Fahrplanwechsel im Bahnland Bayern: Was ändert sich im Fahrplanjahr 2019?

(lifePR) ( München, )
Am 9. Dezember werden in der gesamten EU die Fahrpläne umgestellt. Im Bahnland Bayern gibt es im Fahrplanjahr 2019 etliche Verbesserungen, wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) heute bekannt gab, die den Regional- und S-Bahnverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert. Besonders gilt das für Fahrgäste aus Ostbayern: Die BEG bestellt ab 9. Dezember die erste umsteigefreie Zugverbindung aus Niederbayern und der Oberpfalz zum Münchner Flughafen.

Unterfranken

Auf den bislang von DB Regio bedienten Strecken Aschaffenburg – Darmstadt – Wiesbaden und Frankfurt – Hanau – Aschaffenburg – Laufach übernimmt die Hessische Landesbahn den Verkehr, die das Wettbewerbsprojekt Südhessen-Untermain für sich entscheiden konnte. Zum Einsatz kommen fabrikneue elektrische Niederflurtriebwagen vom Typ Coradia Continental. Die Züge sind barrierefrei, klimatisiert und mit kostenfreiem W-LAN ausgestattet. Mit der Betriebsaufnahme wird auch das Fahrplanangebot verbessert. Auf der Strecke Aschaffenburg – Darmstadt – Wiesbaden wird der tägliche Stundentakt eingeführt und der Abendverkehr an allen Wochentagen ausgeweitet.

Im Regionalbahnverkehr zwischen Würzburg und Lauda wird das Angebot montags bis freitags zu einem Stundentakt verdichtet. Ab Dezember 2021 soll im Zuge des Wettbewerbsprojektes „Mainfranken“ auf dieser Linie auch am Wochenende ein stündliches Angebot eingeführt werden. Damit ab Ende 2019 auch die Züge im Expressverkehr von Würzburg über Heilbronn nach Stuttgart stündlich verkehren können, muss der Wittighauser Tunnel im kommenden Jahr saniert werden. Deshalb besteht zwischen Januar und August 2019 ein Schienenersatzverkehr zwischen Kirchheim und Lauda. Im Zuge der Streckensperrrung wird die Station Gaubüttelbrunn barrierefrei ausgebaut.

An den Stationen Kleinheubach, Schweinfurt Hbf, Weilbach und Wörth am Main wird die Herstellung der Barrierefreiheit abgeschlossen. Der barrierefreie Ausbau am Würzburger Hauptbahnhof und in Ebenhausen wird fortgesetzt. In Dettingen, Miltenberg und Kahl Kopp/Heide ist für 2019 der Beginn des barrierefreien Ausbaus vorgesehen.

Oberfranken

Zwischen Baiersdorf und Forchheim werden zwei zusätzliche Streckengleise in Betrieb genommen, so dass auch dieser Abschnitt viergleisig befahrbar ist. Hierdurch wird eine deutliche Verbesserung der Betriebsqualität erwartet. Die S1 von Nürnberg nach Bamberg bedient Forchheim wieder wie im Fahrplan 2017 zur halben Stunde. Kersbach kann wieder von allen S-Bahnen bedient werden. Die Agilis-Fahrten, die das S-Bahn- und RE-Angebot zwischen Forchheim und Bamberg in den Hauptverkehrszeiten verdichten, erhalten neue Zeitlagen.

Der Regionalexpress-Verkehr in Richtung Mitteldeutschland wird deutlich verbessert. Künftig verkehrt der Franken-Thüringen-Express (FTX) zweistündlich umsteigefrei bis nach Leipzig, wo ICE-Anschluss nach Berlin besteht. In der anderen Stunde verkehrt der FTX bis nach Saalfeld. Durch das neue Konzept ändern sich auf der Strecke Bamberg – Ludwigsstadt teilweise die Abfahrtszeiten an den einzelnen Stationen. So werden die Fahrzeiten von Kronach nach Erlangen und Nürnberg um bis zu 15 Minuten verkürzt.

Der Regionalexpress-Fahrplan Nürnberg – Coburg wird aufgrund veränderter ICE-Fahrzeiten in Coburg angepasst. Neu ist ein weiteres schnelles Regionalexpress-Zugpaar Bamberg – Coburg. Auch zwischen Lichtenfels und Coburg ändern sich viele Fahrlagen zur Verbesserung der Anschlüsse.

