Samstag, 25. November 2017


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Bandscheibenvorfälle minimalinvasiv reparieren

Perkutane Nukleotomie als alternatives, sanftes Behandlungsverfahren bei Bandscheibenvorfällen

Berlin, (lifePR) - Manchmal genügt bereits eine ruckartige Drehbewegung oder das Anheben eines schweren Gegenstandes als Auslöser für einen Bandscheibenvorfall. Hierbei verspüren Betroffene in den meisten Fällen einen plötzlich einsetzenden stechenden Schmerz. Besonders häufig treten Bandscheibenvorfälle an der Hals- oder der Lendenwirbelsäule auf, denn dort sind die Belastung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule am größten. Je nachdem wo der Bandscheibenvorfall auftritt, unterscheidet sich die Schmerzsymptomatik im Einzelnen. Während ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule meist Schmerzen im unteren Rückenbereich und ausstrahlende Beschwerden in Beinen und Gesäß verursacht, geht ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule oft mit Nackenschmerzen sowie tauben Armen und Händen einher. „Wenn die Bandscheibe auf einen Nerv drückt, erfordert dies eine unverzügliche Behandlung, da sonst die Gefahr besteht, dass bleibende Nervenschäden entstehen. Wenn konservative medikamentöse Therapieverfahren oder Physiotherapie die Beschwerden nicht ausreichend lindern, stellt die perkutane Nukleotomie als minimalinvasive Methode eine sehr gute Behandlungsalternative dar, da der Eingriff eine sofortige Druckreduktion zur Folge hat“, weiß Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin.

Stoßdämpfer Bandscheibe

Jeder Mensch hat 23 Bandscheiben. Diese sitzen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule und wirken dort als Puffer. Unabhängig von der Lage besitzen alle Bandscheiben den gleichen Aufbau. Im Inneren befindet sich ein wasserreicher gelartiger Gallertkern, der von einem festen Faserring umschlossen ist. Durch degenerative Veränderungen im Laufe des Lebens sinkt jedoch nach und nach der Wassergehalt der Bandscheibe und die Elastizität nimmt schließlich ab. So entstehen feine Risse im Faserring. „Eine Bandscheibenvorwölbung liegt vor, wenn der Gallertkern durch diese Risse austritt oder wenn der Gallertkern nicht mehr in seine Ausgangsposition zurückgleitet, sondern vorgewölbt bleibt, ohne dabei jedoch durch den Faserring zu quellen. Durchbricht der Gallertkern den Faserring komplett, handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall. Auch wenn ein Bandscheibenvorfall in manchen Fällen symptomlos verlaufen kann, verursacht die vorgetretene Bandscheibe in den meisten Fällen nicht nur starke Schmerzen, sondern manchmal sogar Störungen der Sensibilität oder Lähmungserscheinungen“, so Dr. Sabarini.

Sanfte Entfernung überschüssigen Gewebes

Besteht der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, muss in einem ersten Schritt die Anfertigung von Aufnahmen der Wirbelsäule erfolgen, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Hierfür eignen sich besonders moderne bildgebende Verfahren wie die offene Magnetresonanztomografie. Hierbei liegen Patienten anders als beim gewöhnlichen MRT nicht in einer geschlossenen Röhre und empfinden so die Klopfgeräusche des Geräts als viel leiser und angenehmer. „Erfolgt dann die perkutane Nukleotomie, führe ich unter örtlicher Betäubung eine sehr dünne, sich drehende Spiralnadel durch einen Stich an der betroffenen Bandscheibe ein. Mithilfe dieser Hohlnadel lassen sich in einem rund 45-minütigen Eingriff die Gewebeteile, die zwischen den Wirbeln herausragen und auf die Nerven drücken, sanft und komplikationsarm entfernen“, erklärt Dr. Sabarini. Diese Gewebeentfernung führt zu einer signifikanten Druckreduktion, die eine umgehende Entlastung der umliegenden Strukturen zur Folge hat.

Schnell wieder schmerzfrei

Ein großer Vorteil der Methode besteht darin, dass sie anders als bei einer Wirbelsäulenversteifung nicht mit Bewegungseinschränkungen einhergeht, da die Bandscheiben nicht ihre Flexibilität verlieren. So lässt sich eine beschleunigte Degeneration der angrenzenden Bandscheiben vermeiden, weil diese dadurch keine erhöhte Belastung erfahren. Dennoch bleibt die Stabilität des Wirbelsäulenabschnitts erhalten, da nur so wenig wie nötig des Gewebes entfernt wird. Da es sich bei dieser Operationsmethode um einen minimalinvasiven Eingriff handelt, entstehen keine Narben und nach dem Eingriff verspüren Patienten kaum Schmerzen und sind bereits nach wenigen Wochen wieder voll leistungsfähig. Zudem können Betroffene im Anschluss an den Eingriff gezielt die Muskulatur des Rückens stärken, um so die Wirbelsäule zu stabilisieren und das Risiko weiterer Bandscheibenvorfälle so weit wie möglich zu reduzieren.

Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de.

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