Montag, 26. Juni 2017


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Ertüchtigung der "Sauerlandlinie" A 45 mit weit reichenden Folgen

BUND und GigA fordern Prüfung der umweltverträglichsten und kostengünstigsten Variante / Erarbeitung eines landesweiten Logistik- und Bahnkonzepts überfällig

(lifePR) (Düsseldorf, ) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gruppeninitiative gegen den Bau der A 46 (GigA 46) fordern von der Landesregierung die Prüfung der Auswirkungen der angekündigten Sanierung sowie des sechsspurigen Ausbaus der Sauerlandlinie A 45 auf andere Verkehrsprojekte. Vorrangig seien die Umsetzung der umweltverträglichsten Varianten sowie die Erarbeitung eines landesweiten Logistik und Bahnkonzepts.

Der BUND machte klar, dass er grundsätzlich den Kurs von Verkehrsminister Groschek zur Konzentration des Landesbetriebs Straßen NRW für den Erhalt und die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur unterstützt. "Die Zeiten des Neubaus sind vorbei. Aber auch bei Erhaltungsmaßnahmen muss bedacht werden, welche Sanierung langfristig Sinn macht und finanzierbar ist", so der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

Zurzeit wird in Berlin an der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans gearbeitet. Dabei werden auch der Bau der A 46 zwischen Hemer, Menden, Wickede und Arnsberg sowie eine alternative Netzlösung bewertet und begutachtet. "Wenn die Landesregierung - wie von Verkehrsminister Groschek angekündigt - den sechsspurigen Ausbau der Sauerlandlinie A 45 von Siegen bis Schwerte realisieren will, dann hat das Auswirkungen auf andere, bisher geplante Straßenprojekte und insbesondere auch auf die A 46", so der Sprecher der Gruppeninitiative gegen den Bau der A 46 Stefan Neuhaus. "Man kann das eine Projekt nicht ohne das andere betrachten. Die A 46 wäre nichts anderes als eine Bypass-Autobahn zwischen der A 45 und der A44/ A2. Sie bringt zusätzlichen Verkehr in eine bisher von einer Autobahn verschonte und ökologisch hochwertige Region. Bei einer Sanierung und einem sechsspurigen Ausbau der A 45 entfallen deshalb noch mehr Gründe für jeglichen Bau der A 46."

BUND und GigA weisen darauf hin, dass wenn ab 2028 die komplette Sauerlandlinie samt ihrer Autobahnkreuze wirklich sechsspurig ausgebaut sein sollte, davon auszugehen sei, dass sich Verkehrsflüsse in der gesamten Region im Vergleich zu den bisherigen Annahmen verändern werden. Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND und Vertreter der Naturschutzverbände im Regionalrat Arnsberg: "Es ist deshalb zwingend erforderlich, dass die massiven Ausbau-Planungen der A 45 in die momentan laufenden Bewertungen des Bundesverkehrswegplans entsprechend aktuell einfließen".

Die bisherigen Kostenschätzungen alleine für den Neubau der dringend notwendigen Brückensanierungen der A 45 liegen bei 1,3 Milliarden Euro. Es sei davon auszugehen, dass die Kosten zum Schluss und mit einem kompletten sechsspurigen Ausbau um ein Vielfaches höher sein werden. Nicht nur aus ökologischer, besonders auch aus finanzieller Sicht müsse deshalb der Maßstab aller weiteren Planungen des Landes sein, sich auf die Sanierung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur zu konzentrieren, statt zusätzliche, nicht notwendige und erst recht nicht mehr finanzierbare Projekte anzugehen. Alle sinnvollen Alternativen bei den einzelnen Projekten müssten geprüft und die umweltverträglichsten und kostengünstigsten Varianten umgesetzt werden. Der Schlüssel für die Lösung der Verkehrsprobleme sei aber die Erarbeitung eines landesweiten Logistik- und Bahnkonzepts, das in der Lage ist, Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße zu verlagern und langfristig Mobilität für alle sicher zu stellen.

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