Aus São Paulo in die Rheinmetropole: Große Ameisenbärin "Jamile" neu im Kölner Zoo

Zoo möchte bei dieser Tierart erneut in die Zucht gehen - Große Ameisenbären sind in ihrem Ursprungsland Brasilien bedroht

(lifePR) ( Köln, )
Neuzugang im Kölner Zoo: Seit Ende Januar lebt hier die Große Ameisenbärin (Myrmecophaga tridactyla) „Jamile“. Sie kam aus dem Zoo São Paulo an den Rhein. In Köln teilt sie sich ab sofort die Anlage mit ihren beiden Artgenossen, dem Weibchen „Dolores“ und Männchen „Yavi“. „Jamile“ hat sich gut eingewöhnt. Sie nutzt im Einklang mit ihren Mitbewohnern bereits sämtliche Bereiche der 2012 komplett neu erbauten Ameisenbär-Anlage im Kölner Zoo.

„Jamile“ zog im Rahmen des Europäischen Erhaltungsprogramms aus Südamerika nach Deutschland. Die Zuchtbuchführerin will mit ihr neue Gene in die Ameisenbär-Population der europäischen Zoos bringen. Das Zuchtbuch für diese Art wird vom Zoo Dortmund geführt. „Jamile“ soll in Köln gemeinsam mit „Yavi“ für Nachwuchs sorgen. Die Ameisenbär-Dame hat in São Paulo bereits einmal erfolgreich Nachwuchs zur Welt gebracht und großgezogen. Im Kölner Zoo wurden bislang zwei Ameisenbären geboren.

Bei ihrer Ankunft in Köln am 30. Januar machte „Jamile“ eine Ersterfahrung: Schnee. Bis Mitte vergangener Woche akklimatisierte sie sich im warmen Innenbereich der Anlage. Mit Einsetzen der frühlingshaften Temperaturen im Rheinland durchstreift „Jamile“ auch den Außenbereich auf der Suche nach Nahrung.

Große Ameisenbären erhalten u.a. morsches Holz, das sie mit ihrer messerscharfen Riesenkralle zerlegen und nach Fressbarem durchsuchen. Zudem bekommen sie in Zoos einen Brei mit Ballaststoffen, Proteinen und Kohlenhydraten. Sie nehmen sie mit ihrer langen, sichelförmigen Zunge auf. Ab und an erhalten sie als besonderes „Leckerchen“ Avocados.

Kölner Zoo engagiert sich für den Erhalt und unterstützt internationales Forschungsprojekt

Große Ameisenbären gehören zu den bedrohten Arten. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) listet sie in ihrem südamerikanischen Verbreitungsgebiet als gefährdet ein. In Uruguay und Nordargentinien gilt der Große Ameisenbär bereits als ausgestorben.

Der Kölner Zoo unterstützt ein Forschungsprogramm zum Erhalt dieser für Südamerika so charakteristischen Säugetierart. Über das Leben von Großen Ameisenbären in freier Wildbahn weiß man bis heute nur wenig. Darum ist es auch bis dato kaum möglich, Schutzkonzepte für die stark gefährdete Tierart zu entwickeln. Eine deutsch-brasilianische Kooperation aus Veterinärmedizinern und Biologen setzt das erste und aktuell einzige mehrjährige Forschungsprojekt zu Ökologie und Verhalten des Großen Ameisenbären um. Diese langjährige Arbeit wird unter anderem durch die finanzielle und fachliche Unterstützung des Kölner Zoos möglich.

Mittlerweile verfügt das Team über eine umfangreiche Datenbasis und große Expertise. Mit Hilfe von Kamerafallen und durch Verhaltensbeobachtungen wird die Lebensweise des Großen Ameisenbären in freier Wildbahn erforscht. Ein Fotoregister der ansässigen Individuen wurde angelegt. Erstmalig konnte beobachtet werden, dass weibliche Ameisenbären jährlich Nachwuchs bekommen. Das Team zeigte, dass die meisten Individuen in stabilen, sich gegenseitig überlappenden Streifgebieten leben. Außerdem wurde ein zuvor noch nicht beobachtetes Kommunikationssystem mittels Duftmarken entdeckt.

www.koelnerzoo.de/artenschutz  
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