Verwachsungen an der Wirbelsäule

Ursachen und Behandlung von spinalen Adhäsionen

(lifePR) ( Berlin, )
Viele Operationen stellen heutzutage Routineeingriffe dar. Sie verlaufen ohne Komplikationen und nach den Eingriffen leben Patienten wieder ohne Beschwerden und Schmerzen. Doch auch nach erfolgreichen Operationen können Vernarbungen oder Verwachsungen, sogenannte Adhäsionen, entstehen. „Internationale Studien belegen, dass Verwachsungen nach chirurgischen Eingriffen häufig vorkommen – vor allem bei größeren oder mehreren aufeinanderfolgenden Operationen. Die Adhäsionen können beispielsweise im Bauch, am Herzen oder um die Wirbelsäule entstehen“, weiß Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin.

Ursachen nicht vollständig erforscht

Verwachsungen treten als angeborene oder erworbene Adhäsionen auf. Erworbene Verwachsungen entwickeln sich häufig bei der natürlichen Wundheilung. Dabei entsteht ein Sekret, das Eiweiß, Fibrin und Blutgerinnungsbestandteile enthält und sich auf die Wunde legt. Es kommt zu einer Reaktion, die eine Verklebung hervorruft. Die gebildeten fibrösen Fasern sind oft sogar mit Blutgefäßen und Nerven gefüllt und kleben sich auf Gewebestrukturen oder Organe. „Dieser komplexe Vorgang ist an viele Faktoren gekoppelt und bis heute nicht vollständig erforscht. Doch nicht nur nach chirurgischen Eingriffen können sich Adhäsionen bilden, auch Entzündungen, Verletzungen, Chemotherapie, Bestrahlung oder Erkrankungen wie Krebs stellen Ursachen für Verwachsungen dar“, berichtet Dr. Sabarini und ergänzt: „Im Spinalkanal entstehen sie beispielsweise nach einer spontanen Blutung im Epidualraum, also dem Raum zwischen der bindegewebigen Auskleidung des Wirbelkanals und der Rückenmarkshäute, nach Trauma, Entzündungen oder einem erfolgreich behandelten Bandscheibenvorfall. All diese Prozesse stellen einen Fremdkörper in diesem Bereich dar. Die Bildung der Adhäsionen kann also als Schutzreaktion verstanden werden.“

Schmerzen in Beinen, Armen und Rücken

In vielen Fällen verursachen Verwachsungen keine Beschwerden. Falls aber doch, ziehen sie meist erhebliche Beeinträchtigungen nach sich. An der Wirbelsäule machen sie die Nervenwurzeln fast unbeweglich und verschlechtern die Durchblutung sowie die Liquor-Zirkulation, also die Strömung der Rückenmarksflüssigkeit. „So lösen spinale Adhäsionen einige Wochen oder Monate nach einem Eingriff, einer Behandlung oder Verletzung häufig brennende oder ziehende Schmerzen mit Missempfindungen in Beinen, Armen oder dem Rücken aus. Schildern Patienten ihrem Arzt solche Symptome, lassen sich mögliche Verwachsungen über eine Kernspintomographie mit Kontrastmittel diagnostizieren“, erklärt der Neurochirurg. Das Kontrastmittel hilft dabei, vernarbtes Gewebe deutlicher von anderen Strukturen abzuheben.

Adhäsions-Barriere durch Anti-Narben-Gel

Grundsätzlich neigen herkömmliche Eingriffe mit größeren Öffnungen häufiger dazu, Verwachsungen zu verursachen. Je minimalinvasiver die Operation, desto weniger Adhäsionen entstehen. Außerdem ist die Infiltration des OP-feldes mit Anti-Narben-Gel sinnvoll. „Dieses Gel wird unmittelbar vor der Schließung der Wunde über eine sehr feine Kanüle um die Dura und um die Nervenwurzel infiltriert, um das Gewebe zu ummanteln. Es enthält Wirkstoffe wie Calcium, die die normale Wundheilung unterstützen, und bildet eine sogenannte Adhäsions-Barriere. Das Gel hilft nämlich, eine mechanische Hürde aufzubauen, um sogenannte Entzündungsmediatoren – körpereigene Stoffe, die Entzündungsreaktionen eines Gewebes einleiten – einzugrenzen“, erklärt Dr. Sabarini. Nach der Operation sollte der Körper zudem Zeit haben, sich zu erholen und zu regenerieren. Frühzeitige Belastung und Beanspruchung führt eher zur Entwicklung von Adhäsionen. „Sollten Patienten aufgrund von Verwachsungen und Vernarbungen Schmerzen verspüren, hat sich gezeigt, dass eine sorgfältige und präzise OP-Technik der effektivste Weg ist, diese aufzulösen und einer erneuten Bildung vorzubeugen. Mit der sogenannten Epiduroskopie lassen sich Verwachsungen im Wirbelkanal sichtbar machen und mit feinen Instrumenten auflösen“, berichtet Dr. Sabarini abschließend.

Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de. 
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