Donnerstag, 25. Mai 2017


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Windhorst begrüßt "Erfolg für die Vertragsärzte", fordert aber gleichzeitig tragfähiges Konzept zur Krankenhausfinanzierung

2,5 Milliarden Euro mehr Honorar für Ärzte

(lifePR) (Münster, ) Als "Erfolg für die Vertragsärzteschaft" bezeichnet der Präsident der Ärztekammer Westfalen- Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, die Einigung der Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Ärzten im nächsten Jahr insgesamt 2,5 Milliarden mehr Honorar zukommen lässt. "Die Politik hat Wort gehalten und die Verhandlungsführer von Kassen und KBV zu einer tragfähigen Lösung stimuliert", so Windhorst. Die neue Honorarstruktur bedeutet eine etwa zehnprozentige Steigerung der Niedergelassenen-Gehälter. Dazu Windhorst: "Es wurde höchste Zeit, dass die niedergelassenen Ärzte mehr Geld bekommen. Dies ist der Ersatz für zehn Jahre Stillstand in deren Honorarstruktur." Der Kammerpräsident verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass in den vergangenen Jahren die Schere in der Entlohnung von akademischen Berufen zu Lasten der Ärzteschaft weit auseinander gegangen ist.

"Die Ärzte bekamen fast sieben Prozent weniger in den letzten zehn Jahren, andere Akademiker- Gruppen etwa sechs Prozent mehr."

Die neue Honorarstruktur sei nicht nur wegen der steigenden Gehälter der Schritt in die richtige Richtung, so Windhorst. Bis 2010 sei eine gute Verteilung der Gelder möglich, nach 2010 würden in der Honorarzuteilung auch Aspekte der Unter- oder Überversorgung berücksichtigt. Die Aufteilung der Honoraranteile für Haus- und Fachärzte bleibe zudem bestehen. Es komme, sagt der ÄKWL-Präsident, auch zu dem notwendigen Ost- West-Ausgleich in der ärztlichen Gehaltsstruktur, in den neuen Bundesländern seien die Honorarsteigerungen mit bis zu 20 Prozent höher als zum Beispiel in Bayern oder Baden- Württemberg (zwei bis vier Prozent). Auch Benachteilungen innerhalb der alten Bundesländer würden ausgeglichen. "Westfalen-Lippe kann ein 14-prozentiges Plus bei der Honorarverteilung verzeichnen." Nordrhein bekomme zwölf Prozent mehr.

So wichtig die Einigung für die niedergelassene Vertragsärzteschaft sei, so notwendig sei weiterhin ein finanziell tragfähiges und nachhaltiges Konzept zur Krankenhausfinanzierung.

"Hier ist die Politik weiterhin in der Bringschuld", fordert Windhorst in Richtung Bundesgesundheitsministerium: "Ulla Schmidt muss in punkto Klinikfinanzierung endlich ihre Hausaufgaben machen." Durch die jetzige Einigung sei es für die berufspolitischen Vertreter der niedergelassenen Ärzteschaft wohl nicht mehr notwendig, zu Streiks oder Demonstrationen aufzurufen. "An den Krankenhäusern wird es aber in naher Zukunft noch lange nicht ruhiger", prophezeit Windhorst.

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