Dienstag, 23. Mai 2017


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Alpine Naturgefahren und die Grenzen der Technik

(lifePR) (Innsbruck, ) "Nicht alles ist technisch machbar - wir müssen im Bereich der Naturgefahren verstärkt auf Prävention setzen". Das war die Hauptaussage des Experten für alpine Naturgefahren, Univ.-Doz. Dr. Günther Bunza beim gestrigen alpS-Forum.

Dr. Bunza, gebürtiger Innsbrucker, arbeitet im Bayerischen Landesamt für Umwelt und ist dort für die Bereiche Hochwasserschutz und alpine Naturgefahren zuständig.

Wenn 500.000 Kubikmeter Geschiebe auf dem Weg sind...

Eines seiner vielen Beispiele für den Einsatz - aber auch die Grenzen - technischer Möglichkeiten war die Rutschung im Bereich Steigbach bei Immenstadt. Die Rutschung im stark zerklüfteten Gelände begann am 21.03.2006 und umfasste schlussendlich etwa fünf Hektar. Über 500.000 Kubikmeter Geröll, Steine und Murmasse waren in Bewegung. Mit akuten Gefährdungen der Wasserversorgung, einer Hochspannungsleitung, der Zufahrtswege für Dauersiedlungen und des geregelten Steigbaches.

Ein wenig mehr Niederschlag genügt schon

Seitens der Zuständigen wurden die verschiedensten Maßnahmen zum Schutz der Stadt und zum Stoppen der Hangbewegung gesetzt: Dosier- und Konsolidierungssperren, Ableitdämme, geodätische Überwachung, Sicherung provisorischer Zufahrten. Für letztere mussten in fünf Metern Tiefe geologisch stabile Basislinien gefunden werden.

Trotzdem - so Bunza: "Es genügen schon 10 bis 15 Millimeter Niederschlag, um neue Murenstöße auszulösen".

Flächige, integrale Prävention gefragt

Für den Experten sind neben den technischen Maßnahmen vor allem präventive zu setzen.

Der zunehmende Siedlungs- und Nutzungsdruck, sowie die prognostizierten Auswirkungen der Klimaänderung machen "flächige, integrale Maßnahmen" erforderlich.

Als Beispiele dafür führt er das Projekt "EGAR" - die Analyse der regionalen alpinen Einzugsgebiete - an. Ebenso, das genaue Studium der "Naturpotenziale alpiner Bergebiete (NAB)".

Gefährliche Reibung

Für Eric Veulliet, Geschäftsführer von alpS ist klar: "Wir haben gerade im alpinen Bereich eine stete und gefährliche Reibung zwischen dem Naturraum und dem Kulturraum. Diese wird durch den nachgewiesenen Klimawandel noch verstärkt. Wir brauchen eine starke angewandte Forschung, die den Entscheidungsträgern die Möglichkeiten und auch die Grenzen aufzeigt".

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