Nach dem Bildungsstreik: "Schule träumen im Theater"

Nach einer Woche im Zeichen des Bildungsstreiks laden das Netzwerk Archiv der Zukunft und das Theater Freiburg am Sonnabend und Sonntag zu "Schule träumen im Theater" ein.

(lifePR) ( Hamburg, )
Das schon seit Monaten vorbereitete Projekt kommt nun genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn Schüler und Studenten brauchen Gesellschaft. Nicht "die Gesellschaft", sondern Bündnispartner, Freunde, Leute die zu ihnen gehen, die etwas mit bringen, vor allem sich selbst. Und sie brauchen Orte wie zum Beispiel das Theater.

Mitveranstalter sind die Freiburger Bildungsinitiative "Schule mit Zukunft" und die Pädagogische Hochschule Freiburg und das Theater im Marienbad.

Im Theater Freiburg werden im Großen Haus der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther und der Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo Largo sprechen. In Werkstätten überlegen Architekten und Pädagogen in Schulen Wände einzureißen. Lernaufwiegler wie Enja Riegel, die langjährige Leiterin der berühmten Helene-Lange-Schule Wiesbaden, und Künstler, die in Schulen gehen, skizzieren wie eine "Wurzelbehandlung der Langeweile" aussehen kann. Es geht außerdem um Zeit, Raum, Körper und Bewegung, alles Medien des Lernens, die in Lernfabriken still gelegt werden.

Im Foyer des Theaters fordern Runde Tische von Initiativen aus Freiburg und Umgebung zum Gespräch und zur Mitarbeit auf.

"Schule träumen im Theater" ist Teil der am 19. Juni beginnenden Baden-Württembergischen Theatertage in Freiburg und Auftakt zu "Theater träumt Schule" in mehreren deutschen Städten, in der Schweiz und Österreich, das vom Archiv der Zukunft mit lokalen Partnern geplant wird.

Im Rahmen der am Wochenende beginnenden Baden-Württembergischen Theatertage wird sich am Samstagabend vom Theater Freiburg zum Theater im Marienbad ein kilometerlanger Mittsommernachtstisch durch die Altstadt ziehen, garniert mit Sprüchen wie diesem: "Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Flammen, die entfacht werden wollen."

Dieser Satz von Francois Rabelais ist bald 500 Jahre alt, aber er wurde selten so missachtet wie derzeit in Deutschland. Unter dem Fässerfüllen leiden vor allem Studierende im komprimierten Bachelorstudium und Schüler im beschleunigten Gymnasium. Bildung kommt dann vielen vor wie Tennisspielen auf Kopfsteinpflaster.

Der Unmut darüber, soll im Theater aufgeklärt werden. Alternativen werden entworfen. "Beispiele gelingender Schulen," so Reinhard Kahl, der Initiator des Archivs der Zukunft, "sind die schärfste Kritik an der Normalverwahrlosung vieler Schulen."

Das Thema "Bildung" ist nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Aber es hat noch keinen rechten Ort. Die Politik ist nach wie vor von den Verwüstungen des mehr als 3ojährigen deutschen Bildungskrieges gezeichnet. Die Aufmerksamkeit der Medien hält nur kurz. Das Theater ist ein guter Ort für Träume und für die Aufarbeitung von manchen mit der Schule verbundenen Traumata. Das Theater bietet eine Atmosphäre für Reflexionen, Debatten und für Erinnerung. Der Kern der europäischen Bildungsidee heißt "Scholae." Das bedeutete in der Antike "Muße", "frei sein von Geschäften." Muße ist auch ökonomisch gesehen viel produktiver als ein Bulimie-Lernen.

Viele Schüler und Studierende managen sich wie Betriebswirtschaftler ihrer selbst. Seit dem Herbst 2008 entdecken sie allerdings Ähnlichkeiten zwischen den Zertifikaten, für die zu lernen sich angewöhnt haben, mit manchen Derivaten und Leerverkäufen in der panischen Finanzwirtschaft. Der resignative Schleier, der seit Jahren über vielen Schulen und Hochschulen liegt, könnte jetzt gelüftet werden.

Am Sonnabend wird eine Freiburger Erklärung veröffentlicht.
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