Bayernweit zweite psychotherapeutische Fachambulanz für Gewaltstraftäter in Würzburg eröffnet

Psychotherapeutische Fachambulanz für Gewaltstraftäter in Würzburg / Justizminister Bausback: "Damit Täter keine Täter bleiben!"

(lifePR) ( München, )
Das Bayerische Staatsministerium der Justiz und der Caritasverband für die Diözese Würzburg haben heute in Würzburg die zweite psychotherapeutischen Fachambulanz für Gewaltstraftäter in Bayern eröffnet. Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback bei diesem Anlass: "Dies ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, bei entlassenen Gewalt- und Sexualstraftätern die ambulante Nachsorge zu verbessern." Für entlassene Sexualstraftäter habe Bayern bereits drei psychotherapeutische Fachambulanzen in München, Nürnberg und Würzburg aufgebaut. "In diesem Bereich hat Bayern bundesweit Vorbildfunktion", so der Justizminister. Zudem richte die bayerische Justiz das Augenmerk auf die Nachsorge bei entlassenen Gewaltstraftätern. Denn auch hier, so Bausback, fehle es oftmals an spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten und Behandlungseinrichtungen.

Die heute eröffnete Einrichtung in Würzburg wird eine Anlaufstelle für Gewaltstraftäter sein, die aus der Haft entlassen werden und bei denen eine therapeutische Begleitung gerichtlich angeordnet ist. Die Fachambulanz bietet dazu ein spezifisches psychotherapeutisches sowie sozialpädagogisches Angebot und wird eng mit den Gerichten und den Bewährungshelfern zusammenarbeiten. Träger ist der Diözesan-Caritasverband Würzburg, der sich bereits bei der Würzburger Fachambulanz für Sexualstraftäter als wertvoller Kooperationspartner für die bayerische Justiz erwiesen hat.

"Wir haben als Kirche bewusst Ja gesagt, weil wir um das Phänomen der Gewalt wissen und in Sorge sind um die Opfer und um die Täter. Ihnen wollen wir - wenn es irgendwie möglich ist - mit einer erfolgreichen Therapie zur Besserung verhelfen, um damit neue Opfer zu vermeiden, also zu vermeiden, dass sich Gewalt in die Seele von Menschen eingräbt und ihren ganzen Lebensweg belastet", begründet Bischof Dr. Friedhelm Hofmann das Engagement der Diözese Würzburg.

Justizminister Bausback verweist darauf, dass bereits im Juli letzten Jahres eine erste Gewaltstraftäterambulanz in München die Arbeit aufgenommen habe und für eine weitere Einrichtung in Nürnberg die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Die heute eröffnete neue Gewaltstraftäterambulanz folge dem Konzept, das bereits dem erfolgreichen Betrieb der Münchner Einrichtung zugrunde liege.

Barbara Stamm, Landtagspräsidentin und 2. Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg, betont: "Wir leisten hier Unterstützung für Einzelne, die sich etwas Gravierendes zu schulden haben kommen lassen und helfen damit der gesamten Gesellschaft. Wer potenzielle Opfer schützen will, der muss mit den Tätern arbeiten. Es ist ein naheliegender, ein menschlicher Reflex, vor schlimmen Gewaltverbrechen am liebsten die Augen zu verschließen. Aber das kann und darf keine Lösung sein für einen Rechtsstaat, für eine kirchliche Einrichtung und für eine menschliche Gesellschaft."

Bayerns Justizminister: "Die Gewaltstraftäterambulanz in Würzburg ist bei der Fachambulanz für Sexualstraftäter angesiedelt. Damit können die Spezialkenntnisse der Fachambulanzen auf dem Gebiet der forensischen Nachsorge genutzt und die vorhandenen Personal- und Sachressourcen besonders effektiv eingesetzt werden." Da bei der Therapie von Gewaltstraftätern erfahrungsgemäß sozialpädagogische Maßnahmen hilfreich sein könnten, sei die neue Fachambulanz - wie auch die erste Fachambulanz in München - mit einem interdisziplinär zusammengesetzten Team aus einem Psychotherapeuten und einem Sozialpädagogen ausgestattet. Das Betreuungsangebot richte sich an besonders gefährliche Gewaltstraftäter aus ganz Nordbayern, die unter Führungs- oder Bewährungsaufsicht stehen, erläutert Bayerns Justizminister.

"Der zuverlässigste Opferschutz ist immer noch eine erfolgreiche Resozialisierung des Täters. Damit Täter keine Täter bleiben!", so Bausback heute in Würzburg.
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