Dienstag, 21. Februar 2017


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"Mehr Mut zur Basissanierung"

BdSt legt Gutachten zum defizitären Klinikverbund der Region Hannover vor

(lifePR) (Hannover, ) Der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen fordert von der Geschäftsführung der Klinikum Region Hannover GmbH und von den politisch Verantwortlichen in der Regionsversammlung mehr Mut bei der wirtschaftlichen Sanierung des defizitären Krankenhausverbundes. Das beschlossene Konzept unter dem Namen "Medizinstrategie 2020" ziele zwar in die richtige Richtung, trage jedoch erhebliche Risiken des Scheiterns in sich. Es sei nur in Teilen geeignet, um - wie beabsichtigt - die derzeitigen Jahresverluste von über 20 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 in Überschüsse zu verwandeln. "Es wird zu sehr auf Umsatz- und Leistungswachstum in den Kliniken gesetzt und dabei ein konsequentes Kostenmanagement beim Personal und beim Sachaufwand vernachlässigt", kritisierte BdSt-Landesvorsitzender Bernhard Zentgraf am Fronleichnamstag anlässlich der Vorstellung der Studie in Hannover.

Autor der Expertise ist der Gesundheitsökonom Dietmar Bönsch aus Landshut, ein gestandener Praktiker mit vielfältigen Sanierungserfahrungen im Krankenhausmanagement. Er prüfte insgesamt 53 Einzelmaßnahmen des Konzeptes auf deren Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. So werden die Zusammenlegung der Standorte Springe und Gehrden sowie Lehrte und Großburgwedel begrüßt. Auch etliche medizinische Organisationsveränderungen, wie die Konzentration und Bündelung von endoprothetischen Leistungen (Knie- und Hüft-Behandlungen) in Laatzen oder der Ausbau der Pulmologie (Lungenheilkunde) im Norden bzw. Nordwesten der Region finden die Zustimmung des Gutachters. Dagegen stoßen die personalwirtschaftlichen Überlegungen und insbesondere der Verzicht auf Privatisierung nichtmedizinischer Dienstleistungen, wie Speisenversorgung oder Reinigung, ebenso auf entschiedene Ablehnung im Gutachten wie die weitgehend fehlende Verschlankung der Managementebenen im Klinikverbund. Gemessen am Umsatz erreichten die Personalaufwendungen im Klinikum Region Hannover 77 Prozent. Privatgeführte Krankenhäuser in ähnlicher Größenordnung wiesen dagegen eine Personalquote von lediglich 55 Prozent auf.

Der Bund der Steuerzahler fordert deshalb ein konsequentes Kostenmanagement beim Personal- und Materialeinsatz, um den Klinikverbund der Region Hannover von Betriebskostenzuschüssen durch die Steuerzahler unabhängig zu machen. Verstärkte Kooperationen mit Kliniken anderer Träger (innerhalb und außerhalb der Regionsgrenzen) seien mit Blick auf anstehende Investitionen anzustreben, um die Krankenhaus-Strukturen insgesamt effizienter zu gestalten. Der Geschäftsführung und dem Gesellschafter wird zudem empfohlen, externen Sachverstand bei der Umsetzung der notwendigen Sanierungsschritte hinzuzuziehen.
Schließlich fordert der Verband auch, dass im Aufsichtsrat der Klinikum Region Hannover GmbH der Anteil der Mitglieder mit Fach- und Managementwissen erhöht wird. "Krankenhäuser müssen heute, auch wenn sie sich in kommunaler Trägerschaft befinden, als Wirtschaftsbetriebe geführt werden. Dauerhafte Jahresdefizite sind aus Sicht der Steuerzahler nicht vertretbar", erklärt Zentgraf.

Hinweis: Die Studie "Mehr Mut zur Basissanierung - Begutachtung der Medizinstrategie 2020" der Klinikum Region Hannover GmbH können Sie hier einsehen.

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