Die Regionalexpress-Linien Hof – Bayreuth – Nürnberg und Hof – Lichtenfels – Bamberg verkehren grundsätzlich in separaten Fahrlagen ab Hof anstelle der bisher vereinigten Führung bis Marktschorgast. Dadurch können Schwarzenbach (Saale) und Hochstadt-Marktzeuln (neuer Regionalexpress-Anschluss Richtung Leipzig) systematisch zweistündlich bedient werden. Durch die Fahrzeitverkürzung zwischen Hof und Bamberg um rund acht Minuten sind auch neue ICE-Anschlüsse in Bamberg erreichbar. Bei der RE-Linie Bayreuth/Hof – Lichtenfels wird Untersteinach nach dem inzwischen erfolgten Infrastrukturausbau zweistündlicher Systemhalt. In Trebgast und Mainleus entfallen einzelne Halte.

Der zweite Regionalexpress von Bayreuth nach Nürnberg wird von 06:05 auf 05:51 Uhr vorgezogen. Durch die frühere Lage können in Nürnberg gegen 7 Uhr ICE-Anschlüsse Richtung München, Berlin und Düsseldorf erreicht werden. 

In Coburg und Forchheim wird der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe abgeschlossen. In Oberkotzau und Untersteinach werden die Arbeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit fortgesetzt.

Mittelfranken

Bei der S-Bahn Nürnberg beginnt der neue Verkehrsdurchführungsvertrag für die Lose 1 und 2. Das Angebot auf der Strecke Feucht – Altdorf wird verbessert. Es fahren nun ganztags mindestens zwei Züge pro Stunde. Der Betrieb erfolgt weiterhin durch DB Regio.

Beim München-Nürnberg-Express, der von Nürnberg über die Schnellfahrstrecke nach Ingolstadt und weiter nach München verkehrt, kommen im Laufe des Jahres 2019 neue Doppelstockwagen zum Einsatz. Hierdurch werden mehr Sitzplätze und eine höhere Kapazität für die Fahrradmitnahme angeboten. Zudem ist künftig ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich.

Bei der Mittelfrankenbahn startet ebenfalls ein neuer Verkehrsvertrag. Die bisherigen Züge sind weiterhin im Einsatz, werden aber im Rahmen eines Re-Designs erneuert und durch Neufahrzeuge vom Typ LINT 54 ergänzt. Taktverdichtungen ab Mitte 2019 auf verschiedenen Strecken sind noch in Prüfung.

Zur Landesgartenschau in Wassertrüdingen ist samstags, sonntags und an Feiertagen der Einsatz von zwei Direktzügen von Nürnberg über Gunzenhausen nach Wassertrüdingen geplant.

In Oberdachstetten werden die bereits begonnenen Arbeiten zum barrierefreien Ausbau fortgesetzt.

Schwaben

Auf den Strecken von Landsberg nach Augsburg sowie von Füssen nach Augsburg und München übernimmt die Bayerische Regiobahn den Betrieb von DB Regio. Die Bayerische Regiobahn hatte das Wettbewerbsprojekt „Dieselnetz Augsburg I“ für sich entschieden. Zum Einsatz kommen 28 fabrikneue, barrierefreie Triebwagen vom Typ Coradia LINT des Herstellers Alstom in verschiedenen Längen.

Im Juni 2019 gibt es auch auf der abschnittsweise über bayerisches Gebiet führenden Brenzbahn bei der Regionalbahnlinie Ulm – Langenau und der RE-Linie Ulm – Aalen einen Betreiberwechsel. Die Hohenzollerische Landesbahn, eine Marke der Südwestdeutschen Landesverkehrs AG (SWEG), konnte sich beim Wettbewerbsprojekt „Ulmer Stern“ durchsetzen und übernimmt den Betrieb von der DB Regio AG. Auch hier werden Neufahrzeuge vom Typ Coradia LINT zum Einsatz kommen. Mit der Betriebsaufnahme wird das Fahrplanangebot bei der Regionalbahnlinie verbessert, die künftig auch an Sonn- und Feiertagen stündlich verkehren wird.

Zwischen Türkheim und Bad Wörishofen wird eine abendliche Lücke im Fahrplanangebot geschlossen. Künftig werden zwei Zugpaare, die derzeit bereits freitags bis sonntags verkehren, auch montags bis donnerstags angeboten. Damit ergeben sich zukünftig mehr Verbindungen zwischen Bad Wörishofen und München, Augsburg und Memmingen. Die Linie Augsburg – Bad Wörishofen wird künftig mit Neigetechniktriebwagen befahren.

