Montag, 27. Februar 2017


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Chroniken des Verschwindens - Die Filme von Michelangelo Antonioni

4. Dezember 2009 bis 5. Januar 2010

(lifePR) (Berlin, ) Auf die Frage, die ihm 1978 in einem Interview gestellt wurde, was er in einer Welt ohne Film gemacht hätte, antwortete Michelangelo Antonioni (1912-2007) kurz und knapp: "Filme!" - Auch wenn das Kino bereits auf eine knapp fünfzigjährige Geschichte zurückblicken konnte, als Antonioni mit der Arbeit an seinem ersten Film GENTE DEL PO (1943-47) begann, hat der "Architekt der Kino-Moderne" und "Vollender der Formen" die Kinematografie wie wenige andere Regisseure erneuert, geprägt, verändert. Mit seinen Filmen hat er die Möglichkeiten des filmischen Erzählens, der Darstellung von Filmzeit und die Bildkomposition neu definiert und damit Publikum und Kritik herausgefordert, gereizt, polarisiert und begeistert. Im Mittelpunkt seiner Filme stehen immer wieder seelisch brüchige Protagonisten (gespielt von italienischen, französischen, später amerikanischen Stars wie Monica Vitti, Lucia Bosè, Jeanne Moreau, Alain Delon, Marcello Mastroianni oder Jack Nicholson) und ihre fragilen Gefühlszustände. Vereinsamt und entfremdet bewegen sie sich in labyrinthischen, leeren Städten und Architekturlandschaften. Kühl-subtil, manchmal distanziert inszeniert Antonioni ihr Unvermögen, Beziehungen einzugehen - sie verlieren sich, bevor sie die Chance haben, einander zu finden.

Die Bilder, die er für seine hintergründigen Reflexionen über Isolation und Entfremdung, aber auch Wahrnehmung und Identität entwickelt, sind von nachdrücklicher visueller Schönheit. Im Moment ihrer höchsten visuellen Dichte zwingen sie die Handlung dabei nicht selten zum Stillstand: der Augenblick dominiert den Handlungsverlauf, die Bildkomposition dominiert die Montage. Immer wieder dominieren auch die unbelebten Dinge - Häuser, Fabriken, Straßenzüge - die Charaktere der Filme, die sich in ihrer Umwelt aufzulösen, in ihr zu verschwinden scheinen.

Trotz ihres unbestritten großen Stellenwerts innerhalb der Filmgeschichte sind die Filme des Regisseurs, Zeichners und Autors Antonioni mit wenigen Ausnahmen nur sehr selten im Kino zu sehen. So bietet die umfangreiche Retrospektive der Filme von Antonioni, die wir mit Hilfe des Italienischen Kulturinstituts in Berlin vom 4. Dezember bis zum 5. Januar 2010 im Arsenal veranstalten können, eine einmalige Gelegenheit, das Œuvre des Regisseurs auf der großen Leinwand nachvollziehen zu können.

Besonders hinweisen möchten wir auf vier Einführungen innerhalb der Retrospektive: Zur Eröffnung am 4. Dezember spricht Ulrich Gregor über die Rezeption der Filme von Antonioni in Deutschland in den 50er und 60er Jahren, Matthias Müller spricht am 6. Dezember über den Einfluss von Antonionis L'ECLISSE auf seinen Film MIRROR (Co-Regie: Christoph Girardet), Claudia Lenssen am 12. Dezember über den Film IL GRIDO und Daniel Illger am 17. Dezember über Antonionis Stadtinszenierung in L'ECLISSE.

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