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Pressemitteilung BoxID: 272217 (Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.)
  • Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.
  • Feldstr. 2
  • 18182 Rostock - Bentwisch
  • https://www.mv-ernaehrung.de
  • Ansprechpartner
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  • +49 (381) 25238-71

Starke Affinität zu regionalen Lebensmitteln in der Gesundheitswirtschaft und im Gesundheitstourismus des Landes

(lifePR) (Rostock - Bentwisch, ) Wie intensiv werden regionale Nahrungsmittel in Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft in MV eingesetzt? Wenn sie eingekauft werden, in welchem Umfang und falls nein, woran scheitert es? Das waren die bestimmenden Fragestellungen einer vom Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV) in Auftrag gegebenen Erhebung. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.

Knapp 350 Einrichtungen befragte das Team um Prof. Dr. Martin Benkenstein (Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus, Uni Rostock) im Auftrag des AMV. In Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheimen sowie Wellnesshotels wurden die verantwortlichen Einkäufer und Küchenleiter ausführlich zur Verpflegungsorganisation der jeweiligen Häuser interviewt. Über 3/4 der Befragten standen Rede und Antwort.

Angaben der Befragten zufolge beträgt der Anteil regionaler Produkte am Gesamteinkauf durchschnittlich 39%. Große Bereitschaft wurde bekundet, diesen Anteil weiter zu erhöhen. Besonders gefragt sind frische Produkte wie Kartoffelprodukte, Obst und Gemüse, Brot und Backwaren, Fleisch, Fleisch- und Wurstwaren, Milch und Molkereiprodukte sowie Fisch. Eine große Chance also für Mecklenburg-Vorpommerns Produzenten, denn wie die Studie zeigt, verfügen 90% der Einrichtungen über eine interne Küche; die Organisation des Einkaufs ist je nach Branche zwischen 75% und 93% der Einrichtungen selbständig geregelt. Nahezu alle Einrichtungen werden von Großhändlern beliefert. Mehr als die Hälfte nutzt getrennte Großhändler für Speisen und Getränke, wobei es hier beispielsweise zwischen Reha-Kliniken und Wellnesshotels grundlegend andere Herangehensweisen gibt.

Durchschnittlich bieten Krankenhäuser täglich 4, Reha-Kliniken 3,4 sowie Alten- und Pflegeheime 5,4 Mahlzeiten an.

Differenziert nach den Branchen zeigt sich bei allen eine hohe Angebotsbreite an speziellen Kostformen. Glutenfreie und lactosefreie Produkte sind besonders in Wellnesshotels, Krankenhäusern und Reha-Kliniken gefragt, der Anteil unter den Befragten lag bei 80% und höher.

Etwa 50% der Befragungsteilnehmer machten Angaben zu den Verpflegungssätzen, die mit Sicherheit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Einkauf ausüben. Der Durchschnittswert für den Wareneinkauf in Krankenhäusern, Reha-Kliniken sowie Alten- und Pflegeheimen pro Tag liegt bei 4 bis 5 €. Es gibt aber auch Ausnahmen mit bis zu 10,30 € im Spitzenwert.

Für das Preisargument beim Einkauf regionaler Produkte gab es sowohl Für als auch Wider in den Antworten. Einerseits wurde der Preis als Grund für den Nichtbezug, andererseits als Argument für den Einkauf regionaler Produkte verwendet, so dass hier keine abschließende Aussage möglich ist.

Erfreulich großes Interesse gab es an Informationen zu regionalen Lebensmitteln. Es liegt bei Krankenhäusern und Reha-Kliniken zwischen 70 und 80%, bei Wellnesshotels sogar über 90%. Hier sieht der AMV sich im Verbund mit Partnern im Land in der Pflicht, die Informationsdefizite abzubauen und noch offensiver als bisher in die Bekanntmachung der regionalen Produkte zu gehen und direkte Kontakte zwischen Einrichtung und Hersteller anzubahnen.

Neben der Datenerhebung werden in der Bedarfsanalyse praktische Marketing-Ansätze für Anbieter regionaler Produkte angeboten. Wie im Einzelnen konkret vorgegangen werden soll, wird in den kommenden Monaten entschieden.

Im Januar 2012 wird die Studie komplett vorliegen. Sie wurde mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Für den AMV steht ganz vorn die Frage: Sind Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft und hier insbesondere Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Alten- und Pflegeheime, künftig vielleicht bereit, sich über den Wohlfühlfaktor einer hochwertigeren Verpflegung unter Nutzung einer breiten Palette an regionalen Produkten zu profilieren, um so Wettbewerbsvorteile zu erzielen? Kann hier ein Zusatzangebot über den derzeitigen Tagessatz hinaus implementiert werden?

Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Der AMV ist das größte Netzwerk Mecklenburg-Vorpommerns für die Agrar- und Ernährungswirtschaft - der wichtigsten Branche des verarbeitenden Gewerbes in MV. Er vereint unter seinem Dach derzeit 76 Mitgliedsunternehmen, 34 Fördermitglieder sowie vier Kooperationspartner.

www.mv-ernaehrung.de