Vorsicht bei Spargeltabletten & Co.

(lifePR) ( Wuppertal, )
Die BARMER GEK rät zu einem vorsichtigen Umgang von Spargel in Tablettenform. Ob die Einnahme überhaupt sinnvoll ist, hängt neben dem Krankheitsbild auch vom verwendeten Pflanzenteil ab. "Spargelpräparate enthalten nicht die Spargelstangen, die wir vom Mittagstisch her kennen, sondern Teile des unterirdisch wachsenden Spargelwurzelstocks oder des Spargelkrauts", erklärt Dr. Ursula Marschall, Leiterin des Medizinischen Kompetenzzentrums der BARMER GEK.

Spargelpräparate sind nicht apothekenpflichtig und werden in Form von Tabletten, Pulver oder als Saft in Supermärkten und Drogerien angeboten. Präparate mit Spargelkraut beurteilt die für die Bewertung pflanzlicher Arzneimittel zuständige Expertenkommission* negativ. Anders sieht das beim Spargelwurzelstock aus: "Enthalten die Präparate den Spargelwurzelstock, kann die Anwendung prophylaktisch gegen Nierengrieß oder auch bei Entzündungen der ableitenden Harnwege sinnvoll sein", so Marschall. Denn bei einer Entzündung der Harnwege wird Spargelwurzelpulver in hohen Dosierungen von mindestens 2.000 mg in Form einer sogenannten "Durchspültherapie" eingesetzt. In diesem Fall müssen mindestens zwei bis drei Liter am Tag getrunken werden, um den Wasserverlust wieder auszugleichen. Dabei werden Blase und Harnwege "durchgespült".

"Weder zur Behandlung einer entzündlichen Nierenerkrankung oder von Beinschwellungen aufgrund einer eingeschränkten Herz- und Nierentätigkeit sollten Spargeltabletten eingenommen werden", rät Marschall. "In diesen Fällen ist eine gezielte medizinische Therapie bei einem Arzt unbedingt erforderlich."

*Die Expertenkommission, auch Kommission E genannt, bewertet pflanzliche Arzneimittel für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und wertet Ergebnisse über Wirkung und Neben- und Wechselwirkungen aus. In der Kommission E sind Experten aus Medizin und Wissenschaft vertreten.
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