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Pressemitteilung BoxID: 682890 (Bund der Deutschen Landjugend (BDL))
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Mehr als nur ein Spielplatz

Weltkindertag: BDL fordert Stärkung der Kinderrechte

(lifePR) (Berlin, ) Plötzlich ist der Spielplatz gesperrt. Die ganzen schönen Herbstwochen lang. Jetzt ist er zwar renoviert, aber die Wünsche der Nutzer hat niemand berücksichtigt. Dabei hätte man so viel besser oder zumindest anders machen können - hätte man nur die Kinder gefragt. Wenn es nach Daniel Kopperschmidt, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. geht, könnte dies bald Vergangenheit sein. „Auf den ersten Blick klingt die Beteiligung von Kindern nach viel Bürokratie. Gern wird von den erwachsenen Entscheidern behauptet, es hätte sich ja eh niemand dafür interessiert. Aber es geht darum, die Logik umzukehren. Das würde allen Kindern und Jugendlichen viel bringen“ ist der junge Mann sicher.

Am heutigen Montag jährt sich der Tag der Erklärung der UN-Kinderrechte. Der wurde von den Vereinten Nationen bereits 1959 unterzeichnet, hatte aber zunächst kaum Verbindlichkeiten. Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, die „UN-Kinderrechtskonvention“ wurde drei Jahrzehnte später von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. Deutschland hat der Kinderrechtskonvention 1992 zugestimmt.

Man sollte meinen, in den 25 Jahren sei die Kinderrechtskonvention in Deutschland verbindlich verankert, aber der UN-Kinderrechtsausschuss weist Deutschland noch immer eine lange Mängelliste nach. „Kinderrechte müssen ins Grundgesetz“, so der BDL-Vize Daniel Kopperschmidt und verweist auf den zuletzt im Bundesrat diskutierten Textvorschlag für eine Ergänzung des Grundgesetzes.

„Ernsthafte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen findet eben noch immer viel zu selten statt. Das muss sich ändern“ fordert der BDL-Vize nachdrücklich. Mit einer Gesetzesänderung käme auch wieder Schwung in die Bekämpfung von Kinderarmut, in die Realisierung kindgerechter Lebensverhältnisse und gleiche Entwicklungschancen für alle Kinder und Jugendlichen - egal aus welchem Elternhaus, egal ob auf dem Dorf oder in der Stadt.

Nur wer anerkenne, dass Kinder eigene Individuen mit klaren Rechten sind und ihre Interessen und Bedürfnisse genauso ernst nimmt wie die jedes Erwachsenen, könne eine zukunftsweisende Politik machen, heißt es im größten Jugendverband im ländlichen Raum. Seine Aktiven wissen genau: Kinder und Jugendliche brauchen eine Politik, die sich nachhaltig für ihre Interessen einsetzt und zugleich als Querschnittspolitik begriffen wird. Aus ihrer Sicht müssten sich Politiker stets vor Augen führen, welche Auswirkungen ihre politischen Entscheidungen auf das Leben und die weiteren Chancen von Kindern und Jugendlichen und damit auf die folgenden Generationen haben.

„Wir sehen doch, wohin z.B. der Mangel an öffentlichen Verkehrsmitteln in den ländlichen Räumen führt. Wenn Kinder und Jugendliche die weiten Wege nicht allein bewältigen können, werden sie zu Bewegungs- und Handlungsbarrieren“, weiß Daniel Kopperschmidt aus eigener Erfahrung. „Das sind Einschränkungen, die sie stark benachteiligen.“

„Als Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum wollen wir, dass Kinder und Jugendliche sich zu selbstbewussten Menschen entwickeln, die eine verantwortliche Rolle in der Gesellschaft einnehmen“, so der stellv. BDL-Bundesvorsitzende. Dies sei allerdings nur möglich, wenn weit über die Kinder- und Jugendverbände hinaus wahrgenommen wird, dass Kinder und Jugendliche eine zentrale Bedeutung für die Zukunft unseres Landes haben.

„Denn sie interessieren sich nicht nur für Spielplätze“, stellt Daniel Kopperschmidt klar. Es geht auch um ihre eigene Perspektive, um Beratung und Unterstützung zum Beispiel bei Trennung der Eltern, bei fehlender Erreichbarkeit von qualitativ guten Bildungs- und Freizeitangeboten oder eben, um die Umgestaltung der Straße vor der Grundschule. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Als selbstorganisierter Jugendverband setzen wir uns für die Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen ein“, macht der stellv. BDL-Bundesvorsitzende deutlich.