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Pressemitteilung BoxID: 203673 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
  • Ärztekammer Westfalen-Lippe
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  • 48147 Münster
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  • Ansprechpartner
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Im Team mit EVA

Die ersten "Entlastenden Versorgungs-Assistentinnen" in Westfalen haben ihre Zertifikate erhalten

(lifePR) (Münster, ) Künftig kann die Arbeit in den westfälischen Arztpraxen neu verteilt werden - am Mittwoch, 1. Dezember 2010, erhielten die ersten zwölf medizinischen Fachangestellten ihr Abschlusszeugnis als Entlastende Versorgungs-Assistentin (EVA). Die gelernten und erfahrenen Medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferinnen) haben sich in einer umfassenden Fortbildung qualifiziert, um ihre Ärztinnen und Ärzte in der täglichen Arbeit zu unterstützen und zu entlasten. Mit diesen zusätzlichen Fähigkeiten kann die EVA selbständig Leistungen zum Beispiel in den Bereichen Hausbesuche, Impfen und Prävention übernehmen.

Die nordrhein-westfälischen Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen haben die Qualifikation zur EVA erst vor zwei Jahren geschaffen. Nun haben die ersten Praxismitarbeiterinnen die 150 Stunden umfassende, berufsbegleitende Fortbildung erfolgreich absolviert. "Alle reden von der Delegation ärztlicher Leistungen - wir in Nordrhein-Westfalen haben die konkreten Voraussetzungen für die Praxismitarbeiterinnen geschaffen", freut sich Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. "Damit ist jetzt ein wichtiger Schritt getan zu einer sinnvollen Versorgung der Patienten als Praxisteam mit unterschiedlichen Qualifikationen und ergänzendem Arbeitsspektrum." Das Curriculum der EVA-Fortbildung beinhaltet Case- Management, Notfallmanagement, Gesundheits- und Präventionsmanagement, Telemedizin, Sozialrecht, Besuchs- sowie Wundmanagement und Geriatrisches Basis- Assessment.

EVA wird den Arzt entlasten, soll ihn aber nicht ersetzen. "EVA ist keine Alternative zum Arzt", stellt Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 2. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) klar. "Im Interesse der Patienten halten wir am Grundsatz der therapeutischen Gesamtverantwortung des Arztes fest. Unser Ziel ist vielmehr das synergetische Zusammenwirken der verschiedenen Qualifikationen und Kompetenzen."

Reinhardt und Dryden, beide selber als niedergelassene Hausärzte tätig, begrüßen das Interesse und das Engagement der Praxismitarbeiterinnen, aber auch ihre Praxisinhaber und -inhaberinnen an der Qualifikation. "Gerade vor dem Hintergrund der zurückgehenden Arztzahlen ist die EVA eine wichtige Ergänzung und Entlastung", betont KVWL-Vorstand Dryden. Kammer-Vizepräsident Reinhardt bedauert jedoch, dass man sich zwar mit den Krankenkassen auf die Delegation von Leistungen auf Praxismitarbeiterinnen einigen konnte, die Abrechnung und Honorierung ihrer Arbeit aber immer noch in der Schwebe sei: "Wir fordern dringend eine Regelung für den umfassenden Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und ihre konkrete Honorierung."