Im Zuge der Streckenelektrifizierung zwischen München und Lindau gibt es weitere Bauarbeiten, unter anderem eine Streckensperrung zwischen Leutkirch und Hergatz von 12. April bis 6. Oktober 2019. Bereits profitiert vom Streckenausbau haben die Bahnhöfe Türkheim, Stetten und Sontheim, deren barrierefreier Ausbau mit der Durchführung von Restarbeiten abgeschlossen wird.

Im Abschnitt zwischen Ulm und Donauwörth wird an Wochenenden abends ein zusätzliches Zugpaar angeboten, um in beiden Richtungen eine Taktlücke gegen 22 Uhr zu schließen. Außerdem wird frühmorgens von montags bis freitags ein zusätzliches Zugpaar von Donauwörth nach Günzburg und zurück verkehren. Hier wird aus Richtung Dillingen ein optimaler Anschluss zum ICE um kurz nach 7 Uhr ab Donauwörth nach München hergestellt. An Wochenenden werden auch die Stationen Gundelfingen und Höchstädt in beiden Richtungen Expresshalte der Agilis-Züge zwischen Ulm und Regensburg.

Am Augsburger Hauptbahnhof geht der neue Bahnsteig F in Betrieb. Er ist Voraussetzung für die Fortsetzung des Bahnhofsumbaus. Hierbei sollen die Barrierefreiheit hergestellt und eine direkte Umsteigemöglichkeit zur Straßenbahn geschaffen werden.

In Hergatz wird die Barrierefreiheit durch den Einbau von Aufzügen hergestellt. In St. Mang beginnen die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau.

Oberbayern

Der Flughafen München erhält eine direkte Anbindung aus Richtung Landshut und Regensburg (weitere Details siehe unter Oberpfalz und Niederbayern).

Auf der Strecke Mühldorf – Salzburg wird der bisherige Zweistundentakt zu einem stündlichen Angebot verdichtet. Die beiden wichtigen Bahnknoten sind damit etwa doppelt so häufig verbunden wie bislang. Die Unterwegshalte Kirchweidach und Fridolfing können aus Fahrzeitgründen vorerst nur zweistündlich bedient werden. Ein stündlicher Halt dort ist aber nach Abschluss des vom Bund geplanten Streckenausbaus vorgesehen.

Zeitgleich mit der Verbesserung des Angebotes zwischen Mühldorf und Salzburg wird auch der Verkehr zwischen Garching (Alz) und Traunstein neu gestaltet. Dort sind montags bis freitags künftig sieben statt derzeit fünf Zugpaare unterwegs.

Zwischen München und Augsburg erhalten die Haltepunkte Haspelmoor und Althegnenberg einige zusätzliche Halte.

Bereits seit dem 5. August 2018 sind an den Wochenenden am späten Abend zusätzliche Züge des Meridian zwischen Salzburg und München beziehungsweise München und Rosenheim unterwegs. Voraussichtlich ab April 2019 werden drei Meridian-Zugpaare über Salzburg hinaus bis nach Wien verlängert. In diesen Zeitlagen werden Doppelstockzüge der Westbahn zum Einsatz kommen, die bereits zwischen Salzburg und Wien im Einsatz sind. Sobald die Zulassung für das österreichische Streckennetz für die Meridian-Züge vorliegt, soll ein weiteres Zugpaar bis Wien verlängert werden.

Bei der S-Bahn München geht die Erneuerung und Ergänzung des Fahrzeugparks weiter. So kommen schrittweise weitere überarbeitete Elektrotriebwagen vom Typ ET 420 nach München. Zudem läuft der Umbau der Triebwagen vom Typ ET 423 weiter. Hier gingen im Sommer 2018 die ersten modernisierten Fahrzeuge in den Betrieb. Bis Ende 2020 sollen alle 238 Fahrzeuge dieses Typs umgebaut sein.

Seit dem 21. Oktober 2018 bedienen die Züge der Bayerischen Oberlandbahn zwischen München und Tegernsee den neuen Haltepunkt Finsterwald. Die Realschule Tegernseer Tal erhält damit eine direkte Anbindung an den Schienenverkehr.

Für Mitte 2019 ist die Inbetriebnahme der neuen Haltepunkte Rosenheim Aicherpark und Feldolling an der so genannten Mangfalltal-Bahn vorgesehen. Die Meridian-Züge zwischen Rosenheim und Holzkirchen werden in Feldolling etwa stündlich halten. Die Station Rosenheim-Aicherpark wird darüber hinaus auch von fast allen Verstärker-Zügen bedient.

