Verflüchtigte Euphorie

Die Marktmeinung aus Stuttgart

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die Euphorie nach den griechischen Parlamentswahlen, welche die internationalen Aktienmärkte erfasst hatte, scheint verflogen. Nachdem in der vergangenen Woche schnelle Kursgewinne nach dem für Europa genehmen Ausgang der Griechenlandwahl lockten, wurden dieselben schnell wieder mitgenommen. Grund sind die nach wie vor nicht überzeugenden Konjunkturdaten, die diesseits wie jenseits des Atlantiks Tag für Tag veröffentlicht werden. Der US-Arbeitsmarkt bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 8 % weiter Sorgenkind. Besserung ist nicht in Sicht, wie die nach wie vor hohen Erstanträge für Arbeitslosenversicherung beweisen. Die kollabierenden US-Immobilienpreise, die letztendlich 2007 Auslöser der seit Jahren andauernden Finanzkrise waren, sinken zumindest zurzeit nicht weiter. Daher ist in den USA zwar keine Rezession zu konstatieren, aber eine boomende Wirtschaft sieht anders aus, zumal das Verbrauchervertrauen ebenfalls stetig im Sinkflug ist. Denn nach wie vor macht der Konsum in den USA bis zu 70 % des BIP aus. In Euroland, derzeit Schauplatz des weltweiten Krisenfokus, ist die Rezession bereits angekommen. Die Einkaufsmanager-Indizes als wichtige Frühindikatoren zeigen an, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone weiter schrumpft. Dem kann sich auch Deutschland nicht mehr entziehen, wie der Rückgang des bis dato extrem robusten ifo-Geschäftsklimaindex zeigt. Stellt sich die Frage nach der Bewertung der Aktienmärkte. Bei einer aktuellen Dividendenrendite des DAX von 4 % stellen Anleihen mit ihrer historisch niedrigen Verzinsung kaum Konkurrenz dar. Die Bewertung deutscher Aktien ist mit einem KGV von 10 aktuell sehr niedrig. Der langjährige Durchschnitt beläuft sich auf ca. 15. Klarer Kauf? Ja, wenn nicht die Tatsache bestünde, dass die Gewinnschätzungen der Unternehmen weltweit auf dem Prüfstand sind. Allen voran in den USA und Europa sorgt man sich um die Ertragskraft der Unternehmen, insbesondere zyklischer Branchen. Langfristig orientierte Investoren finden derzeit bereits gute Einstiegsmöglichkeiten.

Der politische Eiertanz in Europa um die richtigen Instrumente und Vorgehensweisen in der Behandlung der Euro-Schuldenkrise belastet die Euro-Währung nach wie vor. Das Vertrauen internationaler Investoren in den Euro bleibt geschwächt. Ein weiterer Rückgang des Euro-Außenwertes wird allenthalben erwartet. Man darf nur nicht vergessen, dass der Euro zu einem Kurs von 1,18 USD/€ das Licht der Welt erblickte und danach auf ein Niveau von knapp 84 Cent abstürzte. Bei einem Wechselkurs von 1,25 USD/€ von einer schwachen Währung zu sprechen, geht an der Realität vorbei. Sobald es in das Bewusstsein der Anleger tritt, dass die USA auf eine viel dramatischere Verschuldungssituation zusteuern, dürfte sich die USD-Stärke schnell in eine USD-Schwäche wandeln. Da dies aber erst nach der US-Präsidentenwahl im November, also wohl im Jahr 2013 der Fall sein wird, empfehlen wir aktuell durchaus Währungsbeimischungen in Nord-Währungen, wie der Norwegischen oder Schwedischen Krone, bzw. aufstrebender, oft an die USD-Währung gekoppelter asiatischer Schwellenländer durchzuführen.

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