsatz für die Kinderhospizarbeit voll und ganz. "Mir macht das einfach richtig Spaß!", lacht sie. Durch ihren Beruf ist Kaiser zu dem Thema Sterbebegleitung gekommen: als Krankenschwester ist sie als Wohnbereichsleitung in der Altenpflege tätig. Doch privat und ehrenamtlich, an ihren freien Tagen, setzt sie sich für junge Patienten ein. "Hospizarbeit für Erwachsene ist ganz anders als die mit Kindern", berichtet sie, "es werden ja nicht nur die Kranken, sondern auch die Angehörigen betreut. Ich möchte einfach denen helfen, die Hilfe brauchen", fasst Kaiser zusammen. Am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamts. Zumindest für diesen einen Tag wünscht sich Ute Kaiser: "Helfen kann und sollte jeder. Aber noch wichtiger ist: nicht wegschauen!"

Der Bundesverband Kinderhospiz ist als Dachverband der ambulanten wie stationären Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland auch Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Vertreter von Kostenträgern.

In Deutschland gibt es mehr als 40.000 Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. Für diese Familien setzt sich der Bundesverband Kinderhospiz ein, um sie aus dem sozialen Abseits zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Mit dem OSKAR Sorgentelefon hat der BVKH eine weltweit einzigartige Hotline ins Leben gerufen, an die sich Betroffene wie Fachleute wenden können und alle, die Fragen haben zu lebensverkürzenden Erkrankungen bei Kindern oder Trauernde, die bereits ein Kind verloren haben. OSKAR ist unter der Nummer 0800 8888 4711 rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar.

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