An folgenden Stationen wird der barrierefreie Ausbau abgeschlossen: Bernried, Eichstätt Stadt, Eisenärzt, Heiligenstatt und Waging. Die Station Seiboldsdorf wurde bereits barrierefrei ausgebaut und gleichzeitig in eine günstigere Lage verlegt.

Im Jahr 2019 ist der Beginn des barrierefreien Ausbaus in Bischofswiesen und Grafing Bahnhof (Gleise 4 und 5) vorgesehen. Die bereits begonnenen Ausbauten in Feldkirchen, Gilching-Argelsried, Lohhof, München Hbf (Holzkirchner Flügelbahnhof Gleise 5-11), München-Riem und Unterschleißheim werden fortgesetzt.

Oberpfalz und Niederbayern

Mit Inbetriebnahme der neuen Linie von Regensburg über Landshut zum Flughafen München wird die lange gewünschte Direktanbindung der Oberpfalz und Niederbayerns an den Flughafen München Wirklichkeit. Die Züge des neuen Flughafenexpress fahren stündlich und halten unterwegs in Obertraubling, Köfering, Hagelstadt, Eggmühl, Landshut, Moosburg und Freising. Neufahrn und Ergoldsbach werden zweistündlich angefahren. Die Reisezeit zum Flughafen beträgt von Regensburg aus etwa 75 Minuten, von Landshut aus dauert die Fahrt ca. 35 und von Freising rund 13 Minuten. Zum Einsatz kommen klimatisierte und barrierefreie Elektrotriebwagen vom Typ „Talent“. Sie nutzen zwischen Freising und dem Flughafen München die pünktlich fertiggestellte „Neufahrner Gegenkuve“. Dabei handelt es sich um eine zweigleisige Neubaustrecke, die mit Unterstützung des Freistaates Bayern realisiert wurde. Erstmals hat der Freistaat Bayern hier selbst Planungsleistungen übernommen, um das Projekt zeitnah realisieren zu können. Die Verantwortung für das Schienennetz liegt eigentlich beim Bund.

Ab 2019 wird es erstmals zweistündlich durchgehende Züge zwischen Ingolstadt und Plattling geben. Dazu werden die Züge aus Plattling zweistündlich abwechselnd nach Ingolstadt und Neumarkt fahren, in der Gegenrichtung ebenso. In Regensburg besteht dabei stets Anschluss in und aus Richtung Neumarkt (Oberpf). Hintergrund ist die Anbindung des Donautals an Regensburg-Burgweinting sowie die Schaffung von Anschlüssen aus dem Donautal zur neuen Linie Richtung Flughafen München.

Anlässlich der A3-Baustelle werden im morgendlichen Berufsverkehr drei Doppelstockzüge der DB Regio in Richtung Regensburg auch in Undorf halten. Einen weiteren Zusatzhalt gibt es in Regensburg-Prüfening und nachmittags stadtauswärts ebenfalls in Undorf. An Werktagnachmittagen fahren zusätzlich zwei Agilis-Züge gegen 16 Uhr von Obertraubling über Regensburg-Burgweinting nach Regensburg Hbf und nach einem kurzen Aufenthalt weiter in Richtung Ingolstadt. Frühmorgens wird im Rahmen dieses Pakets vor allem für Frühpendler eine zusätzliche Fahrt von Straubing nach Regensburg mit Ankunft gegen 5 Uhr morgens eingerichtet.

Durch zusätzliche Zugbestellungen baut die BEG das Zugangebot zwischen Schwandorf und Regensburg deutlich aus und bietet damit eine Alternative zum Regensburger Straßennetz, dessen Kapazität derzeit durch Bauarbeiten eingeschränkt ist. So wird die Oberpfalzbahn (OPB) den bereits dichten Fahrplan in der morgendlichen Hauptverkehrszeit ab Schwandorf erweitern. Zusätzlich wird DB Regio montags bis freitags vier Regionalexpress-Verbindungen (RE) der Linie Nürnberg – Amberg – Schwandorf bis Regensburg verlängern. Da diese Züge auch in Regenstauf und Maxhütte-Haidhof halten, werden damit auch die im Dezember 2017 entfallenen Zwischenhalte des Alex in Regenstauf und Maxhütte-Haidhof mehr als kompensiert. Beide Stationen erhalten erstmals über weite Tageszeiten einen 30-Minuten-Rhythmus.

Der barrierefreie Ausbau in Reuth, Vilshofen und Wörth (Isar) wird abgeschlossen. Die bereits laufenden Arbeiten in Furth im Wald, Landshut und Straubing werden fortgesetzt.
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