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Pressemitteilung BoxID: 421861 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst: Keine Schnellschusstaktik bei Vorwürfen gegen UKM-Transplantationszentrum

Gegen Skandalisierung und Vorverurteilung

(lifePR) (Münster, ) Gegen eine Skandalisierung und Vorverurteilung des Universitätsklinikums Münster (UKM) im Zusammenhang mit Organtransplantationen hat der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, gewarnt. Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer heutigen Ausgabe darüber berichtet, die Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) an der Bundesärztekammer (BÄK) habe bei Lebertransplantationen am UKM Auffälligkeiten entdeckt. Laut SZ "geht es offenbar nicht um so eindeutige Manipulationen, wie es sie in Göttingen, Regensburg, München und Leipzig gegeben hat", die Prüfer bezweifelten nach dem SZ-Bericht, "dass in allen Fällen eine für eine Transplantation relevante Indikation vorgelegen hat".

Zunächst müsse der endgültige Prüfbericht der PÜK abgewartet werden, sagt Windhorst. Der Bereich der Organspende sei durch die zurückliegenden Manipulationen und Skandale bei der Organvermittlung "emotional stark belastet". Die Bürger hätten viel von ihrem Vertrauen in die Organspende verloren. "Dieses Vertrauen in die gute Sache dürfen wir aber nicht weiter belasten. Deshalb sind genaue Aufklärung und Transparenz notwendig. Panikmache oder Skandalisierung aber sind kontraproduktiv, besonders wenn sie als Schnellschuss auf unvollständigen Berichten aufbauen."

In seiner Eigenschaft als Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer hat Windhorst einen Informationsaustausch mit der PÜK. "Ohne der Beurteilung der Probleme durch die PÜK vorzugreifen, ist aus meiner Sicht zu sagen, dass es in Münster beim UKM keinesfalls Manipulationen gegeben hat, sondern das ist eher eine medizinisch-fachliche Auseinandersetzung der Prüfgremien, die wir fachmedizinisch und wissenschaftlich abarbeiten müssen. Die Richtlinien zum Konzept der Prüfprotokolle wiesen in einigen Detailabfragen eventuell nicht die Präzision auf, die zur klaren Dokumentation notwendig sind. Es geht dabei nach meiner Meinung um den Unterschied zwischen lebertherapeutischen und nierenersetzenden Therapiemaßnahmen. Eines muss aber bei der Organspende immer klar sein: Die Vergabe an die Patienten auf der Warteliste richtet sich nach den medizinischen Erfolgsaussichten und der Dringlichkeit."