Dienstag, 12. Dezember 2017


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Kritik am Rentensystem

Sozialministerin Haderthauer kritisiert Rentensystem: "Altersarmut ist weiblich, weil unser Rentensystem einen Konstruktionsfehler hat!"

München, (lifePR) - "Spätestens jetzt, wo wir sehen, dass Lebensphasen der Familien- und Sorgearbeit das größte Risiko für Altersarmut sind, weil die Absicherung solcher Lebensentwürfe durch familiäre Versorgung nicht mehr so zuverlässig funktioniert wie in früheren Zeiten, müssen wir umsteuern. Ein Rentensystem, das allein die möglichst ununterbrochenen Vollzeiterwerbsbiographien belohnt, ist einfach nicht mehr zeitgemäß! Wir müssen uns von der Fixierung der Rentenversicherung auf die Erwerbstätigkeit lösen. Das Äquivalenzprinzip in der Rentenversicherung muss neu justiert werden. Früher waren Kinder die beste Vorsorge für ein abgesichertes Alter, heute sind sie das größte Risiko für Altersarmut. Diese Fehlstellung müssen wir korrigieren, insbesondere, wenn wir merken, dass immer weniger Kinder zur Welt kommen", betonte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer heute in München. Sie kritisierte, dass die Rente bis auf kleine Ausnahmen ein Spiegel der Erwerbsbiographie sei und daher alle benachteilige, die ihre Erwerbstätigkeit einschränken, um die für die Gesellschaft so wichtige Familien- und Sorgearbeit zu leisten. Haderthauer: "Das müssen wir ändern. Zukünftig muss die Rente ein Spiegel der Lebensleistung sein."

In Bayern würden zwar nur 2,1 Prozent und damit deutlich weniger als im bundesdeutschen Schnitt von 2,4 Prozent der ab 65-Jährigen die Sozialleistung der Grundsicherung im Alter beziehen und auch die Renten der neu in den Ruhestand Eintretenden seien auf westdeutschem Niveau. "In absehbarer Zeit wird Bayern auch beim Rentenniveau aller Rentner Westdeutschland überflügeln. Es darf aber nicht sein, dass eines der Hauptrisiken für spätere Altersarmut auch heute noch Lebensphasen der Familien- und Sorgearbeit sind! Beginnen möchte ich mit dem Umsteuern ganz konkret bei der aktuellen Diskussion um die Zuschussrente. Statt alle, die eine Niedrigrente bekommen über einen Kamm zu scheren, will ich gezielt die Phasen, in denen die Erwerbstätigkeit wegen Kindererziehung und der Pflege von Familienangehörigen eingeschränkt war, rentenrechtlich aufwerten. Ich habe meine Vorschläge dazu bereits mit der Bundessozialministerin besprochen. Wir prüfen gerade, wie sich das mit ihrem bisherigen Konzept der Zuschussrente verbinden lässt", so Haderthauer abschließend.

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