Sonntag, 19. November 2017


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"Fahrverbote für Diesel-PKW sind keine Antwort auf den Skandal"

Saarbrücken, (lifePR) - AK-Hauptgeschäftsführer Thomas Otto fordert: „Skandal aufklären, betroffene Autos nachrüsten, neue Mobilitätskonzepte entwickeln und damit Beschäftigung im Saarland sichern“

„Wir brauchen einen Gleichklang aus sauberer Luft, guter Arbeit und Mobilität, dies geleitet von technischen Innovationen“, erklärt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer, anlässlich des Dieselgipfels in Berlin. Natürlich müsse die Dieselaffäre aufgeklärt werden, so Otto weiter. Betrug und Kundentäuschen diskreditiere die Branche, Leidtragende seien die Kunden die betrogen werden und Beschäftigte die um ihre Arbeitsplätze fürchten müssten, wenn die Branche mutwillig ihre Seriosität aufs Spiel setze. Das wäre brandgefährlich für das Saarland, in dem 25 % der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe für die Automobilindustrie arbeiten. Stahl, Auto, Maschinenbau sind von überragender Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Saarland und zählen zu den tragenden Säulen der Saarwirtschaft. Keine andere Autoregion in Deutschland hat je Einwohner gerechnet mehr Arbeitsplätze im Fahrzeugbau.

„Fahrverbote für Diesel-PKW sind deshalb keine Antwort auf den Skandal“, gibt Otto zu bedenken. Sie gefährden nicht nur den Wirtschaftsstandort und damit Arbeitsplätze, auch ökologisch seien sie kontraproduktiv und wirken sozial unausgewogen. Wenn Dieselfahrzeuge jetzt nur 1:1 durch Autos mit Ottomotor ersetzt würden, steige die CO2-Belastung. Die Arbeitskammer setzt sich deshalb für eine Nachrüstung ein, damit betroffene Diesel-Fahrzeuge die Euro-6-Norm einhalten. Der Konflikt zwischen sauberer (stickoxidfreier) Luft  und Klimaschutz lasse sich mit einem Fahrverbot für Diesel nicht auflösen. Diesel wird auch in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle im Individualverkehr spielen. Es muss jetzt darum gehen, die Potentiale weiter zu steigern und echte Fortschritte bei Verbrauch und Umweltbilanz zu erzielen. Nur so seien die EU-Grenznormen einzuhalten.

Für den Standort Saarland sieht Otto darin auch vielfältige Chancen. „Die Entscheidung einiger Zulieferbetriebe, sich langfristig auf neue, innovative Antriebstechnologien auszurichten, sind Schritte in die richtige Richtung. Neue und verbesserte Produkte sind der Schlüssel zur Steigerung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit und verhelfen dem Saarland zur Sicherung und auch zum Ausbau seiner industriellen Wertschöpfung.“ erläutert Otto. Gleichzeitig setzt sich die Arbeitskammer auch für die schnelle Entwicklung neuer, innovativer Mobilitätskonzepte ein. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind darauf dringend angewiesen.

Das Land und die Industrie sind aufgefordert, die Basis innovativer Ideen, nämlich die Beschäftigten zu stärken. Nur ein durch „Gute Arbeit“ geschaffenes, positives Innovationsklima könne die Entwicklung zielgerichtet beeinflussen, die Beschäftigung im Land sichern sowie das Land im Innovationswettstreit voranbringen, so der Hauptgeschäftsführer.

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