Donnerstag, 21. Juni 2018


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Vom Gefühl, willkommen zu sein

3. Dezember ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Potsdam, (lifePR) - "Ich empfinde es als Glück, hier arbeiten zu dürfen. Vom ersten Tag an hat man mir das Gefühl gegeben, willkommen zu sein. Die Kollegen sind sehr nett, der Alltag mit Handicap wird mir hier sehr erleichtert", mit diesen Worten spricht der 29-jährige André Köster von seinem neuen Job. Der gelernte Kaufmann im Gesundheitswesen ist seit dem 4. Juli in der Heinrich-Heine-Klinik Potsdam für die Entlassungsberichte der Patienten verantwortlich. Die Reha-Spezialistin Karla Herzer aus dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters in Potsdam hat ihm diesen Arbeitsplatz vermittelt.

Zunächst war der junge Mann über eine dreimonatige Probebeschäftigung im Unternehmen. "In dieser Zeit hat Herr Köster die verantwortungsvollen und sehr wichtigen Aufgaben im Schreibdienst mit Bravour gemeistert. Und so war es klar, dass wir ihn übernehmen", erläutert Carola Scheidling. Die Leiterin der Heinrich-Heine-Klinik räumt ein, dass die Einstellung von Menschen mit körperlichen Einschränkungen Flexibilität und organisatorische Vorkehrungen erfordern. Bei André Köster sind das ein stufenfreier Zugang zum Arbeitsplatz, ein Parkplatz in Eingangsnähe und ein spezieller Bürostuhl, der das Sitzen mit seinen operierten Hüften angenehmer macht. Zudem gelangt er über einen Fahrstuhl problemlos in die anderen Geschosse der Klinik. "Und natürlich braucht es auch Mut, einen neuen Weg zu gehen", unterstreicht die Klinikchefin. Doch diesen müsse man nicht allein bestreiten: "Der Arbeitgeberservice und auch das Integrationsamt haben uns umfassend beraten und unterstützt. Auch Investitionen zur Gestaltung des Arbeitsplatzes wurden gefördert. Mit diesen Angeboten stellte die Organisation kein so großes Problem dar." Und so ist Andre Köster auch nicht der erste Arbeitnehmer mit Handicap, der in der Heinrich-Heine-Klinik eine berufliche Chance erhält.

"Generell müssen wir leider noch immer feststellen, dass es behinderte Menschen ungleich schwerer haben, auf dem regionalen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Aktionstage wie der 3. Dezember helfen dabei, das gesellschaftliche Bewusstsein zu schärfen", erklärt Dr. Ramona Schröder, Leiterin der Potsdamer Arbeitsagentur. So nutze der Arbeitgeberservice die gesamte Woche explizit dazu, um Unternehmen in Außendiensten zu den Themen Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen zu beraten. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass behinderte Menschen bei richtiger Arbeitsplatzgestaltung und passendem Aufgabenfeld keinesfalls weniger leistungsfähig sind als Menschen ohne körperliche Beeinträchtigungen. Viele Unternehmen bescheinigen ihnen gar eine überdurchschnittliche Motivation - Herr Köster ist das beste Beispiel", unterstreicht Schröder. Zudem hätten Arbeitsagentur und Jobcenter zahlreiche Unterstützungsangebote - diese reichen von der Finanzierung einer behindertengerechten Arbeitsplatzausstattung bis hin zur Probebeschäftigung oder der Gewährung eines speziellen Lohnkostenzuschusses.

Aktuell suchen im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam 1.168 schwerbehinderte Menschen nach einer neuen Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der generell rückläufigen Arbeitslosigkeit gestiegen.

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