Freitag, 20. Juli 2018


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Windhorst fordert Berücksichtigung von Sozialengagement

Kammer für Kriterienkatalog bei der Auswahl von Medizinstudenten

Münster, (lifePR) - Für erleichterte Zugangsbedingungen zum Medizinstudium hat sich erneut die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ausgesprochen. Deren Präsident, Dr. Theodor Windhorst, begrüßt aktuelle Äußerungen des Generalsekretärs des Medizinischen Fakultätentages, Dr. Hildebrandt, der sich für ein Bonuspunktesystem bei der Studienplatzvergabe für Medizin ausgesprochen hat. Auf dem traditionellen Westfälischen Ärztetag der ÄKWL erklärt Windhorst: "Es ist dringend notwendig, dass wir die Zugangsbedingungen verändern, um so auch dem Ärztemangel entgegen zu treten. Wir brauchen Nachwuchs in der Patientenversorgung und müssen deshalb die derzeit zu starke Fokussierung auf die Abiturnote aufgeben. Das Abitur soll zwar Basis bleiben, aber die Gewichtung der Note durch einen Numerus Clausus ist zu stark. Sozialengagement muss in einem neuen Kriterienkatalog stärker berücksichtigt werden."

Neben dem Numerus Clausus sollten nach Ansicht des ÄKWL-Präsidenten andere Kriterien wie bereits abgeschlossene Ausbildungen in Medizinberufen und soziales Engagement viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Windhorst denkt hier an das Ableisten eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder die Arbeit in Alten-, Pflege- oder Behinderteneinrichtungen. Dabei könne ein festgelegtes Bonuspunktesystem hilfreich sein, wie bisherige Erfahrungen an einigen Hochschulen zeigten. "Wer seine Empathie für medizinisches Wirken bereits gezeigt hat, soll dann auch davon profitieren, wenn er oder sie sich für ein Medizinstudium entscheidet." Ein reines Assessmentcenter zur Auswahl von Medizinstudenten lehnt der Kammerpräsident hingegen ab.

Windhorst spricht sich auch für eine Stärkung der Universitäten bei der Studienplatzvergabe aus. Bisher würden nur knapp zwei Drittel der neuen Medizinstudenten von den Hochschulen ausgewählt. "Es ist wünschenswert, dass sich die Universitäten dieser Verantwortung stellen und dabei den Aufwand für erweiterte Auswahlgespräche als Chance nutzen, wenn dadurch Studierende ausgewählt werden können, die nach ihrer Ausbildung tatsächlich in der Patientenversorgung arbeiten, statt nach dem Studium sofort in alternative Berufsfelder oder ins Ausland abzuwandern." Dabei sieht der ÄKWL-Präsident auch die Möglichkeit, dass sich die Ärztekammern bei der Umstrukturierung der Approbationsordnung unterstützend beteiligen.

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