Hamburger Wirtschaftsbehörde (BWVI) will den dauerhaften Regelbruch legalisieren

Fluglärmschutz wird in Frage gestellt. Hilft jetzt nur noch klagen?

(lifePR) ( Hamburg, )
Die Hamburger Bürgerschaft hat in seltener fraktionsübergreifender Einigkeit festgestellt, dass die nächtliche Verspätungssituation am innerstädtisch gelegenen Hamburger Verkehrsflughafen "Helmut Schmidt" desolat ist und bis zum Jahresende mehr als 1.000 Missachtungen des offiziellen Betriebsendes von 23 Uhr vorliegen werden - ein neuer Negativrekord! Die Hamburger Fluglärmschutzkommission (FLSK) wurde beauftragt wirksame Maßnahmen zur Belastungsreduzierung zu finden. Den gefundenen Kompromiss hat die FLSK am gestrigen Montag veröffentlicht: Streichung der "Pauschalgenehmigung" für verspätete Starts nach 23 Uhr und für Landungen ab 23:30 Uhr. Aber auch danach darf noch gestartet und gelandet werden, dieses dann jedoch nur noch mit einer begründeten Einzelgenehmigung.

"Die Hamburger Wirtschaftsbehörde will den dauerhaften Regelbruch legalisieren und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen minimale Einschränkungen des Übermaß an Regelmissachtungen. Das ist unverantwortlich und ein klarer Affront gegen die politisch Verantwortlichen und Betroffenen von Fluglärm. Es zeigt sich überdeutlich, dass es keinerlei Bestrebungen gibt, eine Belastungsminderung als Teil eines Interessensausgleich zwischen der Luftverkehrswirtschaft einerseits sowie den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern andererseits herzustellen. Die FLSK ist das fachliche Beratungsgremium der BWVI. Diese ignoriert nunmehr deren Empfehlung und spielt ihre Machtposition als Genehmigungsbehörde gnadenlos aus. Die BWVI lässt die Maske fallen und sucht die klare Konfrontation. Sie entzieht damit sowohl der FLSK als auch der Allianz für Fluglärmschutz jegliche Bedeutung. So werden Klagen provoziert!“, zeigt sich Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW), deutlich verärgert.

 
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