2. Münchner Sommersymposium Schmerztherapie

Chronische Schmerzen besser behandelbar - Fortschritte in der Kinderschmerztherapie

(lifePR) ( München, )
Bis chronische Schmerzpatienten den Weg zu einem spezialisierten Schmerztherapeuten finden, vergehen oft Jahre. Meist hat der Schmerzpatient eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. "Durch moderne medikamentöse und invasive Therapieverfahren lassen sich heute chronische Schmerzen erfolgreich behandeln. Entscheidend ist ein frühzeitiger Therapiebeginn", sagte Dr. Reinhard Thoma, Chefarzt des Interdisziplinären Zentrums für Schmerzmedizin des Diakoniewerkes München-Maxvorstadt und Leiter der Algesiologikum-Akademie. An diesem Wochenende diskutieren Experten auf dem 2. Münchner Sommersymposium Schmerztherapie über neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Schmerztherapie. Dabei steht der Austausch von Forschern an Universitäten und Praktikern in Kliniken und Arztpraxen im Mittelpunkt.

"Die moderne Therapie schwer chronifizierter Schmerzen ist interdisziplinär, multiprofessionell und multimodal. Die Inhalte sind aufeinander abgestimmt und orientieren sich an klar definierten strukturellen und qualitativen Voraussetzungen. Multimodal ist dabei mehr als die Summe von vielen Einzeltherapien. Zentraler Bestandteil ist die Teamorientierung und die strukturierte Kooperation der beteiligten Ärzte, Psychotherapeuten, Physio-, Ergo- und Sporttherapeuten sowie der Pflegekräfte", erklärte Thoma.

Nationale und internationale Untersuchungen zeigten eine deutliche Überlegenheit einer interdisziplinären multimodalen Behandlung gegenüber sogenannten unimodalen Therapien, so Thoma weiter. Aber auch die multimodale Behandlung komme nicht ohne moderne Medikamente oder invasive Behandlungen aus. Schwere Nervenschmerzen wie sie das sog. Komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) stellten die Behandler in der Praxis immer wieder vor große Herausforderungen. Dabei kommen neben Medikamenten und nicht-medikamentöser Therapie auch invasive Verfahren wie die elektrische Rückenmarksstimulation (SCS) zum Einsatz. "Auf SCS reagieren 90 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen mit einer deutlichen Schmerzlinderung und einer Verbesserung der Belastbarkeit", so Prof. Michael Stanton-Hicks von der Cleveland Clinic, USA im Vorfeld des Symposiums. Bislang ist die elektrische Rückenmarksstimulation bei Kindern und Jugendlichen mit schwerem CRPS in Deutschland noch nicht weit verbreitet. "Obwohl die Erforschung und Therapie von chronischen Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen noch am Anfang steht, zeigen jetzt vorgelegte Berichte aus den USA vielversprechende Ergebnisse. Wir freuen uns über diese neuen Impulse für eine verbesserte Therapie dieser schwer beeinträchtigten Kinder und Jugendlichen", betonte Thoma.

Rund 200.000 Kinder in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen, die ohne richtige Behandlung meist bis ins Erwachsenenalter andauern. Im Gegensatz zu den Schmerzen bei Erwachsenen ist die Entstehung von Schmerzen bei Kindern noch wenig erforscht. Insgesamt gibt es in Deutschland mindestens 8 Millionen Menschen mit behandlungsbedürftigen chronischen Schmerzen.
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