Beratung im Tandem - Bessere Kommunikation

7. Interprofessioneller Gesundheitskongress von Springer Medizin und Springer Pflege ab heute in Dresden / "Meilenstein"-Gespräche: Gemeinsame Beratung des Patienten durch Arzt und Pflegekraft / Innovationspreis 2019 für interprofessionelle Projekte verli

(lifePR) ( Dresden / Berlin, )
Kontinuität in der Versorgung und feste Ansprechpartner – das vor allem wünschen sich Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs, die in der Regel nur noch wenige Monate zu leben haben. Um die Betreuung dieser Patienten zu verbessern, wird an der Thoraxklinik Heidelberg nun ein neues Kommunikationskonzept entwickelt und evaluiert: die „Heidelberger Meilenstein-Kommunikation“, kurz HeiMeKom. Basis dieses Projekts ist eine gemeinsame Beratung der Patienten durch Arzt und Pflegekraft. „Wir können mit diesem Beratungskonzept mehr auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen, die Patienten sind besser informiert und die Therapietreue steigt“, berichtet Projektkoordinatorin Anja Siegle, Pflegewissenschaftlerin an der Thoraxklinik Heidelberg. Das Projekt hat den dritten Platz des Innovationspreises 2019 errungen. Der Preis wird zum ersten Mal auf dem 7. Interprofessionellen Gesundheitskongress verliehen, der heute in Dresden begann und zusammen von Springer Medizin und Springer Pflege ausgerichtet wird.

Die Beratung im „Tandem“ findet zu vier festgelegten Zeitpunkten statt – Wendepunkte im Verlauf der Erkrankung: Wenn die Diagnose gestellt wird, wenn der Verlauf sich stabilisiert hat, wenn sich die Erkrankung verschlechtert und wenn eine tumorzentrierte Therapie nicht mehr möglich ist. Zwischen diesen „Meilenstein“-Gesprächen rufen die Pflegefachkräfte bei den Patienten zu Hause an, um weitere Fragen und auftauchende Probleme zu besprechen. „Wir ermutigen damit die Patienten, die Zeit, die ihnen noch bleibt, vorausschauend zu planen“, sagt Dr. Katja Krug von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Studie auswertet. Es stellt sich heraus, so Krug, dass die Hemmschwelle geringer ist, eine Pflegekraft anzusprechen als einen Arzt oder eine Ärztin.

Für das Projekt wurden drei Pflegefachkräfte in Teilzeit eingestellt und geschult. Zusätzlich erfolgte ein interprofessionelles Training an vier Terminen, wo die Ärzte und Pflegekräfte an Schauspiel-Patienten und am Arbeitsplatz die Kommunikation üben konnten. Dass ein Kommunikationstraining in der Onkologie entlastet, zeigten schon verschiedene Studien aus dem angloamerikanischen Raum: Die Lebensqualität der Patienten verbessert sich, Ärzte und Pflegefachkräfte sind zufriedener mit ihrer Arbeit. Ein multiprofessioneller Ansatz sorgt zudem für eine frühzeitige palliative Versorgung, wie Untersuchungen nahelegen. Das HeiMeKom-Projekt ist als randomisierte, kontrollierte Studie angelegt – gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit – und wird bis Ende des Jahres ausgewertet.

Ob gemeinsame Patientenberatung oder Visite, Spiritual Care, Digitalisierung oder Change Management – die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe steht im Zentrum des Interprofessionellen Gesundheitskongresses, der sich an Ärzte und Pflegefachkräfte, Medizinische Fachangestellte, Logopäden, Hebammen, Physiotherapeuten sowie im Notfall- und Rettungsbereich Tätige richtet. Heute Morgen wurde er von der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch, eröffnet. Mehr Infos zum Kongress hier.

Film zum Modul Medizin-Spezial „Notfall in der Hausarztpraxis“ hier.

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