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Unter den TOP 3 in Deutschland: „Quervernetzung Grünes Band“ als Best-Practice-Projekt im UN-Dekade-Wettbewerb ausgezeichnet

(lifePR) (Erfurt, )
Ein Qualitätssiegel der ganz besonderen Art: Zur Halbzeit seiner sechsjährigen Laufzeit wird das BUND-Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ als eines der drei besten Best-Practice-Projekte der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen in Deutschland ausgezeichnet. Das Bundesumweltministerium (BMUV) und Bundesamt für Naturschutz (BfN) würdigen damit seinen beispielhaften Beitrag zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zum Arten- und Klimaschutz. Gefördert wird das Projekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Die Bilanz ist beeindruckend: Seit dem Projektstart Ende 2020 wurden rund 500.000 Quadratmeter Fläche (entspricht ca. 70 Fußballfeldern) durch Ankauf und langjährige Pacht gesichert. Auf 850.000 Quadratmetern Fläche (entspricht ca. 120 Fußballfeldern) wurden Maßnahmen zum Arten-, Klima- und Biotopschutz umgesetzt. Dazu zählen die Anlage von Brutinseln für den gefährdeten Kiebitz, die Wiedervernässung von Feuchtwiesen und Mooren – Lebensraum der extrem seltenen Waldbirkenmaus –, die Reaktivierung naturnaher Teiche für den Fadenmolch oder die Offenhaltung artenreicher Bergwiesen und -weiden für Arnika und andere Pflanzen. Einige der Maßnahmen werden in Kooperation des Naturschutzes mit Landwirtschaft und Gemeinden umgesetzt. Dies gilt insbesondere für den innovativen Anbau des „Veitshöchheimer Hanfmix“, einer Mischung blühender Energiepflanzen anstelle von monotonen Maisflächen mit positiven Auswirkungen auf die Insektenvielfalt.

Die Projektarbeit in den bundesweit fünf Vernetzungsgebieten von der Norddeutschen Tiefebene bis in den Bayerischen Wald zeigt, wie Naturschutzarbeit und beispielhafte Kooperationen dazu beitragen, den einzigartigen Lebensraumverbund des Grünen Bandes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zu sichern und durch ökologische Verbundachsen und Trittsteine in die Landschaft zu erweitern.

„Grenzen trennen, Natur verbindet“: Die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Bundesländern aber auch mit Naturschützerinnen und Naturschützern aus Tschechien ist einer der Kernaspekte des Projektes. Prof. Hubert Weiger, Beauftragter des BUND für das Grüne Band: “Nur gemeinsam können wir uns dem menschengemachten Artensterben und den verheerenden Folgen des Klimawandels entgegenstellen. Hier nehmen wir auch die staatlichen Stellen in die Pflicht, die sich mit Hochdruck darum kümmern müssen, dass das Hauptziel der EU-Biodiversitätsstrategie eingehalten wird. Das bedeutet, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der Landfläche in den EU-Mitgliedstaaten als Schutzgebiete auszuweisen sind. Ein durchgängiger Schutz des gesamten deutschen Grünen Bandes als Nationales Naturmonument sowie weitere Schutzmaßnahmen aller Anrainerländer für das einmalige Natur- und Kulturerbe sind notwendige und wichtige Schritte. Aufgrund seiner herausragenden geschichtlichen und naturschutzfachlichen Bedeutung setzen wir uns nachdrücklich dafür ein, dass das Grüne Band auf die deutsche Vorschlagsliste für UNESCO-Welterbestätten kommt.“

Dr. Volker Scherfose, Bundesamt für Naturschutz: „Mit der Auszeichnung des Projektes im Rahmen der UN-Dekade würdigen wir das große Engagement für die Wiederherstellung verschiedenster Lebensraumtypen: Die Renaturierung von Grünland, Feuchtgrünland und Moorflächen trägt erheblich zum natürlichen Klimaschutz bei und fördert gleichzeitig die biologische Vielfalt. Die Herstellung neuer Biotope und deren Vernetzung sind weitere wichtige Maßnahmen, um dem Artenrückgang zu begegnen.“  

In der Modellregion Thüringer Schiefergebirge werden vor allem wertvolle Bergwiesentäler, die aufgrund unrentabler Nutzung brachgefallen sind, wieder in eine nachhaltige Pflege überführt, um Lebensräume für Arten wie Breitblättriges Knabenkraut, Arnika und den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling zu erhalten. In früheren Jahrhunderten lebten die Menschen im Schiefergebirge und dem angrenzenden Frankenwald mehr schlecht als recht von einer Mischnutzung: Auf den teils über 700 Metern hoch gelegenen Plateaus des alten Gebirges wurde Landwirtschaft betrieben. Das Holz der Steilhänge wurde bei Hochwasser ins Tal geflößt und von den Bergwiesen der Auen und flacheren Hanglagen wurden Heilkräuter gesammelt und von den sogenannten Buckelapothekern bis nach Holland getragen. Selbst von den magersten Standorten wurde durch Abplaggen (Entfernen von Heide mit Oberboden) noch Wintereinstreu gewonnen. Die so entstandene Artenvielfalt hat sich stark zurückentwickelt. Nach dem Krieg wurden vorwiegend schnellwachsende Fichten aufgeforstet (mittlerweile durch den Borkenkäfer dezimiert). Artenreiche Bergwiesen zu bewirtschaften, wurde aufgrund der Kleinflächigkeit, Hängigkeit und wechselnden Feuchte nicht mehr lukrativ. Im Projekt werden nun Bergwiesen für künftige Nutzer reaktiviert, ehemalige Floßteiche für z.B. den Fadenmolch optimiert, Sitzwarten für Braunkehlchen und Wiesenpieper errichtet und nicht maschinengängige Biotope von Freiwilligen gepflegt. Wichtig ist dabei auch die grenzüberschreitende Lösungssuche mit fränkischen Akteuren.
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